Was kostet ein Stellplatz fürs Wohnmobil, was ein Campingplatz?

Campingplatz in Deutschland 2026: im Schnitt 41 Euro je Nacht in der Hochsaison. Was Stellplätze kosten, woraus sich der Preis zusammensetzt und wo du sparst.

Stand 13.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Wohnmobile in einer Reihe auf einem geschotterten Stellplatz
Wohnmobile in einer Reihe auf einem geschotterten Stellplatz

Ein Campingplatz in Deutschland kostet in der Hochsaison 2026 im Schnitt 41 Euro je Nacht, im europäischen Durchschnitt sind es 49 Euro. Das sind die Zahlen der jährlichen Preisanalyse von PiNCAMP, dem Campingportal des ADAC, gerechnet für zwei Erwachsene und ein Kind bis zehn Jahre mit Wohnmobil oder Wohnwagen samt Zugfahrzeug (Stand März 2026). Für Wohnmobilstellplätze gibt es keine vergleichbare Erhebung. Sie sind in der Regel deutlich günstiger, aber die Spanne reicht von kostenlos bis Campingplatzniveau.

Campingplatzpreise 2026 nach Ländern

PiNCAMP hat rund 2.300 Campingplätze ausgewertet, und zwar die ausgewiesenen Hochsaisonpreise 2026. Reine Zeltplätze sind nicht dabei.

Land Durchschnitt je Nacht, Hochsaison 2026 Veränderung zum Vorjahr
Norwegen 38 € +1 %
Schweden 40 € +7 %
Deutschland 41 € +7 %
Niederlande 43 € +5 %
Frankreich 46 € +6 %
Europa gesamt 49 € +7 %
Dänemark 51 € +4 %
Vereinigtes Königreich 53 € +11 %
Österreich 56 € +8 %
Spanien 58 € +15 %
Schweiz 61 € +3 %
Italien 63 € +4 %
Kroatien 73 € +12 %

Auffällig: Die klassischen Sommerziele im Süden sind die teuersten, und Skandinavien ist entgegen seinem Ruf beim Campingplatz günstig. Teuer wird der Norden an der Kasse im Supermarkt und an der Fähre, nicht an der Rezeption.

Bundesländer

Innerhalb Deutschlands ist der Unterschied kleiner, als viele denken.

Bundesland Durchschnitt je Nacht, Hochsaison 2026
Thüringen 34 €
Hessen 37 €
Sachsen-Anhalt 38 €
Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen je 39 €
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz je 40 €
Bayern 42 €
Mecklenburg-Vorpommern 43 €
Baden-Württemberg 44 €
Brandenburg 45 €

Die Stadtstaaten und das Saarland sind nicht ausgewertet. Den größten Sprung machte Nordrhein-Westfalen mit 18 Prozent, in Sachsen-Anhalt sank der Schnitt um 3 Prozent.

Was den Preis nach oben und unten treibt

Saison. Europaweit liegen die Preise in der Nebensaison im Schnitt 29 Prozent unter der Hochsaison. In Kroatien sind es 53 Prozent, in Italien und Spanien je 38 Prozent. In Deutschland ist der Abstand mit rund 11 Prozent klein. Rechnerisch heißt das: Der kroatische Durchschnittsplatz kostet außerhalb der Hochsaison etwa 34 Euro statt 73, der deutsche etwa 36 bis 37 Euro statt 41. Wer nicht an Ferien gebunden ist, spart im Süden also am meisten.

Lage. Plätze an der Küste sind europaweit 36 Prozent teurer als Plätze im Binnenland, in Frankreich 49 Prozent, in Spanien 36 Prozent, in Kroatien 30 Prozent. In Deutschland macht die Küste nur etwa ein Prozent aus.

Ausstattung. Fünf-Sterne-Plätze kosten in Deutschland im Schnitt 57 Euro, in Italien 91, in Österreich 92, in Kroatien 95 und in Spanien 98 Euro. Dafür gibt es Bäder, Animation und oft Privatsanitär. Wer das nicht nutzt, zahlt es trotzdem.

Personen. Die Durchschnittswerte gelten für zwei Erwachsene und ein Kind. Zu zweit ohne Kind liegst du darunter, mit drei Kindern und Hund darüber.

Stellplätze: Warum es keinen Durchschnittspreis gibt

Für Wohnmobilstellplätze erhebt niemand flächendeckend Preise. Die PiNCAMP-Analyse erfasst nur Campingplätze, und Faustformeln aus Zeitschriften, nach denen ein Stellplatz einen festen Betrag günstiger sei, sind nicht belegt. Wir nennen deshalb keine Durchschnittszahl. Was sich sagen lässt:

  • Kostenlose Plätze gibt es, vor allem in kleineren Gemeinden, die Gäste in den Ort holen wollen. Strom und Wasser kosten dann meist extra oder fehlen.
  • Kommunale Stellplätze mit Automat sind die häufigste Form. Du zahlst eine Gebühr je Nacht oder je 24 Stunden, Strom und Wasser am Münz- oder Kartenautomaten.
  • Private Stellplätze an Thermen, Häfen, Weingütern oder Bauernhöfen liegen meist darüber und bieten dafür Sanitär, WLAN oder Brötchenservice.
  • Stellplätze an Küste, Seen und in Großstädten erreichen in der Saison Preise, für die du anderswo einen einfachen Campingplatz bekommst.

Den tatsächlichen Preis erfährst du auf der Seite der Gemeinde oder des Betreibers. Angaben in Apps sind oft veraltet. Über die Stellplatzsuche findest du Plätze nach Ort.

Woraus sich der Preis zusammensetzt

Beim Vergleich zählt nicht die Zahl auf dem Schild, sondern die Summe. Das sind die Posten:

Posten Campingplatz Stellplatz
Platzgebühr je Nacht, oft nach Größe und Lage gestaffelt je Nacht oder je 24 Stunden
Personen je Erwachsenem und Kind extra, sofern kein Pauschalpreis meist im Preis
Strom Pauschale oder nach Zähler je kWh Automat, nach kWh oder Zeit
Frischwasser im Preis oft am Automaten je Füllung
Entsorgung im Preis teils im Preis, teils extra
Duschen im Preis oder Duschmarken selten vorhanden
Hund je Nacht extra meist frei
Kurtaxe oder Gästebeitrag je Person und Nacht je Person und Nacht, wo erhoben
Müll, Umweltabgabe teils eigener Posten meist im Preis

Die Kurtaxe wird gern vergessen. Kurorte und viele Küsten- und Seengemeinden erheben sie je Person und Nacht, auch auf dem Stellplatz. Die Höhe legt jede Gemeinde selbst fest. Oft hängt eine Gästekarte mit freiem Nahverkehr oder ermäßigten Eintritten daran, dann ist das Geld nicht verloren.

Beim Strom lohnt der Blick auf die Abrechnung. Eine Pauschale ist günstig, wenn du Kühlschrank und Heizung elektrisch betreibst, und teuer, wenn du nur das Handy lädst. Was du wirklich verbrauchst, zeigt der Strom-Rechner.

Stellplatz oder Campingplatz: Was du wofür bekommst

Der Preisunterschied hat einen Grund. Ein Stellplatz ist ein Parkplatz mit Infrastruktur für die Durchreise: befestigte Fläche, Ver- und Entsorgung, manchmal Strom. Ein Campingplatz ist ein Ort zum Bleiben: Parzelle mit Abstand, Sanitärhaus, Spülküche, Spielplatz, oft Schwimmbad und Laden.

Der Stellplatz passt, wenn du ein bis zwei Nächte bleibst, dein Fahrzeug Dusche und Toilette hat und du abends in den Ort willst. Der Campingplatz passt, wenn du länger stehst, mit Kindern reist, Vorzelt und Möbel aufbauen willst oder mit dem Wohnwagen kommst. Viele Stellplätze sind nur für Wohnmobile zugelassen. Mit Gespann solltest du das vorher prüfen.

Wo du wirklich sparst

  1. Reisezeit. Der größte Hebel, vor allem im Süden. Mai, Juni und September statt Juli und August.
  2. Rabattkarten. Die CampingCard ACSI bietet 2026 Festpreise von 13 bis 27 Euro je Nacht in der Nebensaison, die ADAC Campcard mindestens 5 Prozent in der Haupt- und 15 Prozent in der Nebensaison. Der Vergleich steht im Beitrag CampingCard ACSI und andere Rabattkarten.
  3. Mischen. Auf der Strecke Stellplätze, am Ziel ein Campingplatz. So zahlst du den Komfort nur dort, wo du ihn nutzt.
  4. Hofplätze. Mitgliedschaften wie Landvergnügen geben dir eine freie Nacht beim Erzeuger. Wie das funktioniert und was es kostet, steht im Beitrag Landvergnügen und ähnliche Stellplatzführer.
  5. Lage. Zwei Kilometer hinter der Küste oder im Nachbarort des bekannten Ziels kostet weniger. Mit dem Rad bist du trotzdem in zehn Minuten da.
  6. Ausstattung passend wählen. Wer kein Erlebnisbad braucht, bucht keinen Fünf-Sterne-Platz.

Übernachtungen sind nur ein Teil der Reisekosten. Kraftstoff, Maut und Fähren kommen dazu. Der Reisekosten-Rechner rechnet alles zusammen, und was das Fahrzeug übers Jahr kostet, steht im Beitrag Unterhaltskosten im Jahr.

Häufige Fragen

Was kostet ein Campingplatz in Deutschland pro Nacht?

In der Hochsaison 2026 im Schnitt 41 Euro für zwei Erwachsene und ein Kind mit Wohnmobil oder Wohnwagen, so die Preisanalyse von PiNCAMP. In der Nebensaison ist es in Deutschland rund 11 Prozent weniger.

Was kostet ein Wohnmobilstellplatz pro Nacht?

Einen belegten Durchschnittspreis gibt es nicht. Die Spanne reicht von kostenlosen Plätzen in kleinen Gemeinden bis zu Preisen auf Campingplatzniveau an Küste, Seen und in Städten. Strom, Wasser und Kurtaxe kommen oft dazu.

Ist ein Stellplatz immer billiger als ein Campingplatz?

Meist, aber nicht immer. Ein Stellplatz bietet weniger und kostet deshalb in der Regel weniger. Rechnest du Strom, Wasser, Entsorgung und Kurtaxe dazu, schrumpft der Abstand, vor allem für Alleinreisende und Paare in der Nebensaison.

In welchem Land ist Camping am teuersten?

Nach der PiNCAMP-Preisanalyse 2026 ist Kroatien mit durchschnittlich 73 Euro je Nacht in der Hochsaison das teuerste der ausgewerteten Länder, gefolgt von Italien und der Schweiz. Am günstigsten sind Norwegen, Schweden und Deutschland.

Passt dazu

Neue Ratgeber und Routen per Mail

Etwa zweimal im Monat: neue Artikel, Länder-Updates (Maut, Vignetten) und, sobald er fertig ist, der Roadtrip-Planer. Kein Spam, Abmeldung mit einem Klick.

Mit dem Eintragen bekommst du eine Bestätigungsmail (Double-Opt-in). Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.