CampingCard ACSI und andere Rabattkarten: Was sie bringen und für wen sie sich lohnen

CampingCard ACSI, ADAC Campcard und Camping Key Europe im Vergleich: Preise, Tarife 2026 und 2027, was im Festpreis steckt und wann sich eine Karte rechnet.

Stand 13.10.2026 · 7 Min. Lesezeit

Wohnwagen mit Picknicktisch am Ufer eines Sees
Wohnwagen mit Picknicktisch am Ufer eines Sees

Rabattkarten fürs Camping gibt es in zwei Bauarten: Festpreiskarten wie die CampingCard ACSI, mit denen du in der Nebensaison einen festen Betrag je Nacht zahlst, und Prozentkarten wie die ADAC Campcard, die einen Nachlass auf den Listenpreis geben. Für Paare, die im Mai, Juni und September reisen, ist die CampingCard ACSI meist die wirksamste Karte. Wer in den Ferien fährt, hat von ihr fast nichts.

Die drei Karten im Überblick

Alle Angaben stammen von den Anbietern, Stand 13. Oktober 2026.

CampingCard ACSI ADAC Campcard Camping Key Europe
Prinzip Festpreis je Nacht Prozent auf den Platzpreis Rabatte, dazu Ausweisersatz und Versicherungspaket
Gilt wann nur Nebensaison Haupt- und Nebensaison je nach Platz
Preis der Karte Ausgabe 2027: 23,95 € (Führer und Karte), digital ab 23,95 € 9,99 € im Jahr als Teil von PiNCAMP Plus 12 € für ADAC-Mitglieder
Laufzeit Kalenderjahr der Ausgabe ein Jahr ab Kauf, verlängert sich, jederzeit kündbar zwölf Monate, keine automatische Verlängerung
Form Karte im Führer oder digital nur digital in der PiNCAMP Camping App Plastikkarte, vorläufige Karte sofort
Umfang 2026: mehr als 3.000 Plätze in über 20 Ländern Anbieter nennt keine Zahl laut ADAC über 2.000 Plätze

CampingCard ACSI: Festpreis in der Nebensaison

Die Karte funktioniert so: Jeder teilnehmende Platz ist einer Preisstufe zugeordnet. In seiner Nebensaison zahlst du genau diesen Betrag je Nacht, egal was auf der Preistafel steht.

Tarife 2026: acht Stufen von 13 bis 27 Euro je Nacht, in Schritten von zwei Euro.

Tarife 2027: neun Stufen von 15 bis 31 Euro je Nacht. Die Ausgabe 2027 ist bereits im ACSI-Shop bestellbar und wird ab Dezember 2026 geliefert. Sie nennt mehr als 3.100 Plätze in 26 Ländern. Die Karte mit Führer kostet 23,95 Euro, zusammen mit dem Stellplatzführer 29,95 Euro. Wer eine ACSI Club ID hat, zahlt einen Euro weniger.

Im Festpreis ist mehr drin, als viele denken:

  • ein Stellplatz
  • zwei Erwachsene
  • Auto mit Caravan oder Zelt, oder ein Wohnmobil
  • Strom bis 6 Ampere oder 4 kWh am Tag
  • warme Dusche
  • ein Hund, sofern der Platz Hunde erlaubt
  • Mehrwertsteuer

Nicht enthalten sind Kinder, weitere Personen, ein zweiter Hund, mehr Strom und örtliche Abgaben wie die Kurtaxe. Wer mit einem Heizlüfter oder einer Klimaanlage am Landstrom hängt, kommt mit 4 kWh am Tag nicht weit, der Mehrverbrauch wird dann extra berechnet. Was 6 Ampere in Watt bedeuten, steht im Beitrag Landstrom: CEE, Adapter, 6 oder 16 Ampere.

Der Haken: Was „Nebensaison“ heißt

Die Karte gilt nicht nach Kalender, sondern nach den Annahmezeiträumen des einzelnen Platzes. Ein Platz am Gardasee kann die Karte bis Ende Juni annehmen, ein anderer nur bis Pfingsten, und um Feiertage herum setzen manche Plätze aus. Diese Zeiträume stehen bei jedem Platz im Führer und in der App. Prüf sie, bevor du die Route planst, nicht erst an der Rezeption.

Wann sie sich rechnet

Die Rechnung hängt am Unterschied zwischen Festpreis und Listenpreis, und der ist im Süden am größten. Nach der Preisanalyse von PiNCAMP liegen die Campingplatzpreise in der Nebensaison europaweit im Schnitt 29 Prozent unter der Hochsaison, in Kroatien 53 Prozent, in Italien und Spanien je 38 Prozent, in Deutschland nur rund 11 Prozent (Stand März 2026). Wo die Plätze selbst schon kräftig nachlassen, schrumpft der Vorteil der Karte. Wo sie es nicht tun, wächst er.

Ein Rechenweg ohne Schönfärberei: Nimm den Nebensaisonpreis, den der Platz für zwei Personen mit Strom und Hund auf seiner eigenen Preisliste nennt, und zieh den Festpreis der Karte ab. Sparst du zum Beispiel acht Euro je Nacht, ist die Karte nach drei Nächten bezahlt. Bei einer Reise von zwei Wochen in der Vorsaison kommt so schnell ein dreistelliger Betrag zusammen. Bei einem Wochenende im Jahr bleibt nichts übrig.

ADAC Campcard: nur noch digital

Die ADAC Campcard gibt es seit 2026 nicht mehr als Papierkarte. Sie steckt in der PiNCAMP Camping App und ist Teil des Abos „PiNCAMP Plus“. Im gedruckten ADAC Campingführer liegt statt der Karte ein Gutscheincode für ein Jahr PiNCAMP Plus. Eine ADAC-Mitgliedschaft brauchst du nicht.

  • Preis: 9,99 Euro im Jahr. Der Anbieter nennt diesen Betrag als Einstiegspreis in seinem Rechenbeispiel.
  • Laufzeit: ein Jahr ab Kauf, nicht mehr das Kalenderjahr. Das Abo verlängert sich automatisch und ist jederzeit kündbar.
  • Rabatt: in der Hauptsaison mindestens 5 Prozent, in der Nebensaison mindestens 15 Prozent, jeweils bis zu 50 Prozent. Der Rabatt gilt ab der ersten Nacht. Die genauen Bedingungen legt jeder Platz selbst fest.

Der Vorteil gegenüber der CampingCard ACSI: Die Campcard gilt auch im Juli und August und rechnet prozentual, also auch für Familien mit Kindern. Der Nachteil: Fünf Prozent in der Hauptsaison sind bei einem Platzpreis von 41 Euro, dem deutschen Durchschnitt 2026 laut PiNCAMP, gut zwei Euro je Nacht. Das trägt den Jahrespreis nach fünf Nächten, mehr aber auch nicht. Wie viele Plätze teilnehmen, nennt der Anbieter nicht. Schau deshalb vor dem Kauf in der App nach, ob die Plätze auf deiner Route dabei sind.

Camping Key Europe: Karte mit Zusatznutzen

Die Camping Key Europe ist vor allem in Skandinavien verbreitet. In Deutschland stellt der ADAC sie für seine Mitglieder aus, für 12 Euro und zwölf Monate. Sie bietet nach Angaben des ADAC Rabatte auf über 2.000 Camping- und Wohnmobilstellplätzen, dient an der Rezeption als Ausweisersatz und enthält ein Versicherungspaket mit Haftpflicht- und Unfallversicherung für Schäden auf dem Campingplatz, das die Reisegruppe bis sechs Personen abdeckt. Die Karte verlängert sich nicht automatisch. Bis die Plastikkarte ankommt, gilt eine vorläufige Karte, die du ausdrucken kannst.

Ob sie sich lohnt, entscheidet dein Reiseziel. Für eine Skandinavienreise ist sie eine Überlegung wert, weil viele Plätze dort mit ihr arbeiten. Frag bei den Plätzen auf deiner Route nach, was sie tatsächlich bringt. Mehr zu den Ländern findest du in den Profilen Schweden, Norwegen und Dänemark.

Welche Karte für wen

  • Paar oder Alleinreisende, Vor- und Nachsaison, mehr als eine Woche im Jahr auf Campingplätzen: CampingCard ACSI. Je weiter südlich, desto größer der Vorteil.
  • Familie in den Schulferien: ADAC Campcard, sofern die Wunschplätze teilnehmen. Der ACSI-Festpreis gilt in den Ferien nicht und deckt Kinder nicht ab.
  • Skandinavien: Camping Key Europe prüfen.
  • Vor allem Stellplätze statt Campingplätze: Keine der drei Karten hilft dir viel. Rabattkarten sind ein Campingplatz-Werkzeug. Für Übernachtungen beim Erzeuger gibt es eigene Mitgliedschaften, siehe Landvergnügen und ähnliche Stellplatzführer.

Zwei Karten gleichzeitig zu haben ist kein Fehler, solange du sie nutzt. Addieren lassen sich die Rabatte nicht: An der Rezeption gilt eine Karte, und du musst sie bei der Anmeldung vorzeigen, nicht erst bei der Abreise.

Typische Fehler

  1. Karte kaufen, ohne die Annahmezeiträume zu prüfen. Wer am Pfingstwochenende ankommt, zahlt bei vielen Plätzen den vollen Preis.
  2. Den Stromverbrauch vergessen. Im Festpreis stecken 4 kWh am Tag. Elektrisch heizen sprengt das.
  3. Zu spät kaufen. Die Jahresausgabe der CampingCard ACSI gilt für ihr Kalenderjahr. Wer sie im August kauft, hat nur noch den September und den Herbst.
  4. Die Karte als Reservierung verstehen. Sie ist keine. In beliebten Regionen sind die besten Plätze auch im Juni voll.

Was Camping- und Stellplätze ohne Karte kosten und wie du dein Reisebudget aufstellst, steht im Beitrag Was kostet ein Stellplatz, was ein Campingplatz. Die ganze Reise rechnet der Reisekosten-Rechner durch.

Häufige Fragen

Gilt die CampingCard ACSI auch in der Hauptsaison?

Nein. Die Festpreise gelten nur in der Nebensaison. Welche Wochen ein Platz als Nebensaison zählt, legt jeder Platz selbst fest und steht im Führer und in der App.

Was ist im Preis der CampingCard ACSI enthalten?

Der Stellplatz für zwei Erwachsene mit Auto und Caravan oder Zelt oder mit Wohnmobil, Strom bis 6 Ampere oder 4 kWh am Tag, warme Dusche, ein Hund, wo Hunde erlaubt sind, und die Mehrwertsteuer.

Gibt es die ADAC Campcard noch als Papierkarte?

Nein. Seit 2026 gibt es sie nur noch digital in der PiNCAMP Camping App als Teil von PiNCAMP Plus. Im ADAC Campingführer liegt stattdessen ein Gutscheincode.

Lohnt sich die CampingCard ACSI für Familien?

Meist weniger, weil der Festpreis nur zwei Erwachsene abdeckt und nur außerhalb der Hauptsaison gilt. Familien mit Schulkindern sind an die Ferien gebunden und fahren mit Prozentkarten oder Kinderfestpreisen der Plätze oft besser.

Passt dazu

Neue Ratgeber und Routen per Mail

Etwa zweimal im Monat: neue Artikel, Länder-Updates (Maut, Vignetten) und, sobald er fertig ist, der Roadtrip-Planer. Kein Spam, Abmeldung mit einem Klick.

Mit dem Eintragen bekommst du eine Bestätigungsmail (Double-Opt-in). Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.