Region · Italien

Apulien mit dem Wohnmobil

Der Absatz Italiens: Trulli, weiße Städte, barockes Lecce, Olivenhaine und 800 Kilometer Küste. Weit weg, aber mit dem Wohnmobil gut zu fahren und außerhalb des Sommers fast leer.

Roadtrip hierher planen
Baden & StrandStädteWein & GenussFotografierenNatur & AussichtBurgen & Geschichte 8 bis 12 Tage 68 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Vieste · 2 Tage

    Die Spitze des Gargano, weiße Altstadt auf dem Felsen, der Monolith Pizzomunno am Strand. Bootstour zu den Grotten am Morgen, nachmittags in die Foresta Umbra, wo es zehn Grad kühler ist. Campingplätze reihen sich an der Küste, im Sommer reservieren.

    Sehenswert: Gargano, Pizzomunno, Foresta Umbra

    Plätze rund um Vieste

  2. 2

    Trani · 1 Tag

    Die Kathedrale steht direkt am Meer, abends bei Licht ein Bild. Hafen mit Fischrestaurants, Burg nebenan. Von hier aus das Castel del Monte als Abstecher ins Hinterland, 40 Minuten, Parkplatz für Wohnmobile unten mit Shuttle.

    Sehenswert: Kathedrale von Trani, Castel del Monte

    Plätze rund um Trani

  3. 3

    Bari · 1 Tag

    Bari Vecchia, die Altstadt, ist ein Labyrinth, in dem Frauen vor der Haustür Orecchiette machen. Basilika San Nicola, Fischmarkt am Hafen, Focaccia barese. Mit dem Wohnmobil am Rand parken, die Stadt ist für große Fahrzeuge nicht gemacht.

    Sehenswert: Basilika San Nicola, Bari Vecchia

    Plätze rund um Bari

  4. 4

    Alberobello · 1 Tag

    Die Trulli-Stadt, Welterbe und entsprechend voll. Rione Monti ist das Souvenir-Viertel, Rione Aia Piccola das ruhige, in dem Menschen wohnen. Komm abends oder früh morgens, die Busse kommen ab 10 Uhr. Stellplätze liegen fünf Minuten von den Trulli, Übernachten woanders im Ort ist verboten.

    Sehenswert: Trulli von Alberobello, Trullo Sovrano, Valle d'Itria

    Plätze rund um Alberobello

  5. 5

    Ostuni · 1 Tag

    Die weiße Stadt auf dem Hügel, von weitem schon sichtbar. Gassen, Treppen, Aussicht aufs Meer über die Olivenhaine. Unten an der Küste liegt das Naturschutzgebiet Torre Guaceto mit einem der wenigen unverbauten Strände. Wohnmobile parken unterhalb der Altstadt.

    Sehenswert: Kathedrale von Ostuni, Torre Guaceto

    Plätze rund um Ostuni

  6. 6

    Lecce · 2 Tage

    Das Florenz des Südens: Barock aus goldgelbem Stein, am schönsten abends bei Beleuchtung. Santa Croce, Piazza del Duomo, das römische Amphitheater mitten in der Stadt. Zum Frühstück Pasticciotto und Caffè Leccese mit Mandelmilch. Stellplätze am Stadtrand, mit Rad oder Bus hinein.

    Sehenswert: Basilica di Santa Croce (Lecce), Römisches Amphitheater Lecce, Piazza del Duomo (Lecce)

    Plätze rund um Lecce

  7. 7

    Otranto · 2 Tage

    Der östlichste Punkt Italiens, bei klarer Sicht siehst du Albanien. Die Kathedrale hat ein Bodenmosaik, das du nicht vergisst. Von hier aus die Küste nach Süden bis Santa Maria di Leuca, Badebuchten und die Grotta della Poesia im Norden. Zwei Tage, mindestens einer davon am Wasser.

    Sehenswert: Kathedrale von Otranto, Baia dei Turchi, Grotta della Poesia

    Plätze rund um Otranto

Warum nach Apulien

Apulien ist weit. Von München sind es 1400 Kilometer bis Bari, zwei volle Fahrtage. Wer sie auf sich nimmt, bekommt einen Teil Italiens, der sich von Norden deutlich unterscheidet: flach, trocken, von Olivenhainen bedeckt, mit Städten, die weiß in der Sonne stehen, und einer Küste, die auf 800 Kilometern von Felsgrotten bis zu karibisch hellen Stränden alles hat. Das Essen ist einfach und sehr gut, die Menschen sind direkt, und außerhalb des Sommers hast du die Hälfte der Orte für dich.

Für Wohnmobile ist Apulien dankbar: Die Hauptstraßen sind breit und ab Bari mautfrei, Stellplätze gibt es viele, oft auf Olivenhöfen, und Campingplätze liegen an fast jedem Strand. Die Herausforderung ist die Hitze im Sommer und die Entfernung, nicht die Straße.

Die Route in Kürze

Die Route läuft von Norden nach Süden die Adriaküste hinunter: Start am Gargano in Vieste, dann Trani mit seiner Kathedrale am Meer, Bari, hinein ins Hinterland nach Alberobello, über Ostuni nach Lecce und bis Otranto an der Spitze. Das sind rund 450 Kilometer in Apulien selbst, dazu die Anfahrt.

Wer über die A14 kommt, passiert den Gargano ohnehin, der Abstecher nach Vieste kostet einen halben Tag Fahrt auf kurviger Straße und lohnt sich für zwei Nächte. Wer wenig Zeit hat, lässt den Gargano weg und beginnt in Trani. Von Otranto aus geht es entweder zurück an der Ionischen Küste über Gallipoli und Taranto nach Matera in der Basilikata, das verlängert die Reise um drei Tage und lohnt jeden davon. Oder du nimmst die Fähre von Bari oder Brindisi nach Griechenland.

Acht Tage sind das Minimum, zwölf sind komfortabel. Die Strecken zwischen den Stationen sind kurz, selten über eine Stunde, der Rhythmus ist langsam.

Beste Zeit

Mai, Juni und September sind die Monate für Apulien. Das Meer ist ab Juni warm, die Temperaturen liegen bei 25 bis 30 Grad, die Plätze sind offen und nicht voll. Im Mai blühen die Olivenhaine, im September ist Weinlese und Tomatenernte.

Juli und August sind heiß, oft 38 Grad und mehr, mit Wind aus Afrika. Die Küste ist dann voll mit italienischen Urlaubern, die Strände sind verbaut, die Campingplätze ausgebucht und teuer. Die Städte stehen mittags still. Wer nur im Sommer kann, steht am Meer, badet früh und spät und lässt die Städte auf den Abend.

April und Oktober sind mild und leer, mit 18 bis 24 Grad, das Meer ist frisch, aber machbar. Viele Campingplätze an der Küste öffnen erst Mitte April und schließen Anfang Oktober, die Stellplätze bleiben. Im Winter ist Apulien ruhig und grün, mit 12 bis 15 Grad, ideal für Städte und Olivenöl, aber viele Plätze haben zu.

Mit Hund

Apulien ist freundlich zu Hunden, aber die Hitze setzt die Grenzen. Von Juni bis September ist das Pflaster in den Städten mittags so heiß, dass Pfoten verbrennen. Du gehst früh und nach Sonnenuntergang, mittags bleibt der Hund im Schatten am Platz mit Wasser, besser noch in einer Klimaanlage.

Offizielle Strände (Lidos) sind von Mai bis September für Hunde gesperrt. Es gibt ausgewiesene Hundestrände bei Vieste, Monopoli und im Salento, und außerhalb der Saison kannst du an jeden freien Strandabschnitt. Im Nationalpark Gargano gilt Leinenpflicht. Auf dem Land und in den Vororten gibt es streunende Hunde, meist friedlich, aber den eigenen Hund im Blick behalten. Stellplätze und Campingplätze nehmen Hunde ohne Ausnahme, viele Agriturismi auch.

Fahren und Übernachten

Die Straßen in Apulien sind besser als ihr Ruf. Die SS16 an der Küste ist eine Schnellstraße, die SS379 und SS613 Richtung Lecce ebenso, alle mautfrei. Die Autobahn A14 endet in Taranto, du brauchst sie innerhalb Apuliens kaum. Die Landstraßen im Hinterland sind schmal, aber flach und ruhig, zwischen Trockenmauern und Olivenhainen.

Der Gargano ist die Ausnahme: Die Küstenstraße zwischen Peschici und Vieste ist kurvig, eng und steil, mit Kehren über dem Meer. Mit sieben Metern ist das in Ordnung, wenn du Zeit hast, mit über acht Metern und Anhänger ist es mühsam. Im Sommer stehen dort Kolonnen.

Der Fahrstil ist süditalienisch: dicht auffahren, knapp überholen, Blinker optional. Das meint niemand böse, bleib rechts, fahr dein Tempo und lass dich nicht drängen. In Kreisverkehren fährt oft, wer zuerst da ist.

Alle Altstädte sind ZTL mit Kameras: Lecce, Bari, Trani, Ostuni, Otranto, auch kleine Orte. Du steuerst immer den Wohnmobilparkplatz oder Stellplatz außerhalb an und gehst. In Lecce und Bari liegen die Stellplätze am Stadtrand mit Bus- oder Radanbindung, in Ostuni und Otranto unterhalb der Altstadt.

Übernachten: Stellplätze gibt es viele, oft bei Agriturismi auf Olivenhöfen, mit Abendessen und Olivenöl zum Mitnehmen. Campingplätze liegen an der Küste, im Sommer voll. Alberobello verbietet das Übernachten im Fahrzeug außerhalb der ausgewiesenen Plätze, hat aber mehrere direkt bei den Trulli. Freies Stehen an der Küste wird im Sommer in vielen Gemeinden per Verordnung verboten, besonders im Salento zwischen Otranto und Leuca und am Gargano. Außerhalb der Saison wird es auf Parkplätzen geduldet, solange du nicht campierst, aber die Beschilderung gilt.

Maut zahlst du nur auf der Anfahrt über die A14 oder A1, Klasse B für fast alle Wohnmobile. In Apulien selbst fährst du mautfrei.