Gebirge · Deutschland
Harz mit dem Wohnmobil
Norddeutschlands einziges Mittelgebirge: Brocken, Dampfzüge, Fachwerkstädte mit Welterbe-Status und ein Wald, der sich nach dem Borkenkäfer gerade neu erfindet.
Die Stationen
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1
Goslar · 1 Tag
Kaiserpfalz, 1500 Fachwerkhäuser und das Bergwerk Rammelsberg, zusammen Welterbe. Die Grubenfahrt im Rammelsberg ist auch bei Regen ein Programm. Wohnmobile bleiben auf dem Stellplatz am Rand, die Altstadt läuft man in einer Stunde ab.
Sehenswert: Kaiserpfalz Goslar, Rammelsberg
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2
Bad Harzburg · 1 Tag
Mit der Burgberg-Seilbahn hoch, über den Baumwipfelpfad laufen, mit Kindern zum Luchs-Schaugehege im Nationalpark. Die Bergbahn ist historisch und kurz, der Blick ins Harzvorland lohnt. Von hier aus beginnt der Weg nach Torfhaus und zum Brocken.
Sehenswert: Baumwipfelpfad Harz, Großer Burgberg
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3
Wernigerode · 1 Tag
Die bunte Stadt am Harz: Rathaus, Schloss über der Altstadt und der Bahnhof der Harzer Schmalspurbahnen. Von hier fährt die Brockenbahn mit Dampf auf den Gipfel, etwa anderthalb Stunden; früh buchen. Stellplätze am Stadtrand, die Altstadt ist für Wohnmobile gesperrt.
Sehenswert: Schloss Wernigerode, Harzer Schmalspurbahnen, Rathaus Wernigerode
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4
Schierke · 1 Tag
Das Dorf unter dem Brocken, Startpunkt für den Aufstieg zu Fuß (etwa drei Stunden hoch über die Brockenstraße oder den Eckerlochstieg). Die Straße selbst ist für Autos gesperrt. Auf dem Brocken ist es im Schnitt zehn Grad kälter und oft Nebel, Jacke mitnehmen. Parken ist das Problem: unter der Woche kommen.
Sehenswert: Brocken, Brockenbahn
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5
Braunlage · 1 Tag
Mit der Seilbahn auf den Wurmberg, den höchsten Berg Niedersachsens, oben Aussichtsturm und Wege; im Winter Skigebiet, im Sommer Bikepark und Monsterroller. Sankt Andreasberg mit dem Silberbergwerk Samson liegt um die Ecke.
Sehenswert: Wurmberg, Wurmbergseilbahn
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6
Thale · 1 Tag
Hexentanzplatz und Roßtrappe stehen sich über dem Bodetal gegenüber, Kabinenbahn hoch, Sessellift auf die andere Seite. Der Weg durch das Bodetal nach Treseburg ist die schönste Schlucht Norddeutschlands, etwa zehn Kilometer, zurück mit dem Bus. Im Oktober ist das Laub unschlagbar.
Sehenswert: Hexentanzplatz, Bodetal, Roßtrappe
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7
Quedlinburg · 1 Tag
Über 2000 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten, der Schlossberg mit der Stiftskirche und dem Domschatz, alles Welterbe. Ein ganzer Tag zu Fuß, der Stellplatz liegt am Rand. Von hier weiter in die Rübeländer Tropfsteinhöhlen oder Richtung Elbe.
Sehenswert: Stiftskirche St. Servatius, Schlossberg (Quedlinburg)
Warum in den Harz
Der Harz ist das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands und der einzige Ort im Flachland, an dem es echte Berge gibt. Der Brocken ist mit 1141 Metern nicht hoch, aber er steht so allein, dass das Wetter dort oben alpin ist: Nebel an 300 Tagen im Jahr, Sturm, Schnee bis in den Mai. Um ihn herum liegen Wälder, Talsperren, Moore und drei Städte, die zusammen mehr Fachwerk haben als der Rest Norddeutschlands: Goslar, Wernigerode, Quedlinburg.
Und dann ist da noch der Wald. Seit 2018 hat der Borkenkäfer die Fichten im Oberharz großflächig abgetötet, und wer zum ersten Mal über Torfhaus fährt, erschrickt über die grauen Hänge. Das gehört zur Wahrheit über den Harz heute. Dazwischen wächst aber ein neuer Mischwald, auf dem Brocken sieht man weiter als je zuvor, und der Nationalpark lässt das Ganze bewusst liegen. Es ist keine Katastrophenkulisse, sondern ein Wald im Umbau, und das ist seinerseits sehenswert.
Die Route in Kürze
Die Route umrundet den Harz gegen den Uhrzeigersinn. Goslar im Nordwesten ist der Einstieg mit Kaiserpfalz und dem Bergwerk Rammelsberg, Bad Harzburg der Kurort mit Baumwipfelpfad. Wernigerode ist die Basis für den Brocken: Von hier fährt die Brockenbahn mit Dampf auf den Gipfel, und das ist für Wohnmobilfahrer die bessere Wahl als Schierke, wo das Parken zum Problem wird. Wer zu Fuß will, startet in Schierke.
Braunlage ist der Wintersportort mit dem Wurmberg, danach wechselst du in den Ostharz: Thale mit Hexentanzplatz und Bodetal, Quedlinburg mit 2000 Fachwerkhäusern zum Abschluss. Wer mehr Zeit hat, nimmt die Rübeländer Tropfsteinhöhlen, die Rappbodetalsperre mit der Hängebrücke oder Stolberg mit.
Die Etappen sind kurz, meist unter 40 Kilometer, aber kurvig und mit Höhenmetern. Rechne mit mehr Fahrzeit, als das Navi sagt.
Beste Zeit
Mai bis Oktober ist Wandersaison, und der Oktober ist der Höhepunkt: Das Bodetal und die Buchenwälder am Harzrand färben sich, die Luft ist klar, und auf dem Brocken sieht man an guten Tagen bis zum Fichtelgebirge. Juli und August sind an den Hauptzielen (Brocken, Bodetal, Wernigerode) voll, aber nie so wie an der Küste.
Der Winter ist ein eigenes Kapitel. Braunlage, Schierke und Sankt Andreasberg sind Skiorte, der Brocken ist verschneit, und ein Wohnmobil mit Heizung und Winterreifen hat dort gute Tage. Die Stellplätze mit Winterbetrieb sind dann aber knapp, und bei Sturm ist die Brockenbahn ebenso gesperrt wie die Wege oben.
Mit Hund
Der Harz ist Hundeland, mit zwei Regeln. Erstens: Im Nationalpark Harz, der den ganzen Oberharz um den Brocken umfasst, gilt ganzjährig Leinenpflicht. Das gilt auch auf dem Brocken und in der Brockenbahn, die Hunde mitnimmt. Zweitens: Die meisten Talsperren (Ecker, Söse, Grane, Rappbode) sind Trinkwasserschutzgebiete, dort ist Baden verboten, auch für Hunde. Die Okertalsperre hat Badestellen, und die Harzbäche mit ihren Gumpen sind überall die Alternative, der Hund wird sie lieben.
Außerhalb des Nationalparks darf der Hund auf den Wegen frei laufen, in der Brut- und Setzzeit (in Niedersachsen 1. April bis 15. Juli) an der Leine. In den Fachwerkstädten gilt in den Fußgängerzonen Leinenpflicht. Die Seilbahnen (Wurmberg, Burgberg, Hexentanzplatz) nehmen Hunde meist mit, oft mit Maulkorb, vorher fragen.
Fahren und Übernachten
Der Harz ist ein Gebirge, und die Straßen zeigen es. Die B4 über Torfhaus, die B242 und die B27 über Braunlage haben lange Steigungen und Gefälle, in denen du mit Motorbremse fährst, und im Winter ohne Winterreifen nichts verloren hast. Die Nebenstrecken sind kurvig und oft ohne Mittelstreifen. Dafür gibt es keine Maut, keine Pässe über 900 Meter und keine Engstellen, die ein Wohnmobil nicht schafft.
Was ein Wohnmobil nicht schafft, sind die Altstädte. Goslar, Wernigerode und Quedlinburg haben Zufahrtsverbote und Gassen, in denen ein Kastenwagen stecken bleibt. Alle drei haben Stellplätze am Rand, von denen du in zehn Minuten im Zentrum bist.
Der Brocken ist der Sonderfall. Die Brockenstraße ab Schierke ist für den privaten Verkehr gesperrt, hoch kommst du zu Fuß, mit der Brockenbahn ab Wernigerode, Drei Annen Hohne oder Schierke, oder mit der Kutsche. Schierke selbst ist an Wochenenden überfüllt; das Parkhaus am Winterbergtor ist das einzige große Angebot, und für Wohnmobile ist es nichts. Besser: in Wernigerode oder Drei Annen Hohne stehen und mit der Bahn fahren, oder unter der Woche von Schierke aus laufen.
Nach Stürmen sind im Nationalpark regelmäßig Wege gesperrt, weil die toten Fichten umfallen. Das ist keine Formalie: Die Bäume stehen ohne Wurzelhalt, und die Nationalparkverwaltung veröffentlicht die Sperrungen auf ihrer Seite. Vor einer Brockenwanderung dort nachsehen.
Stellplätze gibt es in jedem Harzort, meist kommunal und mit Ver- und Entsorgung, dazu viele Campingplätze an den Talsperren und in den Tälern. In der Laubfärbung und an Wintersportwochenenden reservieren. Wanderparkplätze sind zum Übernachten gesperrt. Wer einen ruhigen Platz sucht, findet ihn eher in den kleinen Orten des Ostharzes als rund um den Brocken.
Quellen
Nationalpark Harz (Leinenpflicht, Wegesperrungen), Harzer Schmalspurbahnen (Brockenbahn, Hundemitnahme), Stadt Wernigerode (Parken Schierke). Stand Oktober 2026.