Fluss · Deutschland, Luxemburg

Mosel mit dem Wohnmobil

Deutschlands gemütlichster Fluss: Riesling vom Steilhang, Burgen über jeder Schleife, Stellplätze direkt am Wasser und ein Radweg, der von Perl bis Koblenz am Ufer bleibt.

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Wein & GenussBurgen & GeschichteRadfahrenStädteFotografieren 5 bis 8 Tage 367 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Perl · 1 Tag

    Die Mosel kommt aus Frankreich und ist hier Dreiländereck: Schengen mit dem Europamuseum liegt gegenüber in Luxemburg, der Elbling wächst auf den Muschelkalkhängen. Die Römische Villa Borg ist eine komplett rekonstruierte Villa mit Bädern und Garten, ein halber Tag. Von hier den Fluss abwärts.

    Sehenswert: Römische Villa Borg, Schengen

    Plätze rund um Perl

  2. 2

    Trier · 1 Tag

    Porta Nigra, Kaiserthermen und Dom liegen fußläufig beieinander, ein Tag reicht für das Wichtigste. Stellplätze gibt es am Moselufer mit Bus in die Stadt. Wer länger bleibt, nimmt das Rheinische Landesmuseum und die Konstantinbasilika dazu.

    Sehenswert: Porta Nigra, Kaiserthermen

    Plätze rund um Trier

  3. 3

    Bernkastel-Kues · 1 Tag

    Fachwerk-Marktplatz, abends Weinprobe, morgens hoch zur Burgruine Landshut mit Blick auf die Schleife. Die Ufer zwischen Trier und hier, Neumagen, Piesport, Brauneberg, sind die Mittelmosel in Reinform; du kannst sie an einem Tag fahren oder an dreien.

    Sehenswert: Burg Landshut

    Plätze rund um Bernkastel-Kues

  4. 4

    Traben-Trarbach · 1 Tag

    Jugendstilstadt auf beiden Ufern, einst zweitgrößter Weinhandelsplatz Europas, mit Weinkellern unter der halben Stadt und der Grevenburg über dem Ort. Auf dem Mont Royal gegenüber liegen die Reste einer gewaltigen Festung von Ludwig XIV., heute Wald mit Aussicht.

    Sehenswert: Grevenburg, Mont Royal (Festungsruine)

    Plätze rund um Traben-Trarbach

  5. 5

    Zell (Mosel) · 1 Tag

    Heimat der Schwarzen Katz, die berühmteste Weinlage der Mosel, dazu ein Stück Stadtmauer und die Schleife von Zell. Von der Marienburg über Pünderich siehst du den Fluss auf beiden Seiten. Der Calmont bei Bremm, ein paar Kilometer weiter, ist der steilste Weinberg Europas, der Klettersteig hindurch braucht Trittsicherheit und zwei Stunden.

    Sehenswert: Marienburg (Mosel), Calmont

    Plätze rund um Zell (Mosel)

  6. 6

    Beilstein · 1 Tag

    Das ‚Dornröschen der Mosel‘, Kloster und Burg Metternich. Wohnmobile parken am Ortsrand, der Ort ist winzig. Die Fähre nach Ellenz fährt tagsüber, der Blick von der Burg auf den Ort ist der schönste der Untermosel.

    Sehenswert: Burg Metternich

    Plätze rund um Beilstein

  7. 7

    Cochem · 1 Tag

    Reichsburg über der Stadt, Sesselbahn zum Pinnerkreuz, abends am Ufer sitzen. Cochem ist der touristischste Ort der Mosel, mit Bussen und Schiffen; wer Ruhe will, steht ein paar Kilometer flussab in Treis-Karden oder Moselkern und läuft von dort zur Burg Eltz.

    Sehenswert: Reichsburg Cochem

    Plätze rund um Cochem

  8. 8

    Koblenz · 1 Tag

    Deutsches Eck, Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein; von hier geht es den Rhein weiter oder zurück. Der Stellplatz liegt am Moselufer nahe der Mündung, in die Altstadt läuft man zwanzig Minuten.

    Sehenswert: Festung Ehrenbreitstein, Deutsches Eck

    Plätze rund um Koblenz

Warum an die Mosel

Die Mosel ist der Fluss, mit dem die meisten Wohnmobilreisen in Deutschland anfangen, und das aus gutem Grund. Auf 240 Kilometern zwischen Perl und Koblenz windet sie sich in Schleifen durch ein Tal, dessen Hänge so steil sind, dass die Winzer die Reben an Pfählen ziehen, und auf fast jedem Sporn steht eine Burg. Die Dörfer sind Fachwerk und Weinstuben, die Stellplätze liegen direkt am Wasser, und der Radweg bleibt die ganze Strecke am Ufer. Du kannst morgens Riesling probieren, mittags auf eine Burg steigen und abends am Fluss sitzen, während die Frachter vorbeiziehen.

Die Mosel hat drei Abschnitte, und sie sind verschieden. Die Obermosel von Perl bis Trier ist Grenzfluss zu Luxemburg, flach, mit Elbling statt Riesling und römischen Spuren. Die Mittelmosel von Trier bis Zell ist das Herz: Bernkastel, Piesport, Traben-Trarbach, die berühmten Lagen. Die Untermosel oder Terrassenmosel von Zell bis Koblenz ist eng, steil und wild, mit dem Calmont, Beilstein und Cochem.

Die Route in Kürze

Du fährst flussabwärts. Perl am Dreiländereck ist der Start, mit Schengen gegenüber und der Römischen Villa Borg. Trier ist die älteste Stadt Deutschlands, ein Tag für die Römer. Dann beginnt die Mittelmosel: Von Trier bis Bernkastel-Kues sind es 60 Kilometer, die du an einem Tag fahren kannst, aber nicht solltest, denn Neumagen, Piesport und Brauneberg lohnen jeweils einen Halt. Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach sind die Weinstädte mit Burg und Jugendstil, Zell hat die Schwarze Katz und die Schleife.

Dann folgt die Terrassenmosel: der Calmont bei Bremm, Beilstein mit Burg Metternich, Cochem mit der Reichsburg. Von Cochem aus lohnt der Abstecher zur Burg Eltz im Seitental, zu Fuß von Moselkern. Koblenz am Deutschen Eck ist der Schlusspunkt, und von dort geht es nahtlos den Rhein hinunter oder hinauf.

Die Etappen sind kurz, selten über 40 Kilometer. Fünf Tage reichen für das Wichtigste, in acht Tagen kannst du bleiben, wo es dir gefällt.

Beste Zeit

Die Mosel funktioniert von April bis Oktober, mit drei verschiedenen Reisen. Mai und Juni sind grün, mild und noch nicht voll, die Straußwirtschaften haben geöffnet. Juli und August sind Hochsaison, die Uferplätze sind an Wochenenden ab Mittag belegt, die Orte voll mit Bussen. September und Oktober sind Weinlese: In jedem Ort ist Weinfest, Federweißer und Zwiebelkuchen stehen auf jedem Tisch, die Hänge färben sich gelb, und du musst reservieren, denn dann sind die Plätze voll wie im August.

Ab November schließen viele Plätze, und im Winter und Frühjahr kommt das Hochwasser. Die Mosel steigt schnell, Uferplätze werden geräumt, die B49 kann unter Wasser stehen. Wer außerhalb der Saison fährt, schaut vorher auf den Pegel.

Mit Hund

Die Mosel ist eine der besten Hundestrecken in Deutschland. Fast alle Uferplätze erlauben Hunde, die Fähren nehmen sie mit, und am Wasser gibt es überall Zugänge. Der Moselradweg ist allerdings asphaltiert, im Sommer heiß und voller Radfahrer; dort läuft der Hund an der Leine, am besten früh am Morgen. In den Weinbergen gehört er ebenfalls an die Leine, vor allem in der Lese, wenn die Winzer mit Maschinen unterwegs sind.

Baden ist mit Vorsicht zu genießen. Die Mosel ist Schifffahrtsstraße, die Frachter machen Wellen und Sog, und die Strömung ist stärker als sie aussieht. Die ruhigen Buchten an den Altarmen und die Mündungen der Seitenbäche sind die besseren Stellen. In den Orten gilt Leinenpflicht, auf den Burgen meist auch, in die Reichsburg Cochem darf der Hund nicht hinein.

Fahren und Übernachten

Die B53 (Trier bis Zell) und die B49 (Zell bis Koblenz) folgen dem Ufer, mal links, mal rechts, und sind das Rückgrat der Reise. Breit sind sie nicht. Mit Radfahrern, Ortsdurchfahrten, Traktoren in der Lese und Bussen ist Tempo 60 bis 70 realistisch, und das ist gut so, denn die Aussicht ist ohnehin der Grund für die Fahrt. Für Fahrzeuge bis 7,5 Meter gibt es keine Engstelle, die ein Problem wäre. Die Altstädte von Bernkastel, Traben-Trarbach, Beilstein und Cochem sind dagegen tabu, dort parkst du am Ufer und läufst.

Fähren gibt es an mehreren Stellen, etwa zwischen Beilstein und Ellenz. Sie sind klein, nehmen Pkw und kompakte Wohnmobile und haben Gewichtsgrenzen; mit einem schweren Fahrzeug fragst du am Anleger oder fährst zur nächsten Brücke, die nie weit ist. An der Obermosel liegen die Brücken nach Luxemburg alle paar Kilometer, und tanken auf der anderen Seite ist meist günstiger.

Stellplätze sind das Markenzeichen der Mosel. In fast jedem Ort liegt einer direkt am Ufer, oft kommunal, mit Ver- und Entsorgung und Strom, mit Blick auf Fluss und Weinberg. Dazu kommen Winzerplätze, bei denen du beim Weingut stehst und abends probierst, und Campingplätze am Wasser. Die Kehrseite: An Wochenenden von Mai bis Oktober sind die beliebten Uferplätze (Bernkastel, Traben-Trarbach, Zell, Cochem) ab dem frühen Nachmittag voll. Vor 14 Uhr ankommen, reservieren, oder in die kleineren Orte ausweichen: Enkirch, Kinheim, Briedern, Senheim, Treis-Karden haben Uferplätze, die später voll werden.

Hochwasser betrifft genau diese Plätze. Die Mosel steigt im Winter und Frühjahr und nach Starkregen in wenigen Stunden um Meter, und die Uferplätze werden dann geräumt. In der Saison ist das selten ein Thema, außerhalb schaust du auf den Pegel und stehst bei Warnung nicht am Wasser.

Quellen

Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz (Pegel Mosel), Mosellandtouristik (Fähren, Weinfeste), Burg Eltz (Zufahrt, Hunde). Stand Oktober 2026.