See · Deutschland, Österreich, Schweiz
Bodensee mit dem Wohnmobil
Ein See, drei Länder, eine Runde: Lindau, Bregenz, Konstanz, Stein am Rhein, Überlingen, Meersburg. Fähren statt Umwege, Radweg rundherum, Alpenblick bei Föhn.
Die Stationen
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1
Lindau · 1 Tag
Die Altstadt liegt auf einer Insel, Hafen mit Löwe und Leuchtturm, dahinter die Alpen. Das Wohnmobil bleibt in Zech, der Bus fährt alle halbe Stunde. Abends am Hafen sitzen, wenn die Tagesgäste weg sind; morgens früh ist der Hafen leer.
Sehenswert: Lindauer Hafen, Pfänder
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2
Bregenz · 1 Tag
Mit der Pfänderbahn hoch, das ist der beste Rundblick über den ganzen See. Im Juli und August laufen die Bregenzer Festspiele auf der Seebühne, dann ist die Stadt voll und die Plätze knapp, Karten lange vorher besorgen. Die Uferpromenade ist ein guter Abendspaziergang.
Sehenswert: Pfänder, Bregenzer Festspiele, Kunsthaus Bregenz
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3
Konstanz · 2 Tage
Die Fahrt am Schweizer Ufer über Rorschach und Arbon ist ruhiger als die deutsche Seite. Konstanz ist Altstadt, Münster und Hafen mit der Imperia; die Insel Mainau erreichst du mit dem Rad oder dem Schiff. Zwei Tage, weil Mainau und Reichenau beide einen halben Tag brauchen.
Sehenswert: Insel Mainau, Konstanzer Münster, Insel Reichenau
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4
Stein am Rhein · 1 Tag
Am Ausfluss des Untersees liegt das besterhaltene mittelalterliche Städtchen am See, Fassadenmalerei am Rathausplatz, Burg Hohenklingen darüber. Von hier sind es 20 km zum Rheinfall bei Schaffhausen, der größte Wasserfall Europas, am besten vormittags. Mit Franken oder Karte zahlen.
Sehenswert: Burg Hohenklingen, Rheinfall, Kloster Sankt Georgen (Stein am Rhein)
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5
Überlingen · 1 Tag
Kurstadt mit langer Uferpromenade, Münster und Stadtgarten. Auf dem Weg nach Osten liegen die Pfahlbauten in Unteruhldingen und die Wallfahrtskirche Birnau in den Weinbergen, beides mit dem Rad vom Stellplatz aus erreichbar. Freitags ist Wochenmarkt.
Sehenswert: Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, Basilika Birnau, Münster St. Nikolaus (Überlingen)
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6
Meersburg · 1 Tag
Burg, Neues Schloss, Weinberge bis ans Wasser: Meersburg ist klein, steil und voll. Das Wohnmobil bleibt oben an der B31, die Unterstadt ist zu Fuß in zehn Minuten erreicht. Abends Weinprobe im Staatsweingut, morgens die Fähre nach Konstanz beobachten.
Sehenswert: Burg Meersburg, Neues Schloss (Meersburg)
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7
Friedrichshafen · 1 Tag
Zeppelinstadt mit dem Zeppelin Museum am Hafen und, mit Glück, einem Zeppelin NT am Himmel. Die Stadt ist Industrie und Messe, nicht hübsch, aber die Uferpromenade und der Moleturm sind ein guter letzter Blick über den See. Von hier sind es 25 km zurück nach Lindau.
Sehenswert: Zeppelin Museum Friedrichshafen, Dornier Museum Friedrichshafen
Warum an den Bodensee
Der Bodensee ist das Reiseziel für Leute, die sich nicht entscheiden wollen. Du bekommst Städte mit Münster und Altstadt, Baden am Kiesufer, Berge gleich hinterm See, Wein, Obst und Fisch, drei Länder ohne eine einzige lange Fahrt. Die Runde um den See ist 160 km lang, der Radweg rundherum rund 260 km, und wo die Fahrt zu lang wird, fährst du mit der Fähre quer. Dazu kommt der Blick: an Föhntagen steht die Alpenkette hinter dem See, als wäre sie zehn Kilometer entfernt.
Was du wissen musst: Der See ist beliebt, auch bei Schweizern und Österreichern, und die Uferstellplätze sind nicht zahlreich. Im Sommer bist du einer von vielen. Wer früh kommt, in der Nebensaison fährt oder einen Platz zwei Nächte behält, hat deutlich mehr vom See als wer jeden Tag weiterzieht.
Die Route in Kürze
Die Runde beginnt in Lindau und läuft im Uhrzeigersinn: über Bregenz am Schweizer Ufer nach Konstanz, dann an den Untersee nach Stein am Rhein, zurück über die Halbinsel Bodanrück an das deutsche Nordufer nach Überlingen, Meersburg und Friedrichshafen. Wer die Runde nicht schließen will, fährt von Meersburg mit der Fähre zurück nach Konstanz und spart das Nordufer.
Die Etappen sind kurz, selten über 60 km. Das österreichische Stück ist mit Bregenz schnell erledigt, das Schweizer Ufer zwischen Rorschach und Kreuzlingen ist flach, ruhig und mit guten Campingplätzen direkt am Wasser. Konstanz ist der Angelpunkt: von dort aus liegen Mainau, Reichenau und der Untersee alle in Radreichweite, zwei Tage sind nicht zu viel. Stein am Rhein und der Rheinfall sind der Abstecher nach Westen, Überlingen bis Friedrichshafen das Weinufer mit Pfahlbauten und Birnau.
Wer nur ein Wochenende hat, nimmt Konstanz, Meersburg und die Fähre. Wer mehr Zeit hat, hängt den Hegau mit seinen Vulkankegeln oder das Allgäu an.
Beste Zeit
Der Bodensee ist von April bis Oktober ein Reiseziel. Baden geht ab Mitte Juni bis in den September, der See wird selten wärmer als 24 Grad. Mai und Juni sind die besten Monate: Obstblüte am Nordufer, lange Abende, die Plätze noch nicht voll. September bringt die Weinlese und ruhige, oft klare Tage mit Alpenblick.
Juli und August sind Hauptsaison. Bregenzer Festspiele, Seenachtfest in Konstanz, Seehasenfest in Friedrichshafen, dazu Ferien in Baden-Württemberg, Bayern, der Schweiz und Österreich: Die Uferstellplätze sind mittags belegt, die B31 steht. Wer dann kommt, bucht Campingplätze vor oder weicht ins Hinterland aus. April und Oktober sind leer, aber kühl, und viele Uferplätze haben noch oder schon geschlossen. Im Winter liegt Nebel über dem See, teilweise wochenlang.
Mit Hund
Am See ist der Hund willkommen, auf den Stellplätzen, in den Gartenwirtschaften, auf den Fähren und Ausflugsschiffen. Nur ans Wasser kommt er nicht überall: Die Strandbäder sind für Hunde gesperrt, dafür gibt es ausgewiesene Hundestrände in Lindau, Friedrichshafen, Überlingen und Konstanz und viele Uferwiesen außerhalb der Bäder, an denen niemand etwas sagt, solange keine Badegäste da sind. Die Insel Mainau nimmt Hunde an der Leine mit.
Länderunterschiede: In Österreich gilt in Bus und Bahn Maulkorbpflicht, in der Schweiz regeln die Kantone Leinenpflicht und Hundesteuer, und an der Grenze brauchst du den EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung. Die Schweiz lässt Hunde mit kupierten Ohren oder Rute nicht einreisen. Die Uferradwege sind im Sommer heiß und voll, mit dem Hund lieber früh oder abends laufen.
Fahren und Übernachten
Die Runde ist fahrerisch einfach, die Uferstraßen sind gut ausgebaut. Die Engstellen sind die Orte: Lindaus Insel ist für Wohnmobile gesperrt, Meersburg und Überlingen haben enge Altstädte, in Konstanz gibt es ausgewiesene Wohnmobilparkplätze nahe der Altstadt, die laut und teuer sind. Überall gilt: am Rand parken, mit Rad oder Bus hinein.
Zwei Autofähren queren den See. Konstanz-Meersburg fährt rund um die Uhr und nimmt alles mit, was auf die Straße darf; die Überfahrt dauert eine Viertelstunde und spart die Fahrt ums Westende. Friedrichshafen-Romanshorn verbindet das deutsche mit dem Schweizer Ufer. Der Grenzverkehr ist unspektakulär, aber die Regeln ändern sich: In der Schweiz brauchst du die Vignette nur, wenn du Autobahn fährst, mit über 3,5 t aber die Schwerverkehrsabgabe für jeden Tag im Land. In Österreich ist das Stück A14 von der Grenze bis Hohenems vignettenfrei, Stand Oktober 2026, alles weitere steht in den Steckbriefen Schweiz und Österreich.
Übernachten: Rund um den See gibt es Stellplätze und Campingplätze, viele direkt am Wasser, die besten am Schweizer Ufer und am Untersee. Freistehen ist in allen drei Ländern am Seeufer nicht drin, das wird kontrolliert. Im Sommer vor 14 Uhr ankommen oder vorbuchen; die kommunalen Stellplätze in Überlingen, Friedrichshafen und Konstanz füllen sich zuerst. Die Gästekarten vieler Orte enthalten den Nahverkehr, das macht das Parken am Rand günstiger als jede Innenstadtfahrt.