See · Deutschland

Mecklenburgische Seenplatte mit dem Wohnmobil

Über tausend Seen, Buchenwälder und Alleen: Hausboote, Kanus, Seeadler und Stellplätze mit Blick aufs Wasser, dazu die Müritz als größter See innerhalb Deutschlands.

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Natur & AussichtBaden & StrandRadfahrenMit KindernWandernFotografieren 4 bis 7 Tage 169 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Plau am See · 1 Tag

    Kleine Stadt mit Hubbrücke über die Elde, Burgturm und einem der größten Seen der Platte. Die Elde ist hier Schifffahrtsweg, schau den Hausbooten beim Schleusen zu. Vom Ufer aus mit dem Rad nach Bad Stuer am Südende des Sees.

    Sehenswert: Plauer See, Burg Plau

    Plätze rund um Plau am See

  2. 2

    Malchow · 1 Tag

    Die Inselstadt hängt an einer Drehbrücke, die stündlich für die Boote öffnet, das Kloster liegt am anderen Ufer. Ein ruhiger Ort für einen Nachmittag mit Rad und Eis. Von hier über die Alleen nach Waren.

    Sehenswert: Kloster Malchow, Drehbrücke Malchow

    Plätze rund um Malchow

  3. 3

    Waren · 2 Tage

    Hauptort der Müritz mit Hafen, Altstadt und dem Müritzeum, das die Fische des Sees in Großaquarien zeigt. Der Nationalpark beginnt am Stadtrand: Rad oder Nationalpark-Bus zum Käflingsberg oder zum Specker See, mit Glück Seeadler und Fischadler. Der Stellplatz am Hafen ist beliebt, früh kommen.

    Sehenswert: Müritzeum, Müritz-Nationalpark

    Plätze rund um Waren

  4. 4

    Röbel · 1 Tag

    Die Westseite der Müritz: zwei Kirchen auf dem Hügel, Fischer am Hafen, ein breiter Uferweg. Von Röbel aus mit dem Rad nach Süden Richtung Rechlin, dort gibt es Hundebadestellen und das Luftfahrtmuseum.

    Sehenswert: Müritz, Marienkirche (Röbel)

    Plätze rund um Röbel

  5. 5

    Mirow · 1 Tag

    Schlossinsel mit Schloss, Kirche und Liebesinsel, dahinter die kleine Seenkette, die Paddler lieben. Hier Kanu leihen und einen Tag über Mirower See und Zotzensee paddeln. Hausboot-Basis für die Mecklenburgische Kleinseenplatte.

    Sehenswert: Schlossinsel (Mirow), Mirower See

    Plätze rund um Mirow

  6. 6

    Neustrelitz · 1 Tag

    Barocke Residenzstadt mit sternförmigem Marktplatz und Schlossgarten am Zierker See; das Schloss selbst ist seit 1945 weg, der Park ist geblieben. Guter Versorgungsstopp mit Supermärkten, bevor es in die Feldberger Seen geht.

    Sehenswert: Schlosspark Neustrelitz, Zierker See

    Plätze rund um Neustrelitz

  7. 7

    Feldberg · 1 Tag

    Die Feldberger Seenlandschaft ist das stille Ende der Platte: Der Schmale Luzin ist ein kilometerlanger, klarer Rinnensee mit Fähre, die ‚Heiligen Hallen‘ sind der älteste Buchenwald Deutschlands. Rundweg um den Luzin laufen, danach baden. Hans Fallada wohnte in Carwitz nebenan.

    Sehenswert: Schmaler Luzin, Heilige Hallen

    Plätze rund um Feldberg

Warum an die Seenplatte

Die Mecklenburgische Seenplatte ist das größte zusammenhängende Seengebiet Mitteleuropas, und sie ist trotzdem kein Trubelziel. Zwischen Plau und Feldberg liegen über tausend Seen, verbunden durch Kanäle, Fließe und die Elde, dazwischen Buchenwälder, Alleen und Dörfer mit Feldsteinkirchen. Die Müritz in der Mitte ist der größte See, der ganz in Deutschland liegt, und an ihrem Ostufer beginnt ein Nationalpark, in dem See- und Fischadler brüten.

Für Wohnmobilfahrer ist die Region ein Glücksfall: kurze Etappen, Stellplätze mit Wasserblick an fast jedem Hafen, Kanus und Räder überall zu leihen. Wer Wasser mag, aber nicht Küste, findet hier mehr Badestellen, als eine Woche hergibt.

Die Route in Kürze

Du startest in Plau am See im Westen, wo die Elde die Seenkette mit der Elbe verbindet, und fährst über die Inselstadt Malchow nach Waren, dem Hauptort an der Müritz. Waren ist die Basis für zwei Tage: Hafen, Müritzeum, und vor allem der Nationalpark, in den du mit Rad oder Bus fährst. Dann wechselst du auf die Westseite nach Röbel, wo es ruhiger ist, und nach Süden nach Mirow, dem Tor zur Kleinseenplatte, wo Paddler und Hausboote starten.

Neustrelitz ist das städtische Zwischenspiel mit Schlosspark und Einkauf, und Feldberg am Ende ist die stille Belohnung: der klare Schmale Luzin, uralte Buchen in den Heiligen Hallen, kaum Verkehr. Von Feldberg sind es anderthalb Stunden nach Berlin oder zwei an die Ostsee, die Seenplatte lässt sich also gut mit beidem verbinden.

Die Reihenfolge ist offen. Wer aus Berlin kommt, fängt in Feldberg oder Neustrelitz an und endet in Plau.

Beste Zeit

Die Seenplatte ist ein Sommerziel mit einer klaren Empfehlung für die Ränder: Juni und September. Dann ist das Wasser warm genug, die Plätze haben Luft, und die Mücken halten sich zurück. Juli und August sind an der Müritz voll, vor allem in Waren und Röbel, wo die Uferstellplätze an Wochenenden ab Mittag belegt sind. Die Kleinseen um Mirow und Feldberg sind auch dann noch entspannt.

Im Mai sind die Buchenwälder frisch, aber die Seen haben noch keine 15 Grad. Im Oktober sind die Wälder gelb und die Kraniche ziehen, dafür schließen viele Plätze am Wasser. Mücken sind von Juni bis August ein Thema, am Abend und in Ufernähe, nimm etwas mit.

Mit Hund

Die Seenplatte ist gut mit Hund, mit einer Regel im Kopf: Im Müritz-Nationalpark gilt Leinenpflicht auf allen Wegen, und die Ranger achten darauf. Das gilt auch für den Nationalpark-Bus und die Beobachtungstürme. Außerhalb des Nationalparks darf der Hund im Wald frei laufen, solange er bei dir bleibt und nicht jagt; in der Brut- und Setzzeit im Frühjahr bleibt er auch dort besser an der Leine.

Baden ist das eigentliche Thema. An den offiziellen Badestränden der Orte sind Hunde in der Saison meist nicht erlaubt, dafür gibt es Hundebadestellen: in Waren am Campingplatz Ecktannen, in Klink, in Rechlin an der Bucht und am Bolter Kanal. Dazu kommen hunderte Stellen an kleinen Seen, die niemandem gehören und an denen niemand fragt. Zecken sind von April bis Oktober häufig, abends absuchen.

Fahren und Übernachten

Die Bundesstraßen (B192, B198, B96) sind gut ausgebaut, und zwischen den Stationen liegen selten mehr als 50 Kilometer. Das eigentliche Fahren findet auf den Alleen statt, und die sind das Schönste und das Heikelste an der Region zugleich. Die Bäume stehen direkt am Asphalt, viele Straßen sind keine sechs Meter breit, und wer mit einem 2,30 Meter breiten Aufbau unterwegs ist, fährt mittig und langsam und hält bei Lkw oder Bus an. Kopfsteinpflaster gibt es in fast jedem Dorf und auf vielen alten Landstraßen, da fliegt alles aus den Schränken, was nicht gesichert ist.

Im Müritz-Nationalpark sind viele Wege für Fahrzeuge gesperrt, und das ist auch gut so. Du parkst an den Parkplätzen am Rand (Waren, Federow, Boek, Speck) und nimmst Rad oder Nationalpark-Bus. Mit mehr als sieben Metern Länge lohnt es nicht, die Nebenstrecken dort auszuprobieren.

Stellplätze gibt es an fast jedem Hafen: Plau, Malchow, Waren, Röbel, Mirow, Feldberg haben Plätze direkt am Wasser, oft mit Ver- und Entsorgung und Strom. Die Hafenplätze sind beliebt und in der Saison früh voll; viele lassen sich inzwischen reservieren. Daneben gibt es Campingplätze am Ufer, von denen einige zu den größten Deutschlands gehören, und Hofplätze im Hinterland, die leerer und günstiger sind. Frei stehen ist an den Seen nicht erlaubt, Parkplätze an Badestellen werden nachts kontrolliert.

Zwei Dinge, die die Seenplatte besonders machen: Erstens kannst du hier ohne Bootsführerschein ein Motorboot oder Hausboot leihen, mit dem sogenannten Charterschein, den die Vermieter vor Ort ausstellen. Ein Tag auf dem Wasser gehört dazu. Zweitens sind die Räder hier wichtiger als das Wohnmobil: Die Radwege führen um fast alle Seen, sind flach und meist asphaltiert, und viele Orte erreichst du mit dem Rad schneller als über die Allee mit dem Fahrzeug.

Quellen

Nationalparkamt Müritz (Leinenpflicht, gesperrte Wege), Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte (Hundebadestellen, Charterschein). Stand Oktober 2026.