Küste · Frankreich
Französische Atlantikküste mit dem Wohnmobil
Von La Rochelle bis Biarritz: 400 Kilometer Sandstrand, Pinienwälder, Austern und Surfer, dazwischen die höchste Düne Europas.
Die Stationen
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1
La Rochelle · 1 Tag
Der alte Hafen mit den drei Türmen ist der Mittelpunkt, dahinter Arkadengassen und der Markt. Das Aquarium ist eines der besten Europas und ein guter Regentag. Wohnmobile parken am Port des Minimes, von dort fährt ein Boot in die Stadt.
Sehenswert: Tour de la Lanterne, Aquarium La Rochelle, Vieux-Port (La Rochelle)
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2
Saint-Martin-de-Ré · 2 Tage
Die Île de Ré ist eine Fahrradinsel: Wohnmobil auf den Stellplatz, Räder runter, dann weiße Dörfer, Salzgärten und der Phare des Baleines. Saint-Martin mit Vauban-Festung und Hafen ist der Hauptort, Ars-en-Ré mit dem schwarzen Kirchturm der schönste. Esel in Hosen gibt es wirklich.
Sehenswert: Befestigungsanlagen von Vauban, Phare des Baleines, Ars-en-Ré
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3
Royan · 1 Tag
Nach dem Krieg in Beton neu gebaut, mit einer erstaunlichen Kirche und Villen aus den 50ern. Von hier fahren Boote zum Leuchtturm Cordouan, dem ältesten Frankreichs, der bei Ebbe im Meer steht. Die Fähre nach Le Verdon spart den Umweg um die Gironde.
Sehenswert: Phare de Cordouan, Notre-Dame de Royan
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4
Arcachon · 2 Tage
Die Dune du Pilat ist über 100 Meter hoch und mehr Anstrengung, als sie aussieht; früh morgens oder zum Sonnenuntergang hochgehen. Arcachon selbst hat die Ville d'Hiver mit Jugendstilvillen, am Bassin die Austernhütten von Gujan-Mestras und L'Herbe. Bootstour zur Île aux Oiseaux mit den Stelzenhäusern.
Sehenswert: Dune du Pilat, Bassin d'Arcachon, Ville d'Hiver
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5
Mimizan · 1 Tag
Mitten in den Landes: Pinienwald bis zur Düne, dahinter der Strand bis zum Horizont. Radwege führen durch den Wald zu den Binnenseen. Der Courant d'Huchet weiter südlich ist ein Urwaldfluss, den man mit dem Kahn befährt.
Sehenswert: Landes de Gascogne, Courant d'Huchet
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6
Capbreton · 1 Tag
Hossegor und Capbreton sind die Surfhauptstadt Europas, im Herbst mit Weltcup. Zuschauen lohnt auch ohne Brett, der Gouf vor der Küste macht die Wellen. Fischmarkt am Hafen, Stellplätze gibt es hinter den Dünen.
Sehenswert: Gouf de Capbreton, Hossegor
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7
Biarritz · 1 Tag
Grande Plage, Rocher de la Vierge und die Markthallen, dazu Pintxos in Bayonne nebenan. Biarritz ist mit dem Wohnmobil mühsam, parke am Stadtrand und nimm den Bus. Saint-Jean-de-Luz südlich ist der ruhigere baskische Ort, mit geschützter Bucht; Spanien liegt dann vor der Tür.
Sehenswert: Rocher de la Vierge, Grande Plage (Biarritz), Saint-Jean-de-Luz
Warum an die Atlantikküste
Die französische Atlantikküste zwischen La Rochelle und Biarritz hat etwas, das im Mittelmeerraum selten geworden ist: Platz. Die Côte d'Argent in den Landes ist ein durchgehender Sandstrand von über 200 Kilometern, dahinter Dünen, dahinter der größte Kiefernwald Westeuropas. Es gibt keine Steilküste, keine Buchten, keine Yachthäfen, nur Strand, Wellen und Pinien. Wer das langweilig findet, ist hier falsch. Wer morgens aus dem Wohnmobil über die Düne läuft und niemanden sieht, versteht, worum es geht.
Dazu kommen die Kontraste an den Enden: im Norden La Rochelle und die Île de Ré mit ihren weißen Dörfern und Salzgärten, in der Mitte das Bassin d'Arcachon mit der Dune du Pilat, im Süden die Baskenküste, wo die Berge ans Meer kommen und das Essen plötzlich spanisch wird.
Die Route läuft von Norden nach Süden, rund 450 Kilometer. Zehn Tage sind gut, sechs reichen, wenn du die Charente-Küste auslässt.
Die Route in Kürze
La Rochelle ist Stadt und Hafen, mit dem besten Aquarium Frankreichs. Über die Brücke liegt die Île de Ré, die man mit dem Rad erkundet; das Wohnmobil bleibt am Stellplatz. Royan hat die Fähre über die Gironde, die den Umweg über Bordeaux spart.
Arcachon ist die Mitte und der Höhepunkt: Austernhütten am Bassin, Jugendstilvillen in der Ville d'Hiver und die Dune du Pilat, ein Sandberg von über 100 Metern, den der Wind jedes Jahr ein Stück landeinwärts schiebt. Danach beginnen die Landes: Mimizan steht hier stellvertretend für ein Dutzend ähnlicher Orte, alle nach demselben Muster gebaut, Strand, Düne, Wald, See. Capbreton und Hossegor sind die Surforte, Biarritz ist das mondäne Finale mit baskischem Hinterland.
Beste Zeit
Juni und September. Das Wasser hat dann 18 bis 20 Grad, die Stellplätze sind frei, die Austernhütten offen. Juli und August sind voll, besonders auf der Île de Ré und am Bassin d'Arcachon, wo die Zufahrten zur Dune du Pilat ab Vormittag dichtgemacht werden. In den Landes verteilt es sich besser, der Strand ist einfach zu lang, um voll zu werden.
Mai und Oktober sind Radmonate. Das Wasser ist kalt, aber die Radwege durch die Pinienwälder sind dann leer, und die Surfer haben im Herbst die besten Wellen. Im Winter sind die meisten Stellplätze an der Küste geschlossen.
Mit Hund
Fast jeder Küstenort hat einen Hundestrand, meist am Ende der überwachten Zone. Die Hauptstrände sind von Juni bis September tagsüber gesperrt, früh und spät meist frei; die Schilder am Zugang gelten. In den Landes ist der Strand so lang, dass du in zehn Minuten Fußweg immer eine freie Stelle findest.
Die Gefahr ist das Wasser. Die Atlantikbrandung ist stark, Rippströme (baïnes) ziehen hinaus, und ein Hund, der einem Ball in die Wellen nachschwimmt, kommt nicht automatisch zurück. Lass ihn nur in flache Zonen oder an die Binnenseen, davon gibt es in den Landes genug. Der Sand wird im Sommer mittags zu heiß für Pfoten. Auf die Dune du Pilat dürfen Hunde an der Leine; der Aufstieg ist für sie so anstrengend wie für dich.
Fahren und Übernachten
Die Autobahnen A10 und A63 sind mautpflichtig. Wohnmobile zwischen 2 und 3 Meter Höhe fahren in Klasse 2, ab 3 Meter oder über 3,5 Tonnen in Klasse 3; die Sensoren an den Stationen messen die Gesamthöhe inklusive Dachaufbauten. Durch die Landes führt die D652 parallel zur Küste, kerzengerade durch den Wald, kostenlos und ohne Verkehr.
Die Brücke zur Île de Ré ist gebührenpflichtig, im Sommer teurer als im Winter, und Wohnmobile zahlen den höheren Tarif. Die Insel ist streng mit wild stehenden Wohnmobilen; es gibt Stell- und Campingplätze, und außerhalb davon wird kontrolliert. Das gilt in abgeschwächter Form für die ganze Küste: Freistehen auf Strandparkplätzen ist fast überall per Schild untersagt, in den Landes stehen Höhenschranken vor den Waldparkplätzen.
Dafür ist das Angebot an Plätzen groß. Die Landes-Gemeinden betreiben eigene Aires hinter den Dünen, oft mit Hunderten Plätzen und einfacher Ausstattung. Am Bassin d'Arcachon gibt es Stellplätze bei den Austernzüchtern, und im Hinterland nehmen Höfe Wohnmobile auf. Biarritz ist die Ausnahme: Die Stadt mag keine Wohnmobile im Zentrum, parke an den Stellplätzen am Stadtrand und fahr mit dem Bus hinein.
Bordeaux hat eine Umweltzone mit Crit'Air-Pflicht; die bleibt bestehen, nachdem der Verfassungsrat 2026 die vom Parlament beschlossene Abschaffung gestoppt hat (Stand Oktober 2026). Wer die Stadt umfährt, braucht die Plakette nicht, aber die paar Euro sind gut angelegt.
Ein Wort zum Wald: Die Landes brennen. Im Sommer gilt häufig höchste Waldbrandstufe, dann sind Grillen und offenes Feuer verboten, Waldparkplätze werden gesperrt, und bei Wind werden ganze Küstenabschnitte evakuiert. Die Hinweise der Präfektur ernst nehmen.