Fluss · Deutschland

Mittelrhein mit dem Wohnmobil

65 Kilometer Welterbe zwischen Bingen und Koblenz: 40 Burgen, die Loreley, Weinberge über dem Strom und keine einzige Brücke, dafür Fähren.

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Die Stationen

  1. 1

    Rüdesheim am Rhein · 1 Tag

    Drosselgasse, Weinstuben, Seilbahn zum Niederwalddenkmal mit Blick auf Bingen und den Beginn des Tals. Rüdesheim ist voll, auch unter der Woche; der Stellplatz liegt am Ufer. Kloster Eberbach im Rheingau ist eine halbe Stunde entfernt und lohnt den Umweg.

    Sehenswert: Drosselgasse, Niederwalddenkmal, Kloster Eberbach

    Plätze rund um Rüdesheim am Rhein

  2. 2

    Bingen am Rhein · 1 Tag

    Gegenüber von Rüdesheim, mit Fähre verbunden, ruhiger und günstiger. Der Mäuseturm steht auf der Insel vor dem Binger Loch, Burg Klopp über der Stadt, das Museum am Strom erzählt von Hildegard von Bingen. Hier beginnt das Welterbe.

    Sehenswert: Mäuseturm, Burg Klopp

    Plätze rund um Bingen am Rhein

  3. 3

    Bacharach · 1 Tag

    Fachwerk, Stadtmauer, die Wernerkapelle als gotische Ruine und die Burg Stahleck darüber, heute Jugendherberge mit dem besten Blick. Gegenüber auf der Insel liegt die Pfalzgrafenstein, die Zollburg im Strom, Fähre ab Kaub. Bacharach ist eng, Stellplatz am Ufer.

    Sehenswert: Stahleck, Wernerkapelle (Bacharach), Burg Pfalzgrafenstein

    Plätze rund um Bacharach

  4. 4

    Oberwesel · 1 Tag

    Die Stadt der Türme: 16 Wehrtürme, eine fast komplette Stadtmauer, auf der du laufen kannst, und die Liebfrauenkirche mit rotem Sandstein. Die Schönburg über dem Ort ist Hotel und Burg, der Weg hinauf dauert eine halbe Stunde. Von hier der Rheinsteig oder Rheinburgenweg nach Sankt Goar.

    Sehenswert: Liebfrauenkirche (Oberwesel)

    Plätze rund um Oberwesel

  5. 5

    Sankt Goar · 1 Tag

    Burg Rheinfels ist die größte Burgruine am Rhein, zwei Stunden mit Gängen und Kasematten. Gegenüber liegt Sankt Goarshausen mit Burg Katz und der Loreley, mit der Fähre fünf Minuten. Aufs Loreley-Plateau mit dem Rad oder Bus, oben Aussicht und Kulturpark.

    Sehenswert: Burg Rheinfels, Loreley, Burg Katz

    Plätze rund um Sankt Goar

  6. 6

    Boppard · 1 Tag

    Die größte Rheinschleife, der Bopparder Hamm, liegt vor der Stadt; vom Vierseenblick über der Stadt wirkt der Rhein wie vier Seen. Sesselbahn hinauf, zu Fuß zurück. Boppard hat die längste Rheinpromenade und einen Stellplatz am Ufer, von dem du alles zu Fuß erreichst.

    Sehenswert: Vierseenblick, Bopparder Hamm, Sesselbahn Boppard

    Plätze rund um Boppard

  7. 7

    Koblenz · 1 Tag

    Am Deutschen Eck fließt die Mosel in den Rhein, die Seilbahn führt über den Strom zur Festung Ehrenbreitstein. Ein Tag für Festung, Altstadt und Ufer. Von hier geht es die Mosel hinauf oder weiter den Rhein hinunter.

    Sehenswert: Deutsches Eck, Festung Ehrenbreitstein

    Plätze rund um Koblenz

Warum an den Mittelrhein

Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz ist seit 2002 Welterbe, und wer einmal hindurchgefahren ist, versteht warum. Auf 65 Kilometern hat sich der Rhein durch das Schiefergebirge gegraben, und auf jedem Felssporn steht eine Burg, 40 insgesamt, dazu Zollstationen im Strom, Weinberge in Terrassen und Orte mit Stadtmauern, die seit dem Mittelalter nicht gewachsen sind. Die Loreley ist der berühmteste Felsen Deutschlands, und das Binger Loch war jahrhundertelang die gefährlichste Stelle für die Schifffahrt.

Dazu kommt eine Eigenheit: Zwischen Mainz und Koblenz gibt es keine einzige Brücke. Die beiden Ufer sind durch Fähren verbunden, und das prägt die Reise. Du wählst eine Seite, fährst sie hinunter und wechselst, wenn die andere Seite etwas hat, das du sehen willst. Für Wohnmobilfahrer ist das Tal kurz, bequem und dicht: Drei Tage reichen für das Wichtigste, fünf für alles.

Die Route in Kürze

Die Route beginnt in Rüdesheim auf der rechten Rheinseite, dem bekanntesten und vollsten Ort, mit der Drosselgasse und der Seilbahn zum Niederwalddenkmal. Mit der Fähre wechselst du nach Bingen am linken Ufer, wo das Welterbe beginnt. Dann folgt die B9 flussabwärts: Bacharach mit Burg Stahleck und der Pfalzgrafenstein im Strom, Oberwesel mit seinen Türmen, Sankt Goar mit Burg Rheinfels und der Loreley gegenüber. Boppard hat die große Rheinschleife und den Vierseenblick, Koblenz am Deutschen Eck ist der Schluss.

Die rechte Seite hat ebenfalls einiges: Assmannshausen mit Spätburgunder, Lorch, Kaub mit Burg Gutenfels, Sankt Goarshausen mit der Loreley, Braubach mit der Marksburg, der einzigen nie zerstörten Höhenburg am Rhein. Du kannst die Fähren nutzen, um beides zu sehen, oder den Rhein auf dem Hinweg links und auf dem Rückweg rechts fahren.

Beste Zeit

April bis Oktober, mit Favoriten im Mai, Juni und September. Das Tal ist im Sommer voll, aber weniger als die Mosel, weil es weniger Uferplätze hat und die Bahn viele abschreckt. September und Oktober sind Weinlese, mit Festen in jedem Ort und den Feuerwerken von ‚Rhein in Flammen‘, bei denen die Burgen angestrahlt werden und die Schiffe im Konvoi fahren. Dann musst du reservieren.

Im Winter sind viele Fähren eingeschränkt, die Burgen teils geschlossen, die Plätze zu. Hochwasser kommt am Rhein seltener überraschend als an der Mosel, aber die Uferplätze in Bacharach, Sankt Goar und Boppard liegen tief; bei steigendem Pegel werden sie geräumt.

Mit Hund

Der Mittelrhein ist entspannt mit Hund, mit einer deutlichen Grenze: Der Rhein ist nichts zum Baden. Die Strömung ist stark, der Schiffsverkehr dicht, und der Sog der Frachter zieht auch kräftige Hunde unter Wasser. Es gibt Kiesufer, an denen der Hund die Pfoten nass machen kann, aber Schwimmen lässt du ihn hier nicht.

Die Promenaden sind lang und flach, in den Orten gilt Leinenpflicht. Auf die Burgen darf der Hund in der Regel nicht hinein, auf Rheinfels und Marksburg nicht, die Außenanlagen und Wege sind frei. Die Fähren nehmen Hunde mit, die Sesselbahnen in Boppard und Rüdesheim meist auch, vorher fragen. Die Weinberge über dem Tal sind im Sommer heiß und schattenlos, dort läuft der Hund früh am Morgen. Der Rheinsteig und der Rheinburgenweg sind gute Hundewanderwege, aber steil.

Fahren und Übernachten

Die B9 am linken und die B42 am rechten Ufer sind breite, gut ausgebaute Bundesstraßen, auf denen ein Wohnmobil keine Probleme hat. An Sommerwochenenden sind sie Ausflugsstrecken, mit Motorrädern und Stau an den Fähranlegern. Eng wird es in den Orten: Bacharach, Oberwesel und Sankt Goar haben Stadtmauern mit Toren, durch die ein Kastenwagen gerade passt, die Altstädte dahinter sind für Wohnmobile nichts. Die Stellplätze liegen am Ufer, außerhalb der Mauern.

Die Fähren sind das Besondere. Bingen–Rüdesheim, Lorch–Niederheimbach, Kaub–Engelsburg, Sankt Goar–Sankt Goarshausen und Boppard–Filsen verbinden die Ufer, meist im Viertelstundentakt bis spät abends. Sie nehmen Wohnmobile mit, mit einer Ausnahme, die du prüfen musst: Die Fähre Bingen–Rüdesheim war wegen einer Baustelle zuletzt auf Fahrzeuge bis 6 Meter Länge beschränkt. Ob das noch gilt, sagt dir der Betreiber. Im Zweifel nimmst du die Fähre in Sankt Goar, die groß ist und alles mitnimmt.

Die Bahn ist das Thema, über das jeder spricht, der am Rhein übernachtet hat. Auf beiden Ufern fahren Güterzüge rund um die Uhr, die Strecke gehört zu den meistbefahrenen Europas. Stellplätze, die direkt an der Bahn liegen, sind laut; die Plätze am Ufer sind meist von den Gleisen durch die Straße getrennt, aber hörbar bleibt es. Ohrstöpsel mitnehmen oder einen Platz etwas abseits suchen.

Stellplätze gibt es in fast jedem Ort am Ufer, kommunal und oft einfach, mit Ver- und Entsorgung, dazu Campingplätze in Bacharach, Sankt Goar, Boppard und Koblenz. Im Vergleich zur Mosel sind es weniger Plätze, und sie sind an Wochenenden ab Mittag voll. Die Loreley hat auf dem Plateau einen großen Parkplatz, auf den Wohnmobile hinauffahren dürfen; übernachten darfst du dort nicht, der nächste Stellplatz liegt unten in Sankt Goarshausen.

Quellen

Bingen-Rüdesheimer Fähr- und Schiffahrtsgesellschaft (Längenbeschränkung), Welterbe Oberes Mittelrheintal (Burgen, Hundemitnahme), Romantischer Rhein Tourismus (Rhein in Flammen). Stand Oktober 2026.