Region · Deutschland

Spreewald und Brandenburg mit dem Wohnmobil

Kahn statt Auto: Der Spreewald ist ein Labyrinth aus Fließen, Wiesen und Erlenwald, in dem die Post per Boot kommt. Dazu Potsdam mit Sanssouci als Abstecher und Cottbus mit dem Pücklerpark.

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Die Stationen

  1. 1

    Potsdam · 2 Tage

    Sanssouci ist Schloss, Park und Welterbe, und der Park ist so groß, dass du mit dem Rad hineinfährst. Dazu das Holländische Viertel, Cecilienhof mit der Potsdamer Konferenz, die Seen rundherum. Zwei Tage reichen knapp. Stellplätze am Park und am Stadtrand, von dort mit Bus oder Rad.

    Sehenswert: Schloss Sanssouci, Park Sanssouci, Holländisches Viertel

    Plätze rund um Potsdam

  2. 2

    Lübben (Spreewald) · 1 Tag

    Die kleinere Spreewaldstadt mit Schloss, Schlossinsel und Kahnhäfen, ruhiger als Lübbenau und mit Paddelstrecken in den Unterspreewald. Hier ein Kanu leihen und einen halben Tag die Fließe selbst fahren, das ist etwas anderes als der Kahn mit Fährmann.

    Sehenswert: Schloss Lübben

    Plätze rund um Lübben (Spreewald)

  3. 3

    Lübbenau/Spreewald · 2 Tage

    Das Zentrum: Am Großen Hafen legen die Kähne ab, nach Lehde dauert die Fahrt eine Stunde, dort zeigt das Freilandmuseum, wie die Spreewälder lebten. Früh am Morgen fahren oder unter der Woche, dann sind die Fließe still. Der zweite Tag gehört dem Rad: nach Lehde, Leipe, Raddusch über die Gurkenradweg-Schleifen.

    Sehenswert: Freilandmuseum Lehde, Spreewald

    Plätze rund um Lübbenau/Spreewald

  4. 4

    Straupitz · 1 Tag

    Die Holländerwindmühle ist die letzte Dreifachmühle Europas: Sie mahlt Korn, sägt Holz und presst Leinöl, und das Öl kannst du dort kaufen. Die Dorfkirche hat Schinkel entworfen. Straupitz liegt am Rand des Oberspreewalds, Kahnfahrten ab dem Hafen sind ruhig und ohne Wartezeit.

    Sehenswert: Holländerwindmühle Straupitz, Dorfkirche Straupitz

    Plätze rund um Straupitz

  5. 5

    Burg (Spreewald) · 1 Tag

    Das größte Streusiedlungsdorf Deutschlands, verteilt über Fließe und Wiesen, mit Bismarckturm zum Hochsteigen und der Spreewald-Therme mit Solebad. Burg ist das sorbisch-wendische Herz der Region, am Hafen hörst du die Fährleute auf Niedersorbisch grüßen. Gute Basis für Radrunden durch den Oberspreewald.

    Sehenswert: Bismarckturm (Burg (Spreewald))

    Plätze rund um Burg (Spreewald)

  6. 6

    Cottbus · 1 Tag

    Der Branitzer Park des Fürsten Pückler ist Landschaftskunst mit zwei Erdpyramiden, in einer liegt der Fürst begraben. Schloss Branitz und das Staatstheater im Jugendstil sind die Stadtziele. Von Cottbus aus ist der Lausitzer Seenland-Tagebau eine halbe Stunde entfernt, wenn du noch Zeit hast.

    Sehenswert: Branitzer Park, Schloss Branitz, Staatstheater Cottbus

    Plätze rund um Cottbus

Warum in den Spreewald

Der Spreewald ist eine Landschaft, die es so nur einmal gibt: Die Spree teilt sich südöstlich von Berlin in hunderte Fließe, die sich durch Erlenwald und Wiesen ziehen, und dazwischen liegen Dörfer, zu denen keine Straße führt. In Lehde kommen Post, Müllabfuhr und Feuerwehr per Kahn. Die Sorben und Wenden, die hier seit über tausend Jahren leben, haben ihre Sprache, ihre Trachten und ihre Küche bewahrt, und das Leinöl mit Quark und die Gurken sind kein Folklore-Programm, sondern Alltag. Seit 1991 ist das Ganze Biosphärenreservat.

Für Wohnmobilfahrer ist der Spreewald eine Region, in der das Fahrzeug stehen bleibt. Du kommst an, stellst dich an den Hafen, und dann geht es mit Kahn, Paddelboot und Rad weiter. Dazu kommt Potsdam als Abstecher: Sanssouci und die Parks sind eine Stunde entfernt und eine Reise für sich, und wer aus dem Westen anreist, fährt ohnehin daran vorbei.

Die Route in Kürze

Die Route beginnt in Potsdam mit zwei Tagen für Sanssouci, das Holländische Viertel und Cecilienhof. Dann geht es über die A13 in den Spreewald: Lübben ist die stillere Stadt mit Schloss und Paddelstrecken in den Unterspreewald, Lübbenau das Zentrum mit dem Großen Hafen und der Kahnfahrt nach Lehde. Zwei Tage in Lübbenau, einer für den Kahn, einer für das Rad. Dann in den Oberspreewald: Straupitz mit der Dreifachmühle, Burg als sorbisches Streusiedlungsdorf mit Therme, und Cottbus mit dem Branitzer Park als Abschluss.

Zwischen den Spreewaldstationen liegen 10 bis 25 Kilometer, zwischen Potsdam und Lübben gut 100. Wer Potsdam schon kennt oder keine Zeit hat, lässt es weg und hat vier Tage Spreewald. Wer länger bleibt, hängt das Lausitzer Seenland südlich von Cottbus an, wo aus Tagebauen Badeseen geworden sind.

Beste Zeit

Mai, Juni und September sind die besten Monate: warm genug für den Kahn, die Fließe ruhig, die Mücken erträglich. Im Juli und August ist der Spreewald das Ausflugsziel Berlins, und das merkst du in Lübbenau an Wochenenden: Die Parkplätze am Hafen sind ab Vormittag voll, die Kähne fahren mit Wartezeit, in Lehde drängeln sich die Gruppen. Unter der Woche und früh am Morgen ist es anders, dann liegt Nebel auf den Fließen und die Fährleute haben Zeit zum Reden.

Der Oktober ist ein Geheimtipp: Erlen und Eichen färben sich, die Gurkenernte ist vorbei, und die Kähne fahren noch. Im Winter gibt es Kahnfahrten mit Glühwein und Decken, wenn die Fließe zugefroren sind, kann man schlittschuhlaufen, aber die Plätze sind dann weitgehend zu.

Mit Hund

Der Spreewald ist mit Hund gut machbar, aber mit Rücksicht. Auf den Kähnen sind Hunde bei den meisten Fährleuten erlaubt, an der Leine, auf dem Boden, manchmal gegen kleinen Aufpreis; frag am Hafen vorher, dann weißt du, welcher Kahn dich nimmt. Im Paddelboot ist der Hund nur sinnvoll, wenn er ruhig sitzt, die Fließe sind schmal und die Ufer steil.

Im Biosphärenreservat gilt Leinenpflicht auf den Wegen, und die meisten Wiesen sind Weideland mit Rindern und Pferden. Baden ist in den Fließen nicht erlaubt, in den Badeseen rundherum schon, aber im Hochsommer bilden sich in stehenden Gewässern Blaualgen, die für Hunde giftig sind; vor dem Baden hinsehen. Mücken und Bremsen sind von Juni bis August am Wasser lästig, abends vor allem. In Potsdam gilt in allen Parks der Schlösserstiftung Leinenpflicht, und die Parkwächter sprechen das an.

Fahren und Übernachten

Die Anreise ist einfach: Die A13 von Berlin nach Dresden hat Abfahrten für Lübben, Lübbenau und Vetschau, von dort sind es wenige Kilometer. Die Nebenstraßen im Spreewald haben Kopfsteinpflaster und Alleen, die Bäume stehen dicht an der Fahrbahn, und die Dörfer sind eng. Nach Lehde, Leipe und in den Inneren Spreewald führt keine Straße; das Wohnmobil bleibt in Lübbenau, Lübben oder Burg, und du wechselst auf Kahn oder Rad.

In Lübbenau gibt es mehrere Stellplätze im Hafenviertel, von denen du zu Fuß zu den Kähnen kommst, dazu einen Campingplatz am Schlosspark. Alle sind an Sommerwochenenden früh belegt. Lübben und Burg haben ebenfalls Plätze am Hafen, ruhiger und mit Kahnfahrten direkt vor der Tür. In den Dörfern des Oberspreewalds stehen Hofplätze, die niemandem im Weg sind. Frei stehen ist im Biosphärenreservat verboten und wird kontrolliert, Parkplätze an den Häfen sind nachts gesperrt.

Potsdam ist der Sonderfall. Die Innenstadt und die Umgebung der Parks haben Parkverbote für Wohnmobile, und die Straßen um Sanssouci sind eng und voll. Es gibt Stellplätze direkt an den Parks (an der Historischen Mühle und am Neuen Palais), die tagsüber praktisch und nachts einfach sind, und einen großen Campingplatz am Templiner See am Stadtrand, von dem du mit Bus oder Rad in die Stadt kommst. Das Rad ist in Potsdam ohnehin das richtige Verkehrsmittel: Der Park Sanssouci ist drei Kilometer lang, und die Schlösser liegen weit auseinander.

Der Gurkenradweg verbindet alle Spreewaldstationen auf 260 Kilometern in mehreren Schleifen, flach, meist asphaltiert, oft am Wasser. Wer Räder dabei hat, braucht das Wohnmobil im Spreewald nur zum Schlafen.

Quellen

Biosphärenreservat Spreewald (Leinenpflicht, Befahrensregeln), Kahnfährhäfen Lübbenau und Burg (Hundemitnahme), Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (Parkordnung Sanssouci). Stand Oktober 2026.