🇸🇪 Schweden mit Wohnmobil und Wohnwagen
Wald, Seen und Schären auf leeren Straßen; Maut gibt es nur als City-Maut in Stockholm und Göteborg, und das Jedermannsrecht schließt Fahrzeuge aus.
Stand 12.10.2026 · Angaben ohne Gewähr, vor der Abfahrt die amtlichen Quellen prüfen.

Steckbrief
- Maut
- Keine Straßenmaut. City-Maut (trängselskatt) in Stockholm (11 bis 45 SEK je Durchfahrt, Tageshöchstbetrag 105 bzw. 135 SEK im Sommer) und Göteborg (9, 16 oder 22 SEK, Tageshöchstbetrag 60 SEK), jeweils Mo bis Fr 6:00 bis 18:29 Uhr, Wochenenden, Feiertage und Juli (Göteborg ganz, Stockholm die letzten drei Wochen) frei; gilt für alle Fahrzeuge unter 14 t, also auch Wohnmobile. Brücken Sundsvall 9 SEK, Motala 5 SEK, Skuru 4 SEK. Alles per Kennzeichen, ausländische Fahrzeuge zahlen über Epass24 (Rechnung per Post oder mit Konto per Karte). Öresundbrücke siehe Dänemark
- Vignette
- Keine
- Tempolimit Wohnmobil bis 3,5 t
- Autobahn 100 bis 120 nach Beschilderung, Landstraße 70 bis 100, Ort 30 bis 50 (gilt für Wohnmobile mit Pkw-Zulassung unabhängig vom Gewicht)
- Tempolimit Wohnmobil über 3,5 t
- Autobahn 90, Landstraße 80, Ort 50 (für Wohnmobile, die als Lkw zugelassen sind)
- Tempolimit Gespann
- Autobahn 80, Landstraße 80, Ort 50 (ungebremste schwere Anhänger 40)
- Frei stehen / Übernachten außerhalb von Plätzen
- Das Jedermannsrecht gilt nur ohne Fahrzeug; Fahren und Parken abseits von Straßen ist verboten. Auf Rast- und Parkplätzen darfst du werktags bis 24 Stunden stehen und darin schlafen, wenn kein Schild etwas anderes sagt; Markise, Stühle und längeres Stehen gelten als Camping und sind dort nicht erlaubt. Gemeinden können strengere Regeln setzen
- Gasflaschen & Adapter
- Deutsche Flaschen werden nicht getauscht oder befüllt. Schwedische Kompositflaschen (AGA, Primagaz) haben einen anderen Anschluss, das Euro-Adapterset reicht oft nicht; nötig ist ein schwedischer Hochdruckschlauch oder ein POL-Adapter. Tankflaschen füllst du an LPG-Tankstellen (DISH-Adapter), die es außerhalb des Südens nur vereinzelt gibt
- Einreise mit Hund
- EU-Heimtierausweis, Mikrochip, Tollwutimpfung mindestens 21 Tage alt, keine Bandwurmbehandlung nötig. Vom 1. März bis 20. August müssen Hunde in der Natur so beaufsichtigt werden, dass sie nicht frei laufen, praktisch also an die Leine. Badestellen und Campingplätze haben eigene Regeln
- Promillegrenze
- 0,2 ‰
- Pflichtausrüstung
- Abblendlicht oder Tagfahrlicht ganztägig, auch bei Mitternachtssonne. Winterreifen vom 1. Dezember bis 31. März bei winterlichen Verhältnissen (3 mm, über 3,5 t 5 mm). Keine besonderen Mitführpflichten laut ADAC, deutsche Grundausstattung trotzdem an Bord
- Umweltzonen
- Umweltzonen in Stockholm, Göteborg, Malmö, Helsingborg, Lund, Mölndal, Umeå und Uppsala gelten für Diesel-Lkw und Busse über 3,5 t; als Pkw zugelassene Wohnmobile sind nicht betroffen, als Lkw zugelassene schwere Wohnmobile sollten vorher prüfen. Stockholm: Fahrverbot auf der Hornsgatan für Pkw und Vans unter Benzin Euro 5 bzw. Diesel Euro 6; eine geplante Null-Emissions-Zone in der Innenstadt wurde 2025 gerichtlich gestoppt, Stand vor der Reise prüfen
- Notruf
- 112
- Währung
- Schwedische Krone (SEK)
- Beste Reisezeit
- Juni bis Mitte August: lange Tage, warme Seen, aber Mücken im Norden. Ende August und September: ruhig, mückenfrei, Pilze, viele Plätze reduzieren den Betrieb
Schweden ist das Land der leeren Straßen und der einfachen Regeln. Es gibt keine Straßenmaut, die Tempolimits stehen an jedem Schild, und die Schweden selbst reisen gern im Wohnmobil, entsprechend gut ist die Infrastruktur. Der häufigste Irrtum: Das Jedermannsrecht erlaube das Übernachten im Wohnmobil überall. Tut es nicht.
Anreise und Routen
Über die Öresundbrücke (Preise siehe Dänemark) bist du von Kopenhagen in zehn Minuten in Malmö. Fähren fahren von Rostock, Travemünde und Kiel nach Trelleborg, Malmö und Göteborg; bei langen Fahrzeugen und mit Hund lohnt sich der Vergleich mit dem Landweg. Die Fähre Puttgarden–Rødby plus Öresund ist der klassische Weg für Südschweden, die Nachtfähre nach Göteborg spart die ersten 400 Kilometer Richtung Norden.
Südschweden (Skåne, Småland, Schären bei Göteborg und Stockholm) reicht für zwei Wochen locker. Wer nach Lappland will, rechnet mit 1500 Kilometern ab Malmö auf einer Strecke; die E4 an der Ostküste ist schnell, die Inlandsvägen (Rv 45) langsam und schön. Plane mit dem Etappenplaner und mit dem Wissen, dass Elche abends am Straßenrand stehen. Weitere Routen im Schweden-Ratgeber.
Maut im Detail
Auf schwedischen Straßen zahlst du nichts. Drei Brücken (Sundsvall, Motala, Skuru bei Stockholm) kosten ein paar Kronen, und zwei Städte erheben eine City-Maut: Stockholm zwischen 11 und 45 SEK je Durchfahrt mit Tageshöchstbetrag 105 SEK (im Sommerhalbjahr 135 SEK), Göteborg 9 bis 22 SEK mit maximal 60 SEK am Tag. Beide gelten nur werktags von 6:00 bis 18:29 Uhr; an Wochenenden, Feiertagen und im Juli (Göteborg den ganzen Monat, Stockholm die letzten drei Wochen) ist die Durchfahrt frei. Wohnmobile sind nicht ausgenommen, befreit sind nur Motorräder und Fahrzeuge ab 14 t.
Es gibt keine Schranken. Kameras erfassen das Kennzeichen, und für ausländische Fahrzeuge schickt Epass24 die Rechnung Wochen später nach Hause. Mit einem Epass24-Konto (dasselbe wie für Norwegen) zahlst du automatisch per Karte und läufst nicht Gefahr, eine Papierrechnung zu übersehen; bei Verzug fallen Gebühren an. Die Stockholmer Umgehung Essingeleden ist ebenfalls bemautet, wer die Stadt nur passieren will, fährt werktags am besten nach 18:30 Uhr oder nimmt den weiten Bogen. Mehr dazu im Maut-Überblick.
Stellplätze und Campingplätze
Das Jedermannsrecht (allemansrätten) erlaubt Zelten und Wandern fast überall, aber ausdrücklich ohne Motorfahrzeug. Mit dem Wohnmobil von der Straße in den Wald oder auf eine Wiese zu fahren ist nach dem Geländefahrgesetz verboten, auch nur zum Parken. Erlaubt ist, was Parken ist: Auf Rast- und Parkplätzen darfst du nach Angaben der Naturschutzbehörde werktags bis zu 24 Stunden stehen und darin schlafen, an Wochenenden bis zum nächsten Werktag, solange kein Zusatzschild etwas anderes sagt. Sobald Markise, Tisch und Stühle draußen stehen oder du länger bleibst, bist du Camper, und das ist dort nicht erlaubt. Gemeinden dürfen eigene Beschränkungen erlassen und tun das an beliebten Küstenorten.
Dafür ist das legale Angebot riesig: Campingplätze mit Seezugang und Sauna, einfache Stellplätze (ställplatser) an Häfen, bei Golfplätzen und in Kleinstädten, oft mit Automat oder App. Viele Plätze verlangen die Camping Key Europe. Außerhalb von Juli findest du praktisch überall spontan einen Platz, im Juli sind die Küsten und die Schären voll mit schwedischen Familien.
Fahren
Schweden beschildert jede Straße, die Grundlimits sind nur Richtwerte: innerorts 30 bis 70, außerorts 60 bis 100, auf Autobahnen 90 bis 120. Entscheidend ist, wie dein Wohnmobil zugelassen ist. Als Pkw (die Regel bei deutschen Wohnmobilen, auch über 3,5 t) fährst du wie ein Pkw; als Lkw zugelassene Fahrzeuge dürfen außerorts 80 und auf der Autobahn 90. Gespanne fahren überall 80. Licht brennt ganztags, auch im Juni um Mitternacht.
Die Promillegrenze von 0,2 wird kompromisslos durchgesetzt, Tempoverstöße kosten ab etwa 10 km/h drüber dreistellige Beträge, und bei groben Verstößen gibt es den Vermerk „nicht gültig in Schweden“ im Führerschein. Jeder Wildunfall, auch ohne verletztes Tier, ist meldepflichtig. Parken läuft fast nur noch per App, Bargeld nimmt kaum ein Automat.
Umweltzonen betreffen vor allem Diesel-Lkw und Busse über 3,5 t; als Pkw zugelassene Wohnmobile sind nicht betroffen. Wer ein schweres Wohnmobil mit Lkw-Zulassung fährt, prüft die Regeln der jeweiligen Stadt. In Stockholm gilt auf der Hornsgatan ein Fahrverbot für ältere Pkw und Vans (Benzin unter Euro 5, Diesel unter Euro 6). Die geplante Null-Emissions-Zone rund um die Kungsgatan wurde 2025 von der Bezirksregierung gestoppt, die Stadt hat Widerspruch eingelegt; vor der Reise kurz nachsehen.
Mit Hund
Schweden ist unkompliziert: EU-Heimtierausweis, Chip, Tollwutimpfung älter als 21 Tage, keine Bandwurmbehandlung (die brauchst du erst für Norwegen). Vom 1. März bis 20. August verlangt das Hundeaufsichtsgesetz, dass Hunde in der Natur nicht frei laufen; in der Praxis heißt das Leine, außer der Hund läuft unter perfekter Kontrolle direkt bei dir. Außerhalb dieser Zeit darf er frei, solange du ihn jederzeit abrufen kannst. Badestellen, Naturreservate und Campingplätze haben eigene Schilder. Hunde sind in Schweden willkommen, viele Plätze haben Hundeduschen. Mehr Ziele im Ratgeber zum Urlaub mit Hund.
Geld sparen
Schweden ist teurer als Deutschland, aber günstiger als Norwegen. Die großen Posten sind Fähre oder Brücke, Diesel und Plätze. Stellplätze statt Campingplätze halbieren die Übernachtungskosten; viele Gemeinden bieten einfache Plätze für wenige hundert Kronen. Alkohol gibt es nur im Systembolaget zu hohen Preisen, Vorräte kommen aus Deutschland oder Dänemark. Diesel ist etwas teurer als in Deutschland, vergleiche die Preise der Ketten per App. Gas ist der eine Punkt, an dem du nicht sparen kannst: Deutsche Flaschen werden nicht getauscht, schwedische Flaschen brauchen eigene Adapter, LPG-Tankstellen gibt es im Norden kaum. Fahr mit vollen Flaschen los und rechne mit dem Gasvorratsrechner, ob das reicht. Die Gesamtkosten der Reise zeigt der Reisekostenrechner.
Quellen
- ADAC: Mit dem Fahrzeug in Schweden (Tempolimits, Verkehrsregeln)
- ADAC: Maut in Schweden (City-Maut, Brücken, Umweltzonen)
- Transportstyrelsen: Staugebühren in Stockholm und Göteborg
- Naturvårdsverket: Husvagn, husbil och taktält i naturen
- Länsstyrelsen Stockholm: Beschluss zur Miljözon klass 3 aufgehoben
- Schwedische Botschaft: Einreise mit Haustieren
- promobil: Gasversorgung in Skandinavien