Fluss · Deutschland

Altmühltal mit dem Wohnmobil

Deutschlands langsamster Fluss: Jurafelsen, Burgen, Fossilien, der Altmühltal-Radweg am Ufer und am Ende der Donaudurchbruch bei Weltenburg. Flach, ruhig, familientauglich.

Roadtrip hierher planen
RadfahrenBurgen & GeschichteNatur & AussichtMit KindernWein & Genuss 4 bis 6 Tage 101 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Gunzenhausen · 1 Tag

    Einstieg an der oberen Altmühl zwischen Altmühlsee und Brombachsee. Die Seen sind künstlich, aber warm, flach und mit Radwegen rundherum, die Stellplätze liegen direkt am Wasser. Mit Kindern lohnt der Brombachsee, die Vogelinsel im Altmühlsee ist ein stilles Naturschutzgebiet.

    Sehenswert: Altmühlsee, Großer Brombachsee

    Plätze rund um Gunzenhausen

  2. 2

    Solnhofen · 1 Tag

    Die Steinbrüche, in denen der Archaeopteryx gefunden wurde. Im Besucher-Steinbruch klopfst du selbst nach Fossilien, Hammer und Meißel gibt es vor Ort, im Museum liegt das Original. Die Zwölf Apostel, eine Felsgruppe über der Altmühl, sind ein kurzer Spaziergang von der Straße.

    Sehenswert: Museum Solnhofen, Zwölf Apostel (Solnhofen)

    Plätze rund um Solnhofen

  3. 3

    Eichstätt · 1 Tag

    Barocke Bischofsstadt im Tal, Willibaldsburg darüber mit dem Jura-Museum und dem Bastionsgarten. Die Altstadt ist klein, der Markt am Samstag der richtige Zeitpunkt. Das Wohnmobil parkt am Ortsrand, die Zufahrt zur Burg ist mit großem Fahrzeug mühsam, zu Fuß sind es zwanzig Minuten.

    Sehenswert: Willibaldsburg, Eichstätter Dom, Jura-Museum Eichstätt

    Plätze rund um Eichstätt

  4. 4

    Kipfenberg · 1 Tag

    Burg über dem Markt, geografischer Mittelpunkt Bayerns und der Limes, der hier die Altmühl querte. Das Römer- und Bajuwaren-Museum in der Burg erklärt, warum. Guter Platz für einen ruhigen Nachmittag, der Ort ist winzig, der Stellplatz an der Altmühl.

    Sehenswert: Burg Kipfenberg, Obergermanisch-Raetischer Limes

    Plätze rund um Kipfenberg

  5. 5

    Beilngries · 1 Tag

    Wo Altmühl und Main-Donau-Kanal zusammentreffen. Hübsche Altstadt mit Stadtmauer und Türmen, Schloss Hirschberg oben am Hang, Biergärten am Kanal. Ab hier begleitet der Kanal den Fluss, die Schleusen sind ein Hingucker für Kinder.

    Sehenswert: Schloss Hirschberg (Beilngries), Main-Donau-Kanal

    Plätze rund um Beilngries

  6. 6

    Riedenburg · 1 Tag

    Drei Burgen auf einen Ort: Rosenburg mit Falkenhof und Flugvorführungen, dazu die Ruinen Tachenstein und Rabenstein. Flussabwärts liegt Burg Prunn auf dem Felsen, eine der besterhaltenen Ritterburgen Bayerns, und die Holzbrücke bei Essing. Alles vom Stellplatz aus per Rad erreichbar.

    Sehenswert: Rosenburg (Riedenburg), Burg Prunn, Tatzelwurm (Brücke)

    Plätze rund um Riedenburg

  7. 7

    Kelheim · 2 Tage

    Die Altmühl mündet in die Donau, die Befreiungshalle steht auf dem Berg darüber. Der eigentliche Grund für zwei Tage ist der Donaudurchbruch: mit dem Schiff nach Weltenburg, Klosterbier im Innenhof, zu Fuß über den Höhenweg zurück. Der Stellplatz liegt 600 m vom Anleger.

    Sehenswert: Befreiungshalle, Donaudurchbruch bei Weltenburg, Kloster Weltenburg

    Plätze rund um Kelheim

Warum ins Altmühltal

Die Altmühl ist der langsamste Fluss Deutschlands, und das Tal ist genauso: Jurafelsen, Wacholderheiden mit Schafen, Burgen auf jedem zweiten Hügel und ein Radweg, der flach genug für Kinder und Anfänger ist. Niemand fährt ins Altmühltal, um etwas Spektakuläres zu sehen. Man fährt hin, weil es sich gut anfühlt: kurze Etappen, Biergärten am Wasser, Stellplätze, die nicht voll sind, und am Ende der Donaudurchbruch, der dann doch spektakulär ist.

Dazu kommt ein Thema, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen packt: Fossilien. Die Plattenkalke von Solnhofen und Eichstätt haben den Archaeopteryx hervorgebracht, und in den Besuchersteinbrüchen klopfst du selbst nach Ammoniten und Fischen. Das ist kein Werbegag, sondern ein verlässlicher halber Tag, auch bei Regen.

Die Route in Kürze

Flussabwärts von Gunzenhausen bis Kelheim, rund 150 km Talstraße. Gunzenhausen und das Fränkische Seenland sind der Badeeinstieg mit Altmühlsee und Brombachsee. Ab Treuchtlingen beginnt das enge Tal mit Pappenheim und Solnhofen und den Steinbrüchen. Eichstätt ist die einzige echte Stadt am Fluss, barock und klein. Kipfenberg und Beilngries sind die stillen Stationen mit Burg und Limes, ab Beilngries kommt der Main-Donau-Kanal dazu. Riedenburg ist das Burgenzentrum mit Prunn und Rosenburg, Kelheim der Schluss mit Befreiungshalle und Donaudurchbruch.

Der Planer dreht die Richtung um, wenn Kelheim näher an deinem Start liegt; das Tal funktioniert in beiden Richtungen, nur der Radweg hat flussabwärts weniger Gegenwind. Wer mehr Zeit hat, fährt von Kelheim nach Regensburg, 30 km, oder die Donau hinab. Wer weniger Zeit hat, beginnt in Eichstätt.

Beste Zeit

April bis Oktober. Das Tal liegt tief und ist früh warm; schon im April kannst du radeln und Fossilien suchen, die Wacholderheiden blühen im Mai. Juni und September sind die besten Monate mit Radwetter und offenen Biergärten. Juli und August sind am Brombachsee Hochsaison mit vollen Stellplätzen, die Altmühl selbst bleibt auch dann entspannt, weil sie keine Alpen und kein Meer hat, die Massen anziehen.

Die Schiffe durch den Donaudurchbruch fahren von Mitte März bis Anfang November, die Falkenhof-Vorführungen auf der Rosenburg und die Besuchersteinbrüche haben ähnliche Saisonzeiten. Im Oktober liegt im Tal oft Nebel, oben auf der Hochfläche ist es dann sonnig. Im Winter schließen die meisten Stellplätze.

Mit Hund

Das Altmühltal ist flach, schattig und wassernah, also ideal für Hunde, die mit dem Rad laufen oder lange Spaziergänge mögen. Leinenpflicht gilt in den Naturschutzgebieten der Wacholderheiden, wo Schafherden weiden, und am Altmühlsee rund um die Vogelinsel. Die Seen im Fränkischen Seenland haben ausgewiesene Hundestrände, die Altmühl selbst hat an vielen Stellen flache Kiesufer, an denen niemand etwas gegen einen badenden Hund hat.

Die Schiffe durch den Donaudurchbruch nehmen Hunde an der Leine mit, die Burgen ebenfalls, die Falkenhof-Vorführung auf der Rosenburg nicht, aus naheliegenden Gründen. In den Besuchersteinbrüchen ist der Hund an der Leine erlaubt, aber die scharfkantigen Platten sind nichts für Pfoten; lieber einen von euch mit dem Hund draußen warten lassen.

Fahren und Übernachten

Die Talstraßen sind schmal, aber unproblematisch; zwischen Felsen und Radweg bleibt oft nur eine Spur je Richtung, Tempo 60 ist realistisch, und du teilst die Straße mit Radfahrern, Traktoren und Kanuanhängern. Die Altstädte von Eichstätt, Beilngries und Kelheim sind eng, die Stellplätze liegen überall am Rand, meist an der Altmühl, meist fußläufig. Keine Maut, keine Plakette, keine Pässe.

Der Donaudurchbruch braucht Planung. Das Kloster Weltenburg hat keinen Parkplatz für Wohnmobile, die Zufahrt ist eng. Der richtige Weg ist der Stellplatz in Kelheim, von dort 600 m zum Anleger und mit dem Schiff durch die Enge, 50 Minuten flussaufwärts. Zurück geht es per Schiff in 25 Minuten oder zu Fuß über den Höhenweg in zwei Stunden. An Sommerwochenenden stehst du am Anleger an, unter der Woche nicht.

Stellplätze gibt es an jeder Station, oft kommunal, günstig und mit Entsorgung, viele direkt am Fluss. Dazu kommen Campingplätze mit Kanuverleih; eine Paddeltour auf der Altmühl ist auch für Anfänger machbar, die Strömung ist kaum spürbar. Freistehen ist an den Wanderparkplätzen und am Fluss nicht erlaubt, wird aber selten zum Problem, weil die Stellplätze genug Platz haben. Wer den Radweg abschnittsweise fahren will, lässt das Wohnmobil zwei Nächte stehen und nimmt die Bahn zurück, die Altmühltalbahn hält zwischen Treuchtlingen und Eichstätt an fast jedem Ort. Mehr zu Plakette und Tempolimits im Steckbrief Deutschland.