Wohin mit dem Wohnmobil im Herbst? Ziele für die Nebensaison in Deutschland

Wohin mit dem Wohnmobil im September, Oktober und November: Weinregionen, Mittelgebirge, Seen und Küste in Deutschland, dazu Preise, Öffnungszeiten und Technik.

Stand 13.10.2026 · 7 Min. Lesezeit

Flussschleife zwischen Weinbergen und bewaldeten Hängen
Flussschleife zwischen Weinbergen und bewaldeten Hängen

Im Herbst fährst du in Deutschland am besten dorthin, wo das Wetter Nebensache ist oder der Herbst selbst der Grund für die Reise: in die Weinregionen an Mosel und Mittelrhein, in die Mittelgebirge zur Laubfärbung und an Seen und Küsten, die jetzt leer sind. Der September ist fast überall noch Hauptreisezeit ohne Gedränge, der Oktober der Monat für Wein und Wald, und ab November entscheidet vor allem, welche Plätze überhaupt noch geöffnet haben.

Was die Nebensaison von der Hauptsaison unterscheidet

Drei Dinge ändern sich, sobald die Sommerferien vorbei sind.

Platz. Auf den Stellplätzen an Seen und Flüssen, die im Juli mittags voll sind, findest du wieder spontan eine Lücke. Ausnahmen sind die Wochenenden in den Weinregionen und die Herbstferien.

Preis. In Deutschland fällt der Nachlass kleiner aus, als viele erwarten. Nach der Preisanalyse von PiNCAMP kostet ein Campingplatz in der Hochsaison 2026 im Schnitt 41 Euro je Nacht, in der Nebensaison rund 11 Prozent weniger. Europaweit sind es im Schnitt 29 Prozent (Stand März 2026). Mehr holst du mit Rabattkarten heraus: Die ADAC Campcard gibt in der Nebensaison mindestens 15 Prozent, die CampingCard ACSI Festpreise, die nur außerhalb der Hauptsaison gelten. Den Vergleich findest du im Beitrag CampingCard ACSI und andere Rabattkarten.

Öffnungszeiten. Viele Campingplätze schließen im Lauf des Oktobers oder Anfang November. Bergbahnen gehen in Revision, Ausflugsschiffe und Fähren fahren seltener, Hofläden und Cafés haben Ruhetage. Wer sich im November auf den Sommerfahrplan verlässt, steht vor verschlossenen Türen.

Ziele nach Monat

Die Tabelle fasst zusammen, was die Regionsseiten von womofans zu den einzelnen Gebieten sagen. Sie ist eine Orientierung und keine Wettergarantie.

Region September Oktober November
Mosel, Mittelrhein sehr gut, Weinlese beginnt sehr gut, an Wochenenden voll viele Plätze schließen, Fähren eingeschränkt
Harz, Sauerland gut zum Wandern Laubfärbung, die schönste Zeit kalt, in den Hochlagen winterlich
Schwarzwald, Bodensee ideal Nebel im Tal, Sonne auf der Höhe ruhig, vieles geschlossen
Allgäu, Alpenrand ideal, Almabtrieb mit Hochbetrieb klare Luft, Herbstfarben Bergbahnen in Revision, früher Schnee möglich
Spreewald, Lüneburger Heide Heideblüte endet, Spreewald ideal gelb, neblig, leer still
Nord- und Ostsee, Mecklenburgische Seenplatte warmes Wasser, mildes Licht leer, windig, Baden fällt aus Sturm, viele Plätze zu

Wein und Flusstäler

Die Mosel ist im Herbst das Ziel schlechthin: Stellplätze direkt am Wasser, Weinlese im September und Oktober, Weinfeste in den Orten. Der Preis dafür ist Andrang. An den Wochenenden der Lese solltest du reservieren, wo es geht, oder früh am Tag ankommen. Ab November schließen viele Plätze, und im Winter und Frühjahr steht auf den Uferplätzen regelmäßig Hochwasser.

Der Mittelrhein zwischen Bingen und Koblenz ist die etwas ruhigere Alternative mit Burgen statt Schleifen. Brücken gibt es im Welterbetal keine, du querst mit Fähren, und die fahren im Winterhalbjahr eingeschränkt.

Wer Wein mit Fachwerk verbinden will, schaut über die Grenze ins Elsass, das im Oktober Weinlese und Herbstfarben hat.

Mittelgebirge zur Laubfärbung

Im Harz gilt der Oktober mit der Laubfärbung im Bodetal als schönste Zeit des Jahres. In diesen Wochen sind die Stellplätze gefragt, also reservieren. Das Wetter auf dem Brocken ist dann schon rau, bei Sturm und Nebel ist oben nichts zu holen.

Das Sauerland hat am Rothaarsteig dieselbe Laubfärbung und in den kleinen Orten abseits von Winterberg viel Ruhe. Die Eifel ist höher und rauer, als viele denken: Auf den Hochflächen ist es zwei bis drei Grad kühler als an Rhein und Mosel, im Oktober liegt Nebel über den Maaren, und der Winter kommt früher. Dafür sind die Wege leer.

Im Schwarzwald ist der Oktober eine Wette mit gutem Ausgang für alle, die flexibel sind: Unten im Rheintal und in den Tälern hängt oft tagelang Nebel, oben scheint die Sonne. An Nebeltagen fährst du einfach hoch.

Seen und Alpenrand

Am Bodensee sind September und Oktober ruhig, im Oktober färben sich die Weinberge am Nordufer. Baden fällt dann aus, der Radweg um den See bleibt.

Im Allgäu und an der Deutschen Alpenstraße ist der September der zweite ideale Monat nach dem Juni. Im September ziehen die Almabtriebe viele Besucher an, dann sind die Stellplätze in den betreffenden Orten voll. Die Termine legen die Orte jedes Jahr neu fest, sieh auf den Seiten der Gemeinden nach. Der Oktober bringt Föhn und klare Luft, aber einzelne Höhenstraßen können nach frühem Schnee gesperrt sein, und die Bergbahnen fahren meist nur bis Anfang November.

Flachland für stille Tage

Der Spreewald ist im Oktober gelb und leer, die Kähne fahren noch. Die Lüneburger Heide hat ihre Blüte dann hinter sich. Was bleibt, sind Nebel über den Mooren und leere Parkplätze. Im Altmühltal ist der September ein guter Radmonat.

Küste

An der Nordseeküste ist der September mit warmem Wasser und mildem Licht einer der angenehmsten Monate. Danach wird es stürmisch, und viele Plätze schließen. Die Ostseeküste und die Mecklenburgische Seenplatte sind im September ideal und im Oktober etwas für Leute, die Wind, Kraniche und leere Strände mögen. Prüf dort besonders genau, was noch offen hat.

Was das Fahrzeug im Herbst braucht

Der Herbst ist kein Wintercamping, aber auch nicht mehr Sommer.

Heizung und Gas. Abends und morgens läuft die Heizung. Nimm eine volle Reserveflasche mit, und denk daran, dass die Gasprüfung gültig sein muss. Wie lange dein Vorrat reicht, zeigt der Gasvorrat-Rechner.

Strom. Die Sonne steht tief, die Tage sind kurz, und viele schöne Herbstplätze liegen unter Bäumen oder im Tal. Solar liefert deutlich weniger als im Juli, während Licht und Heizungsgebläse länger laufen. Plane Landstrom ein oder rechne mit dem Strom-Rechner nach, wie lange die Batterie trägt.

Feuchtigkeit. Nasse Jacken, Hund und Kochen bei geschlossenen Fenstern sorgen für beschlagene Scheiben. Mehrmals täglich kurz lüften, Nasses im Bad oder unter der Markise trocknen.

Frost. In klaren Nächten kann es in den Mittelgebirgen schon im Oktober unter null gehen. Das Frostschutzventil der Truma-Heizung öffnet bei etwa 3 Grad und lässt den Boiler ab. Wer das nicht kennt, wundert sich morgens über die leere Wasseranlage. Mehr dazu im Beitrag Frostwächter und Frostschäden.

Reifen. Die Winterreifenpflicht richtet sich in Deutschland nach dem Straßenzustand, nicht nach dem Kalender. Bei Reifglätte auf der Eifelhöhe oder Schneematsch am Feldberg brauchst du Reifen mit Alpine-Symbol, egal welches Datum ist.

Boden. Wiesenplätze sind im Herbst weich. Wer mit 3,5 Tonnen auf nassem Gras steht, kommt morgens womöglich nicht mehr weg. Frag nach einem befestigten Platz und leg Unterlagen unter die Antriebsräder.

So planst du die Herbstreise

  1. Route vom Wetter abhängig machen. Der große Vorteil der Nebensaison: Du musst nichts Monate vorher buchen. Schau drei Tage vor der Abfahrt auf die Vorhersage und fahr dorthin, wo es trocken ist.
  2. Öffnungszeiten prüfen. Für jeden Platz, jede Bergbahn und jedes Schiff, das dir wichtig ist. Ab Mitte Oktober unbedingt.
  3. Kurze Etappen. Ende Oktober wird es schon am frühen Abend dunkel. Plane die Ankunft für den Nachmittag. Der Etappen-Rechner hilft dabei.
  4. Wochenenden in Weinregionen meiden oder reservieren. Unter der Woche hast du die Uferplätze fast für dich.
  5. Einen Schlechtwettertag einplanen. Therme, Museum, Stadt. Mit einem Ziel für Regentage wird aus einer nassen Woche keine verlorene.

Fertige Routen durch alle genannten Regionen stellt der Roadtrip-Planer zusammen, Plätze findest du über die Stellplatzsuche. Und wer nach dem Herbst weiterfahren will, liest Silvester und Winterziele.

Häufige Fragen

Wohin mit dem Wohnmobil im Oktober?

In die Weinregionen an Mosel und Mittelrhein, in Mittelgebirge mit Laubfärbung wie Harz und Sauerland oder in den Spreewald. An der Küste und an den Seen ist es dann ruhig, aber zum Baden zu kalt.

Haben Campingplätze im Herbst noch geöffnet?

Im September fast alle, im Oktober die meisten, ab November schließen viele. Stellplätze sind häufiger ganzjährig offen, oft aber mit abgestelltem Wasser. Vor der Abfahrt beim Platz nachsehen.

Ist Camping im Herbst günstiger?

Ja, aber in Deutschland weniger als im Süden. Nach der Preisanalyse von PiNCAMP liegen die Nebensaisonpreise hier nur rund 11 Prozent unter der Hochsaison. Dazu kommen Rabattkarten, die in der Nebensaison mehr bringen.

Brauche ich im Herbst schon Winterreifen am Wohnmobil?

Die Pflicht hängt vom Straßenzustand ab, nicht vom Datum. In den Hochlagen der Mittelgebirge und der Alpen kann es im Oktober schon glatt werden, dann brauchst du Reifen mit Alpine-Symbol.

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