Küste · Deutschland
Ostseeküste mit dem Wohnmobil
Von der Flensburger Förde bis zur polnischen Grenze: Steilküsten, Seebäder mit weißen Villen, Boddenlandschaft, Kreidefelsen und Strand ohne Gezeiten.
Die Stationen
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1
Glücksburg · 1 Tag
Das Wasserschloss ist das schönste Fotomotiv der Förde, die Halbinsel Holnis dahinter hat Steilufer, Strand und einen der wenigen Hundestrände mit Freilauf. Flensburg liegt nebenan für Rum, Hafen und Altstadt. Abstecher an die Schlei nach Kappeln, wenn du Zeit hast.
Sehenswert: Schloss Glücksburg, Holnis
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2
Laboe · 1 Tag
Das Marine-Ehrenmal am Eingang der Kieler Förde und das U-Boot U 995 am Strand sind einen halben Tag wert, dazu Fähren nach Kiel über die Förde. Eckernförde auf dem Weg hierher hat Kutterhafen, Bonbonkocherei und einen langen Stadtstrand.
Sehenswert: Marine-Ehrenmal Laboe, U 995
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3
Fehmarn · 2 Tage
Über die Sundbrücke auf die Sonneninsel: Südstrand mit Surfern, Leuchtturm Flügge, Vogelreservat Wallnau im Westen und Burg als Inselhauptstadt. Mit dem Rad lässt sich die Insel an einem Tag umrunden, das Wohnmobil bleibt stehen. Die Fähre nach Dänemark fährt ab Puttgarden.
Sehenswert: Fehmarnsundbrücke, Leuchtturm Flügge, Wallnau/Fehmarn
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4
Ostseebad Kühlungsborn · 1 Tag
Drei Kilometer Strandpromenade, Bäderarchitektur und der Molli, eine Dampfbahn, die mitten durch Bad Doberan fährt. Auf dem Weg hierher lohnt Travemünde mit Passat und Fährhafen für einen Zwischenstopp. Abends auf dem Leuchtturm Buk den Sonnenuntergang über der Kühlung ansehen.
Sehenswert: Bäderbahn Molli, Leuchtturm Buk, Heiligendamm
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5
Ostseebad Prerow · 2 Tage
Der Weststrand ist der wildeste Strand Deutschlands: Windflüchter, Treibholz, kein Kiosk. Du kommst nur zu Fuß oder mit dem Rad hin, vom Parkplatz an der L21 oder von Prerow aus über den Darßer Ort mit Leuchtturm. Ahrenshoop auf dem Weg ist das Künstlerdorf mit Steilküste.
Sehenswert: Leuchtturm Darßer Ort, Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, Ahrenshoop
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6
Stralsund · 1 Tag
Backsteingotik, Welterbe-Altstadt und das Ozeaneum am Hafen, das an einem Regentag einen ganzen Nachmittag füllt. Die Gorch Fock von 1933 liegt gegenüber. Von hier geht es über die Rügenbrücke auf die Insel.
Sehenswert: Ozeaneum, Altstädte von Stralsund und Wismar, Gorch Fock (Schiff, 1933)
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7
Ostseebad Binz · 2 Tage
Seebrücke, weiße Villen, dahinter das Jagdschloss Granitz. Von Binz aus erreichst du die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund: Parken beim Nationalpark-Zentrum Königsstuhl oder in Sassnitz und über den Hochuferweg laufen. Prora, der kilometerlange Betonblock, liegt gleich nördlich.
Sehenswert: Seebrücke Binz, Jagdschloss Granitz, Königsstuhl (Rügen)
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8
Heringsdorf · 2 Tage
Die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck hängen an einer zwölf Kilometer langen Promenade, die bis nach Swinemünde in Polen führt. Mit dem Rad bis zur Grenze und zurück, abends auf die Seebrücke. Der Hundestrand zwischen Heringsdorf und Bansin ist einer der größten an der Küste.
Sehenswert: Seebrücke Heringsdorf, Seebrücke Ahlbeck, Świnoujście
Warum an die Ostsee
Die Ostsee hat keine Gezeiten, kaum Salz und im Sommer Wasser, in dem man länger als fünf Minuten bleibt. Dazu kommt, was die Nordsee nicht bietet: Steilküsten, Buchenwälder bis an den Strand, Seebäder mit Bäderarchitektur und Boddengewässer, auf denen im Herbst zehntausende Kraniche rasten. Von der Flensburger Förde bis zur polnischen Grenze sind es gut 600 Straßenkilometer, und auf dieser Strecke wechselt der Charakter mehrfach: Die Förden Schleswig-Holsteins sind still und grün, die Lübecker Bucht ist Familienstrand, Mecklenburg ist Seebad und Alleen, Vorpommern ist Nationalpark, Kreide und Kaiserbäder.
Für Wohnmobile ist die Ostsee bequem: viele Stellplätze, kurze Etappen, flache Straßen. Der Preis dafür ist der Andrang. Rügen, Usedom und Fehmarn gehören zu den beliebtesten Reisezielen Deutschlands, und das merkst du im Juli und August an jeder Zufahrt.
Die Route in Kürze
Die Route beginnt in Glücksburg an der dänischen Grenze und folgt der Küste nach Osten. Nach dem Wasserschloss und der Halbinsel Holnis fährst du an der Schlei vorbei zur Kieler Förde, wo in Laboe das Marine-Ehrenmal und das U-Boot U 995 stehen. Eckernförde liegt auf dem Weg und lohnt den Kaffeestopp. Dann folgt Fehmarn: über die Sundbrücke auf die Insel, zwei Tage für Strände, Vogelreservat und Radrunde.
Hinter der Lübecker Bucht mit Travemünde beginnt Mecklenburg-Vorpommern. Kühlungsborn ist das Seebad mit der längsten Promenade, von hier fährt der Molli nach Bad Doberan. Weiter östlich kommt die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mit Prerow und dem Weststrand, einem der wenigen wirklich wilden Strände des Landes. Stralsund ist das städtische Zwischenspiel mit Welterbe-Altstadt und Ozeaneum, dann geht es über die Rügenbrücke nach Binz und zu den Kreidefelsen. Den Abschluss bilden die Kaiserbäder auf Usedom, wo die Promenade bis nach Polen reicht.
Wer weniger Zeit hat, teilt die Strecke: Flensburg bis Fehmarn als Wochenreise, oder Kühlungsborn bis Usedom. Beide Hälften stehen für sich.
Beste Zeit
Die Ostsee ist von Mai bis September gut, mit klaren Favoriten: Juni hat die längsten Tage und noch freie Plätze, September hat das wärmste Wasser des Jahres, ruhige Strände und Kranichzug auf dem Darß und bei Rügen. Juli und August sind Hochsaison, und das bedeutet an der Ostsee: Stellplätze in den Seebädern sind ab Mittag voll, die Rügenbrücke staut, und die Preise sind oben. Wer dann unterwegs ist, bleibt länger an einem Ort und fährt mit dem Rad.
Im Mai ist die Küste grün und leer, aber das Wasser hat selten mehr als 12 Grad. Oktober geht noch für Wanderer und Fotografen, dann schließen die ersten Plätze.
Mit Hund
Die Regeln sind in jedem Ort anders, aber das Muster ist gleich: In der Saison, meist vom 1. Mai bis 30. September, gehören Hunde an die Hundestrände, außerhalb der Saison dürfen sie an der Leine an fast alle Strände. Hundestrände gibt es fast überall, und einige sind richtig gut: Holnis bei Glücksburg hat Freilauf und einen Hundewald, Laboe hat einen eigenen Abschnitt, Fehmarn mehrere, und der Hundestrand zwischen Heringsdorf und Bansin auf Usedom gehört zu den größten an der Küste.
In den Nationalparks Jasmund (Kreidefelsen) und Vorpommersche Boddenlandschaft (Darß) gilt Leinenpflicht. Am Weststrand sind Hunde erlaubt, aber angeleint, und das ist auch sinnvoll: Der Strand liegt in der Kernzone, und im Herbst rasten dort Kraniche. Die Bäderbahnen und die meisten Fähren nehmen Hunde mit, oft mit Maulkorb oder in der Box, besser vorher fragen.
Fahren und Übernachten
Die Küste ist flach, die Straßen sind in Ordnung, und doch gibt es ein paar Dinge, die eine Ostseereise im Wohnmobil anders machen. Die erste ist die Fehmarnsundbrücke: Bei starkem Seitenwind wird sie für Gespanne und leere Lkw gesperrt, bei Sturm für alle. Wer mit Wohnwagen fährt, prüft vor der Überfahrt die Verkehrsmeldungen. Rund um Puttgarden läuft seit Jahren die Baustelle für den Fehmarnbelttunnel nach Dänemark, dort fahren Lkw und es gibt Umleitungen.
Die zweite ist der Verkehr. Die B105 und die B96 sind die einzigen Küstenstraßen, und im Sommer fährt dort jeder. Die Rügenbrücke bei Stralsund ist an Wochenenden in beide Richtungen eine Geduldsprobe, die Zufahrten auf den Darß und nach Usedom ebenso. Nach Usedom kommst du nur über zwei Brücken (Wolgast und Zecherin), die sich für den Schiffsverkehr öffnen und dann die Straße sperren.
Die dritte sind die Alleen. Mecklenburg-Vorpommern hat sie überall, und sie sind schön, aber schmal, und die Bäume stehen direkt an der Fahrbahn. Mit einem breiten Aufbau fährst du dort langsam und mittig, bei Gegenverkehr anhalten ist keine Schande.
Auf dem Darß führt keine Straße zum Weststrand oder zum Darßer Ort. Du parkst am Parkplatz an der L21 zwischen Ahrenshoop und Prerow oder in Prerow selbst und fährst Rad oder nimmst die Kutsche. Auch am Königsstuhl auf Rügen ist das Parken geregelt: Beim Nationalpark-Zentrum gibt es einen Wohnmobilplatz, alternativ parkst du in Sassnitz und läufst den Hochuferweg.
Stellplätze gibt es in jedem Badeort, oft als Großparkplatz mit Ver- und Entsorgung, in den Seebädern mit Kurtaxe. In Binz und Kühlungsborn ist das Übernachten auf normalen Parkplätzen verboten und wird kontrolliert, die ausgewiesenen Plätze sind groß, aber in der Saison früh belegt. Wer Ruhe will, weicht in die Boddendörfer oder ins Hinterland aus: Dort gibt es Hof- und Hafenplätze, bei denen man morgens Kraniche hört statt Nachbarn.
Quellen
Verkehrsmeldungen Schleswig-Holstein (Fehmarnsundbrücke), Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft, Kurverwaltungen der Seebäder (Hundestrände, Saisonzeiten). Stand Oktober 2026, Regeln vor Ort prüfen.