🇩🇰 Dänemark mit Wohnmobil und Wohnwagen

Nordsee, Ostsee und ruhige Straßen direkt hinter der Grenze; die zwei großen Brücken kosten, und freies Übernachten im Wohnmobil ist nicht erlaubt.

Stand 13.10.2026 · Angaben ohne Gewähr, vor der Abfahrt die amtlichen Quellen prüfen.

Leuchtturm Rubjerg Knude in der Wanderdüne
Leuchtturm Rubjerg Knude in der Wanderdüne

Steckbrief

Maut
Keine Straßenmaut. Brücken kosten: Storebælt (je Richtung: Pkw 235 DKK, Gespann 360 DKK, Wohnmobil bis 3,5 t und 6 bis 10 m Länge 645 DKK laut ADAC; mit dem Wohnmobil-Vertrag von Storebælt samt Bizz oder Kennzeichenzahlung 314 DKK; unter 6 m günstiger, über 10 m teurer) und Öresund nach Schweden (unter 6 m 65 €, 6 bis 10 m und Gespanne bis 15 m 130 €, online 58 bzw. 116 €, über 10 m 228 €). Stand 2026, Länge und Höhe werden automatisch gemessen, Fahrradträger zählt mit
Vignette
Keine
Tempolimit Wohnmobil bis 3,5 t
Autobahn 130, Schnellstraße 80, Landstraße 80, Ort 50
Tempolimit Wohnmobil über 3,5 t
Autobahn 80, Schnellstraße 80, Landstraße 70, Ort 50 (Wohnmobile 3,5 bis 7,5 t)
Tempolimit Gespann
Autobahn 80 (100 nur mit dänischer Tempo-100-Plakette nach Prüfung in Dänemark), Schnellstraße 80, Landstraße 80, Ort 50
Frei stehen / Übernachten außerhalb von Plätzen
Verboten. Naturlagerplätze sind nur fürs Zelt, nicht fürs Fahrzeug. Auf Rast- und Parkplätzen gilt die Beschilderung; Campingverhalten (Stühle, Markise) ist überall außerhalb von Plätzen untersagt
Gasflaschen & Adapter
Deutsche graue Flaschen werden nicht getauscht; Dänemark hat ein Tauschsystem für eigene Flaschen mit dichtem Automatennetz. Dänische Flaschen gibt es mit Schraubgewinde (passt an deutsche Regler) und mit Clip-on (Adapter nötig). Alternative: Tankflasche
Einreise mit Hund
EU-Heimtierausweis, Mikrochip, Tollwutimpfung mindestens 21 Tage alt, Welpen frühestens mit 15 Wochen. 13 Rassen und ihre Mischlinge sind verboten (u. a. Pitbull, Tosa, Amstaff, Dogo Argentino, American Bulldog, Kangal), auch für Touristen; nur reine Durchreise im Fahrzeug ist erlaubt. An Stränden 1. April bis 30. September Leinenpflicht, in Wäldern ganzjährig; freier Lauf in den eingezäunten Hundewäldern
Promillegrenze
0,5 ‰ (Fahranfänger in den ersten drei Jahren 0,2 ‰)
Pflichtausrüstung
Abblendlicht oder Tagfahrlicht ganztägig. Keine Warnwestenpflicht, Tragen bei Panne dringend empfohlen. Bei winterlichen Verhältnissen Winterreifen. Maximalmaße ohne Ausnahme: 12 m (Gespann 18,75 m), 2,55 m breit, 4 m hoch
Umweltzonen
Aalborg, Aarhus, Kopenhagen/Frederiksberg und Odense: Diesel-Wohnmobile mit Erstzulassung vor 2011 ohne Partikelfilter (Euro 0 bis 4) dürfen nicht hinein. Euro 5 und neuer fahren ohne Registrierung, nachgerüstete Filter müssen registriert werden. Benziner frei. Kameraüberwacht, rund um die Uhr
Notruf
112
Währung
Dänische Krone (DKK)
Beste Reisezeit
Juni und September: lange Tage, leere Strände, Platzpreise unter Hochsaison. Juli und August sind dänische und deutsche Ferien zugleich, dann an der Nordsee reservieren

Dänemark ist für viele die erste Auslandsreise mit dem Wohnmobil, und das aus gutem Grund: Die Straßen sind leer, die Stellplatzkultur ist entspannt, und die Nordseeküste beginnt eine Stunde hinter Flensburg. Zwei Dinge solltest du vorher wissen: Freistehen ist verboten, und wer nach Seeland oder weiter nach Schweden will, zahlt an den Brücken ordentlich.

Anreise und Routen

Über die A7 bist du über Flensburg in Jütland, ohne Fähre und ohne Maut. Die Westküste von Rømø über Hvide Sande bis Skagen ist die klassische Wohnmobil-Route: Dünen, breite Strände, viele Campingplätze. Wer nach Fünen oder Seeland will, fährt über die mautfreie Lillebæltbrücke und dann über die kostenpflichtige Storebæltbrücke. Alternativ nimmst du die Fähre von Puttgarden nach Rødby oder von Rostock nach Gedser; vergleiche die Fährpreise mit der Brückenmaut plus Diesel, oft nimmt es sich wenig.

Die Fehmarnbelt-Querung ist noch im Bau; bis sie fertig ist, bleibt es bei Fähre oder Umweg über Jütland. Für Schweden geht es über die Öresundbrücke ab Kopenhagen oder per Fähre Helsingør–Helsingborg. Etappen lassen sich hier bequem planen, das Land ist klein: der Etappenplaner hilft beim Aufteilen.

Maut im Detail

Auf dänischen Straßen zahlst du nichts, auf den Brücken dafür umso bewusster. Die Storebæltbrücke zwischen Fünen und Seeland kostet 2026 je Richtung 235 DKK für Pkw und 360 DKK für Gespanne. Teuer wird es für das typische Wohnmobil: Bis 3,5 t und zwischen 6 und 10 m Länge nennt der ADAC 645 DKK. Mit dem Wohnmobil-Vertrag von Storebælt, für den du einen Bizz-Transponder oder die Kennzeichenzahlung im Privatvertrag brauchst, sinkt der Preis auf 314 DKK je Fahrt. Der Vertrag gilt nur für Wohnmobile über 6 m und bis 3.500 kg; mit Anhänger und mehr als 10 m Gesamtlänge gilt er nicht. Für Wohnmobile über 3,5 t prüfst du den Preis vor der Fahrt bei Storebælt. Gemessen wird automatisch inklusive Fahrradträger und Dachbox, also keine Diskussion an der Schranke.

Die Öresundbrücke nach Malmö ist teurer: 65 € für Fahrzeuge unter 6 m, 130 € für Wohnmobile von 6 bis 10 m und Gespanne bis 15 m, 228 € darüber. Online-Tickets sind günstiger (58 bzw. 116 €, mit Newsletter-Anmeldung noch einmal 10 % weniger). Wer zweimal fährt, rechnet das Jahresabo ØresundGO (51 € Jahresgebühr, dann 25 bzw. 50 € je Fahrt) gegen; laut Betreiber lohnt es sich ab der zweiten Überfahrt. Alle Preise sind Stand 2026 und werden jährlich angepasst. Den Vergleich mit anderen Ländern findest du im Maut-Überblick.

Stellplätze und Campingplätze

Freies Übernachten im Wohnmobil ist in Dänemark nicht erlaubt. Das Jedermannsrecht gilt hier nicht, und die hübschen Naturlagerplätze im Wald sind ausdrücklich nur für Zelte, nicht für Fahrzeuge. Auf Rast- und Parkplätzen entscheidet die Beschilderung, ob und wie lange du stehen darfst; wer Stühle rausstellt oder die Markise ausfährt, campt und riskiert ein Bußgeld. Bei Privatgrund brauchst du die Erlaubnis des Eigentümers.

Das Angebot an legalen Plätzen ist dafür gut: Dänische Campingplätze sind oft großzügig, mit Küchen, Spielplätzen und Zugang zum Strand, und es gibt ein wachsendes Netz einfacher Stellplätze bei Häfen, Bauernhöfen und Gemeinden. Viele Plätze verlangen eine Campingkarte (etwa die Camping Key Europe) oder verkaufen eine Tageskarte an der Rezeption. Außerhalb der Hauptsaison kannst du fast überall spontan ankommen.

Fahren

Die Limits sind übersichtlich: 130 auf der Autobahn für Wohnmobile bis 3,5 t, 80 außerorts und auf Schnellstraßen, 50 im Ort. Schwere Wohnmobile fahren 80 auf der Autobahn und nur 70 auf der Landstraße. Gespanne sind auf 80 begrenzt; die 100 km/h auf der Autobahn gibt es nur mit einer dänischen Plakette nach Prüfung in Dänemark, deine deutsche Tempo-100-Plakette zählt nicht.

Licht brennt ganztags, auch im Sommer. Alkoholfahrten werden nach Einkommen bestraft, und bei groben Verstößen kann das Fahrzeug beschlagnahmt werden. Die weißen Dreiecke auf der Fahrbahn („Haifischzähne“) heißen Vorfahrt gewähren. Parken ist nur mit Parkscheibe oder Ticket erlaubt, wo es beschildert ist, und Verstöße kosten viel. Die Maximalmaße (12 m, 2,55 m breit, 4 m hoch; Gespann 18,75 m) sind hart, Ausnahmen für Wohnmobile gibt es nicht.

In Kopenhagen, Aarhus, Odense und Aalborg gelten Umweltzonen, die ältere Diesel ausschließen: Wohnmobile mit Diesel und Erstzulassung vor 2011 ohne Partikelfilter kommen nicht hinein. Ab Euro 5 fährst du ohne Anmeldung, nachgerüstete Filter musst du vorher registrieren.

Mit Hund

Dänemark ist mit Hund gut zu bereisen, hat aber eine der strengsten Rasselisten Europas. 13 Rassen und ihre Mischlinge sind verboten, darunter Pitbull Terrier, Tosa Inu, American Staffordshire Terrier, Dogo Argentino, American Bulldog, Boerboel und Kangal. Das Verbot gilt auch für Urlauber; erlaubt ist nur die reine Durchreise, bei der der Hund das Fahrzeug nur zum Lösen kurz verlässt. Wer unsicher ist, ob sein Mischling betroffen sein könnte, klärt das vor der Fahrt mit der dänischen Lebensmittelbehörde Fødevarestyrelsen.

Für alle anderen gilt: An Stränden ist vom 1. April bis 30. September Leine Pflicht, im Winterhalbjahr darf der Hund unter Kontrolle frei laufen. In Wäldern und Naturschutzgebieten gilt ganzjährig Leinenpflicht. Dafür gibt es über das Land verteilt eingezäunte Hundewälder (hundeskove), in denen Hunde ganzjährig ohne Leine toben dürfen. Weitere hundefreundliche Ziele stehen im Ratgeber zum Urlaub mit Hund.

Geld sparen

Der größte Hebel ist die Brücke: der Wohnmobil-Vertrag bei Storebælt spart pro Richtung gut 300 DKK, das Online-Ticket bei Öresund 7 bis 14 €. Wer Jütland bereist und Seeland weglässt, zahlt gar keine Brücke. Diesel ist in Dänemark meist teurer als in Deutschland, der volle Tank aus Flensburg lohnt sich. Lebensmittel sind spürbar teurer; der Einkauf in Deutschland vor der Grenze ist Tradition, nicht Geiz.

Gas: Fahr mit vollen deutschen Flaschen los, denn getauscht werden sie nicht. Reicht der Vorrat nicht, kaufst du eine dänische Flasche mit Schraubgewinde, die an den deutschen Regler passt. Der Gasvorratsrechner zeigt, ob du überhaupt in Verlegenheit kommst. Die Gesamtrechnung aus Brücke, Diesel und Plätzen machst du mit dem Reisekostenrechner.