Region · Frankreich
Elsass mit dem Wohnmobil
170 km Weinstraße zwischen Vogesen und Rhein: Fachwerkdörfer, Riesling und Gewürztraminer, Straßburg und Colmar, dazu die Hohkönigsburg. Frankreich eine Stunde hinter der Grenze.
Die Stationen
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1
Straßburg · 2 Tage
Münster, Petite France, Europaviertel, alles zu Fuß oder mit der Tram. Das Wohnmobil bleibt auf einem Stellplatz am Stadtrand mit Tramanschluss, die Innenstadt ist mit Großfahrzeug keine Option. Zwei Tage, weil die Stadt mehr ist als das Münster und weil die Winstubs abends ihre Zeit brauchen.
Sehenswert: Straßburger Münster, La Petite France, Europäisches Parlament
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2
Marlenheim · 1 Tag
Hier beginnt die Elsässer Weinstraße offiziell, 20 km westlich von Straßburg. Kein großer Ort, aber der richtige Einstieg: erste Weinprobe, erster Blick auf die Vogesen, und die nördlichen Weinorte Wangen und Westhoffen sind ruhiger als alles weiter südlich.
Sehenswert: Elsässer Weinstraße
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3
Obernai · 1 Tag
Eines der schönsten Städtchen der Weinstraße, mit Stadtmauer, Marktplatz und einer Altstadt, die sich an einem Vormittag erlaufen lässt. Darüber der Odilienberg mit Kloster und Heidenmauer, der heilige Berg des Elsass, mit Blick über die Rheinebene bis zum Schwarzwald.
Sehenswert: Odilienberg, Obernai
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4
Ribeauvillé · 1 Tag
Drei Burgruinen über dem Ort, die Ulrichsburg ist in einer Stunde erwandert. Von hier der Abstecher zur Hohkönigsburg, die Wilhelm II. wiederaufbauen ließ, mit großem Parkplatz unterhalb, früh fahren. Ribeauvillé selbst ist voller als Obernai und leerer als Riquewihr.
Sehenswert: Hohkönigsburg, Ulrichsburg (Ribeauvillé)
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5
Riquewihr · 1 Tag
Das Dorf, das auf jedem Prospekt ist, und tagsüber entsprechend voll. Der Trick: auf dem Wohnmobilparkplatz vor dem Tor übernachten und früh morgens oder nach 18 Uhr durch die Gassen gehen, dann hast du den Dolder und die Rue du Général de Gaulle fast allein. Zwischen Riquewihr und Kaysersberg liegt die schönste Radstrecke der Weinstraße.
Sehenswert: Riquewihr, Dolder (Riquewihr)
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6
Colmar · 1 Tag
Hauptstadt des elsässischen Weins mit dem Unterlinden-Museum und dem Isenheimer Altar, Klein-Venedig an der Lauch, Markthalle. Das Wohnmobil parkt am Stadtrand, die Altstadt ist Fußgängerzone. Ein Tag reicht, wenn du nicht ins Museum willst; mit Museum nicht.
Sehenswert: Unterlinden-Museum, La Petite Venise (Colmar)
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7
Eguisheim · 1 Tag
Rund um die Burg gebautes Dorf mit konzentrischen Gassen, Geburtsort eines Papstes, Weinprobe an jeder Ecke. Über dem Ort die Drei Exen, drei Burgtürme auf einem Hügel, von denen du bis in den Schwarzwald siehst. Kleiner als Riquewihr und am Abend genauso schön.
Sehenswert: Drei Exen, Eguisheim
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8
Thann · 1 Tag
Das Ende der Weinstraße am Südrand der Vogesen. Das Münster St. Theobald ist nach dem Straßburger das schönste gotische Bauwerk des Elsass, der Rangen darüber der steilste Weinberg. Von hier sind es 40 km nach Mulhouse oder über den Grand Ballon zurück in die Vogesen.
Sehenswert: Münster St. Theobald (Thann), Rangen
Warum ins Elsass
Das Elsass ist Frankreich für Anfänger, und das ist kein Vorwurf: eine Stunde hinter der Grenze, zweisprachig, mit Fachwerk, Wein und Essen, das so schwer ist wie auf der badischen Seite, nur mit mehr Butter. Die Weinstraße zieht sich 170 km am Fuß der Vogesen entlang, von Marlenheim bis Thann, durch mehr als hundert Weindörfer, und mindestens zwanzig davon sehen aus wie gemalt. Dazwischen Straßburg und Colmar, zwei Städte, die allein eine Reise wert wären, und die Hohkönigsburg als Burg aus dem Bilderbuch.
Für Wohnmobilisten ist das Elsass ein dankbares Ziel, weil Frankreich das Land der Stellplätze (aires de camping-car) ist: in fast jedem Weindorf gibt es einen, oft kostenlos oder günstig, oft beim Winzer. Die Entfernungen sind klein, die Weinproben kostenlos, und wer Rad fährt, hat zwischen den Dörfern flache Wege durch die Reben.
Die Route in Kürze
Von Nord nach Süd, der Weinstraße folgend. Straßburg zuerst, zwei Tage, mit Wohnmobil am Rand und Tram in die Stadt. Dann nach Marlenheim, wo die Weinstraße offiziell beginnt, und durch das nördliche Elsass nach Obernai mit dem Odilienberg. Ribeauvillé und die Hohkönigsburg sind das Burgenzentrum. Riquewihr, Kaysersberg und Eguisheim sind die drei berühmten Dörfer, Colmar die Stadt dazwischen. Thann ist das Ende mit Münster und Weinberg.
Alles zusammen sind kaum 200 km. Wer mehr Zeit hat, hängt die Vogesen mit der Kammstraße und dem Grand Ballon an oder fährt von Thann nach Mulhouse zum Automobilmuseum. Wer weniger Zeit hat, konzentriert sich auf das Stück zwischen Ribeauvillé und Eguisheim mit Colmar; dort liegt alles innerhalb von 20 km.
Beste Zeit
April bis Oktober, dazu der Dezember. Die Rheinebene ist warm, schon im April blühen die Obstbäume und die Winzer öffnen die Verkostungsräume. Mai und Juni sind die besten Monate: grün, mild, nicht voll. Juli und August sind heiß, oft über 30 Grad, und die berühmten Dörfer sind von zehn bis 18 Uhr überlaufen; die Vogesen sind dann die Ausweichroute. September und Oktober bringen die Weinlese, die Weinfeste und die Herbstfarben in den Reben, und sie sind der zweite Höhepunkt des Jahres.
Der Dezember ist ein Sonderfall: Straßburg nennt sich Hauptstadt der Weihnacht, Colmar, Kaysersberg und Riquewihr haben Märkte, und das Elsass ist dann so voll wie im August. Die Stellplätze sind reserviert oder geschlossen, Campingplätze mit Winterbetrieb sind die Lösung. Im Januar und Februar ist das Elsass leer, grau und ruhig.
Mit Hund
Frankreich ist hundefreundlich, und das Elsass ist es besonders. Hunde dürfen in die meisten Winstubs, auf die Märkte, in die Weinkeller zur Probe und auf alle Stellplätze. Die Hohkönigsburg lässt Hunde an der Leine hinein, der Odilienberg ebenfalls, Museen in Straßburg und Colmar nicht. In Straßburg fahren Hunde in der Tram mit Maulkorb oder in der Tasche.
Zwei Dinge zu beachten: Von Ende August bis zur Lese sind die Weinberge Arbeitsgebiet, und ein Hund, der durch die Reben läuft, ist dort nicht gern gesehen. Und die Rheinebene ist im Sommer heiß, die Pflastergassen der Dörfer heizen sich auf; Spaziergänge früh oder abends, mittags in den Vogesen. Für die Einreise reichen EU-Heimtierausweis, Chip und gültige Tollwutimpfung, Listenhunde der Kategorie 1 dürfen nicht nach Frankreich.
Fahren und Übernachten
Die Weinstraße ist eine Departementsstraße, schmal, kurvig und zwischen den Reben wunderschön. Für Wohnmobile ist sie frei, die Dörfer nicht: Fast alle Ortskerne haben Durchfahrtsbreiten unter 2,50 m, Tore, Kopfsteinpflaster und Einbahnstraßen. Die Regel ist überall gleich: dem Schild zum Parkplatz (parking camping-cars oder aire) folgen, am Rand stehen, zu Fuß hinein. Riquewihr hat das durch eine Verordnung festgeschrieben, andere Dörfer durch Verbotsschilder an den Toren.
Straßburg ist Umweltzone mit Crit'Air-Pflicht, rund um die Uhr, auch für durchfahrende Wohnmobile auf der Stadtautobahn. Die Plakette bestellst du Wochen vorher online beim französischen Staat, nicht bei den Händlern, die das Doppelte verlangen. Ab 2027 dürfen Crit'Air 3, also ältere Diesel, nicht mehr in die Zone, Stand Oktober 2026; prüfe das vor der Abfahrt. Die A35 durch das Elsass ist mautfrei, die A355 um Straßburg herum nicht. Alles Weitere zu Maut, Tempolimits und Freistehen steht im Steckbrief Frankreich und im Ratgeber Wohnmobil in Frankreich.
Übernachten ist einfach. Fast jedes Weindorf hat eine aire, viele kostenlos oder für wenige Euro mit Entsorgung, viele Winzer nehmen Wohnmobile über das Netzwerk France Passion gegen Weinkauf auf. Campingplätze gibt es in Obernai, Ribeauvillé, Riquewihr, Eguisheim und Colmar. Freistehen ist in Frankreich auf öffentlichem Grund nicht verboten, aber in den Weindörfern per Beschilderung fast überall untersagt; die aires sind so zahlreich, dass es keinen Grund dafür gibt.