Region · Deutschland

Eifel mit dem Wohnmobil

Vulkane, Maare, Burgen und der Nürburgring: ein rauer Mittelgebirgsrücken zwischen Rhein, Mosel und Belgien, in dem man im Kratersee badet und abends keine Menschen trifft.

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Die Stationen

  1. 1

    Monschau · 1 Tag

    Fachwerkstadt im engen Rurtal mit dem Roten Haus, der Burg und einer Senfmühle, die noch mahlt. Am Rand parken und zu Fuß ins Tal, mit dem Wohnmobil hast du dort nichts verloren. Das Hohe Venn mit seinen Bohlenwegen durchs Hochmoor liegt zehn Minuten entfernt, schon in Belgien.

    Sehenswert: Rotes Haus (Monschau), Burg Monschau, Hohes Venn

    Plätze rund um Monschau

  2. 2

    Heimbach · 1 Tag

    Das Tor zum Nationalpark Eifel: Burg Hengebach über dem Ort, Rursee davor, Schifffahrt bis Rurberg. Der Wilde Kermeter ist der barrierefreie Nationalpark-Rundweg mit Blick über den See. Die Abtei Mariawald liegt im Wald darüber.

    Sehenswert: Rurtalsperre, Burg Hengebach, Nationalpark Eifel

    Plätze rund um Heimbach

  3. 3

    Bad Münstereifel · 1 Tag

    Stadtmauer, vier Tore, Fachwerk und mitten drin Outlets, das ist seit 2014 das Konzept. Zehn Kilometer südlich steht das Radioteleskop Effelsberg mit 100 Metern Durchmesser, vom Besucherpavillon aus siehst du es schwenken. Die Kakushöhle bei Mechernich ist ein kurzer Abstecher.

    Sehenswert: Radioteleskop Effelsberg, Kakushöhle

    Plätze rund um Bad Münstereifel

  4. 4

    Adenau · 1 Tag

    Die Nordschleife beginnt am Ortsrand. An Touristenfahrten darfst du mit dem Wohnmobil nicht teilnehmen, aber zuschauen: Am Brünnchen oder am Pflanzgarten stehen die Fans am Zaun. Die Nürburg darüber ist Ruine mit Rundblick, die Hohe Acht der höchste Berg der Eifel mit Turm.

    Sehenswert: Nürburgring, Nürburg (Burg), Hohe Acht

    Plätze rund um Adenau

  5. 5

    Mendig · 1 Tag

    Der Laacher See ist der größte Vulkansee Deutschlands, am Ufer blubbert noch Kohlendioxid aus dem Boden. Die Abtei Maria Laach mit romanischer Kirche steht direkt am Wasser, der Rundweg um den See dauert zwei Stunden. In Mendig führen Lavakeller tief unter die Stadt.

    Sehenswert: Laacher See, Abtei Maria Laach

    Plätze rund um Mendig

  6. 6

    Daun · 2 Tage

    Die drei Dauner Maare liegen in Sichtweite: Im Gemündener und im Schalkenmehrener Maar wird gebadet, das Weinfelder Maar ist Naturschutz und nur zum Anschauen. Der Maare-Mosel-Radweg startet hier auf alter Bahntrasse, flach und ohne Autos bis nach Bernkastel. Zwei Tage reichen für Baden, Radeln und einen Blick in den Wildpark.

    Sehenswert: Gemündener Maar, Weinfelder Maar, Schalkenmehrener Maar

    Plätze rund um Daun

  7. 7

    Manderscheid · 1 Tag

    Zwei Burgen, Ober- und Niederburg, stehen sich über dem Liesertal gegenüber, der Blick vom Kaisertempelchen ist der klassische. Das Meerfelder Maar ist das größte der Eifel mit Dorf am Ufer. Die Lieserpfad-Etappe von hier nach Daun ist eine der schönsten Tageswanderungen der Eifel.

    Sehenswert: Manderscheider Burgen, Meerfelder Maar

    Plätze rund um Manderscheid

  8. 8

    Gerolstein · 1 Tag

    Die Gerolsteiner Dolomiten sind Kalkriffe aus dem Devon, dazu die Burgruine, das Buchenloch als eiszeitliche Höhle und das Mineralwasser, das den Ort berühmt gemacht hat. Von hier sind es 30 Minuten nach Trier oder an die Mosel, wenn du die Reise fortsetzen willst.

    Sehenswert: Gerolsteiner Dolomiten, Burg Gerolstein, Buchenloch

    Plätze rund um Gerolstein

Warum in die Eifel

Die Eifel ist das unterschätzte Mittelgebirge Deutschlands. Sie liegt zwischen Rhein, Mosel und Belgien, hat über 350 Vulkane, von denen der letzte vor 13.000 Jahren ausgebrochen ist, und Kraterseen, die Maare, in denen du baden kannst. Dazu Burgen über engen Tälern, ein Nationalpark mit Rursee und Buchenwald, ein Hochmoor an der belgischen Grenze und die berühmteste Rennstrecke der Welt. Und trotzdem ist sie leer: Außer an Rennwochenenden und in den Sommerferien triffst du auf den Wegen und Plätzen kaum jemanden.

Für Wohnmobilfahrer ist die Eifel eine Region zum Fahren und Bleiben. Die Straßen sind breit und wenig befahren, die Dörfer haben Hofplätze und kommunale Stellplätze, und zwischen zwei Stationen liegen selten mehr als 40 Kilometer. Was fehlt, ist der Trubel, und das ist der Punkt.

Die Route in Kürze

Die Route führt von Nordwesten nach Südosten durch die Eifel. Monschau an der belgischen Grenze ist der Einstieg: Fachwerk im Rurtal, Senfmühle, und das Hohe Venn nebenan. Heimbach ist das Tor zum Nationalpark Eifel mit dem Rursee. Bad Münstereifel mit dem Radioteleskop Effelsberg schließt die Nordeifel ab, dann geht es in die Hocheifel: Adenau mit dem Nürburgring, der Nürburg und der Hohen Acht.

Mendig mit dem Laacher See ist der Abstecher nach Osten, der sich lohnt, weil der See und die Abtei zum Schönsten der Region gehören. Dann folgt die Vulkaneifel: Daun mit den drei Maaren als Basis für zwei Tage, Manderscheid mit den beiden Burgen, Gerolstein mit Dolomiten und Mineralwasser. Von Gerolstein sind es 30 Minuten nach Trier oder an die Mosel, die Eifel verbindet sich gut mit beidem.

Beste Zeit

Mai bis Oktober, mit einer Besonderheit: Die Eifel liegt hoch. Die Hochebenen zwischen Adenau und Daun sind auf 500 bis 600 Metern, und dort ist es im Schnitt zwei, drei Grad kühler als an Rhein und Mosel, mit mehr Nebel und mehr Wind. Im Mai kann es noch frostig sein, im Oktober früh winterlich. Die beste Badezeit in den Maaren ist Juli und August, dann haben die Kraterseen 20 Grad und mehr.

Der Nürburgring prägt den Kalender. An Rennwochenenden, vor allem beim 24-Stunden-Rennen im Juni, sind alle Plätze im Umkreis von 30 Kilometern ausgebucht und die Straßen voll. Wer das nicht will, schaut vor der Planung auf den Veranstaltungskalender. Wer es will, bucht Monate vorher.

Mit Hund

Die Eifel ist gut mit Hund, mit klaren Regeln an den geschützten Stellen. Im Nationalpark Eifel gilt Leinenpflicht auf allen Wegen, und die Ranger sprechen das an. Die Rursee-Schiffe nehmen Hunde mit. Im Hohen Venn, das in Belgien liegt, gilt Leinenpflicht, und von den Bohlenwegen darf niemand runter, auch kein Hund.

Die Maare sind Naturschutzgebiete. Um das Meerfelder, das Pulver- und das Eckfelder Maar gilt Leinenpflicht, an den Badestellen des Gemündener und des Schalkenmehrener Maars sind Hunde in der Badesaison meist nicht ins Wasser erlaubt; die Schilder vor Ort sind verbindlich. Dafür gibt es in den Eifelbächen, an der Lieser, der Kyll und der Rur genug Stellen, an denen der Hund ins Wasser kann. Viele Campingplätze in der Eifel haben eingezäunte Freilaufflächen, das ist hier verbreiteter als anderswo.

Fahren und Übernachten

Die Eifel fährt sich leicht. Die B258 von Monschau über Blankenheim nach Adenau, die B257 und die B421 durch die Vulkaneifel sind breit, gut ausgebaut und oft leer. Was du spürst, sind die Höhen: Die Straßen steigen vom Rhein auf 600 Meter, und die Hochflächen sind windig. Bei Nebel und Glätte im Frühjahr und Herbst heißt das Vorsicht, im Winter Winterreifen, der Schnee kommt hier früher als unten.

Die Ausnahmen sind die Täler. Monschau liegt in einem engen Kessel, und die Altstadt ist für große Fahrzeuge nicht befahrbar; der Stellplatz liegt oben am Vennbad, die Zufahrt geht über den Burgring, nicht durch die Stadt. Im Nationalpark Eifel sind viele Straßen gesperrt, zum Rursee kommst du über die Randorte Rurberg, Einruhr und Heimbach, die Schifffahrt verbindet sie. Die Maare haben ausgewiesene Parkplätze, an den Ufern ist Übernachten verboten und wird kontrolliert.

Der Nürburgring hat eigene Regeln. Bei Touristenfahrten darf jeder mit einem zugelassenen Fahrzeug auf die Nordschleife, aber Fahrzeuge, die keine 130 km/h schaffen, sind ausgeschlossen, und ein Wohnmobil gehört dort ohnehin nicht hin. Zuschauen kannst du kostenlos an den bekannten Streckenpunkten, Brünnchen und Pflanzgarten sind die Klassiker, oder vom Stellplatz direkt am Ring, von dem du zu Fuß ins Fahrerlager kommst.

Stellplätze sind in der Eifel reichlich: kommunale Plätze in fast jedem Ort, Hofplätze, Plätze an Bädern und Seen, dazu Campingplätze an Rursee, Laacher See und den Maaren. Außerhalb der Rennwochenenden und der Sommerferien findest du immer etwas, oft ohne Reservierung. Wer am Laacher See stehen will, hat die Wahl zwischen dem Campingplatz am Ufer und den Stellplätzen in Mendig; direkt am See frei stehen geht nicht, die Abtei und der Naturschutz achten darauf.

Quellen

Nationalparkverwaltung Eifel (Leinenpflicht), Kreisverwaltung Vulkaneifel (Regeln an den Maaren), Nürburgring (Touristenfahrten, Veranstaltungskalender). Stand Oktober 2026.