Stellplatz-Apps und Navi-Apps fürs Wohnmobil: Was sie können und was sie kosten
Stellplatz- und Navi-Apps fürs Wohnmobil sachlich verglichen: Datenquellen, Offline-Karten, Abopreise laut Anbieter und worauf es bei der Routenführung ankommt.
Stand 13.10.2026 · 7 Min. Lesezeit

Für die Platzsuche reicht den meisten eine Stellplatz-App mit Offline-Funktion, und die kostet bei den verbreiteten Anbietern zwischen rund 10 und 18 Euro im Jahr (Stand Oktober 2026). Eine eigene Navi-App fürs Wohnmobil brauchst du erst, wenn dein Fahrzeug so hoch, lang oder schwer ist, dass eine normale Karten-App dich in Schwierigkeiten bringen kann. Eine „beste“ App gibt es nicht: Die Apps unterscheiden sich vor allem darin, woher ihre Daten kommen.
Erst die Datenquelle verstehen
Bevor du Funktionen vergleichst, schau, wer die Einträge schreibt. Davon hängt ab, was du findest und wie sehr du dich darauf verlassen kannst.
- Von Nutzern eingetragene Plätze. Jeder kann einen Ort melden, vom offiziellen Stellplatz bis zum Wanderparkplatz. Das ergibt die größte Auswahl und die aktuellsten Kommentare, aber auch Einträge, an denen Übernachten gar nicht erlaubt ist.
- Redaktionell gepflegte Verzeichnisse. Verlage und Clubs prüfen Stellplätze und Campingplätze und pflegen Preise und Ausstattung. Das ergibt weniger Einträge, dafür fast nur offizielle Plätze.
- Mitgliedschaften. Apps wie die von Landvergnügen zeigen nur die eigenen Gastgeber. Das ist ein eigenes Thema, siehe Landvergnügen und ähnliche Stellplatzführer.
In der Praxis nutzen viele zwei Apps nebeneinander: eine mit Nutzereinträgen für die spontane Suche und eine redaktionelle für Plätze, bei denen Preis und Ausstattung stimmen sollen.
Vier verbreitete Stellplatz-Apps im Vergleich
Die Tabelle ist alphabetisch sortiert und keine Rangliste. Alle Angaben zu Umfang, Funktionen und Preisen stammen von den Anbietern selbst, abgerufen am 13. Oktober 2026. Preise und Funktionsumfang ändern sich, prüf sie vor dem Abschluss im App Store.
| App | Daten | Umfang laut Anbieter | Bezahlversion | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Campercontact | Verzeichnis mit Bewertungen | über 60.000 Wohnmobilstellplätze in 58 Ländern | PRO+: werbefrei, Offline-Modus, Reiseplaner und Favoriten, über 70 Filter, Satellitenkarte | 4,99 € im Monat, 17,99 € im Jahr oder 119,99 € einmalig |
| park4night | von Nutzern eingetragen | über 370.000 Orte weltweit | park4night+: Offline-Karten, erweiterte Suchfilter | 9,99 € im Jahr oder 1,99 € im Monat |
| PiNCAMP Camping App (ADAC) | redaktionell, Schwerpunkt Campingplätze | Zugang zu über 11.000 Stellplatz-Daten im Abo | PiNCAMP Plus: Stellplatz-Daten und digitale ADAC Campcard | 9,99 € im Jahr (Einstiegspreis laut Anbieter) |
| Stellplatz-Radar (promobil) | redaktionell mit Nutzerbewertungen | über 30.000 Stell- und Campingplätze | Plus: erweiterte Filter, Favoriten, Notizen, Offline-Nutzung, werbefrei | 2,99 € im Monat oder 9,99 € im Jahr |
Ein paar Erläuterungen dazu:
- Campercontact nennt den Offline-Modus für 44 Länder und bewirbt zusätzlich eine eigene Wohnmobil-Navigation.
- park4night listet neben Stell- und Campingplätzen auch Parkplätze, Picknickplätze und Entsorgungsstationen. Nach Anbieterangaben lassen sich über 5.000 Stell- und Campingplätze direkt aus der App buchen.
- PiNCAMP ist die Camping-App des ADAC. Das Plus-Abo läuft zwölf Monate, verlängert sich und ist jederzeit kündbar. Die enthaltene Campcard ist eine Rabattkarte für Campingplätze, mehr dazu im Beitrag CampingCard ACSI und andere Rabattkarten.
- Stellplatz-Radar ist die App der Zeitschrift promobil. Die Grundfunktionen sind kostenlos.
Daneben gibt es viele weitere Apps, etwa von ACSI für die eigenen Campingführer, von Stellplatzketten und von Reservierungsportalen. Für sie gilt dasselbe Prüfschema.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Offline-Funktion. Der wichtigste Punkt. Gerade dort, wo du abends einen Platz suchst, ist das Netz oft schwach: im Gebirge, an der Küste, hinter der Grenze. Lade die Länder deiner Route zu Hause im WLAN. Wie du unterwegs überhaupt ins Netz kommst, steht im Beitrag Internet im Wohnmobil.
Filter. Sinnvoll sind Filter für Fahrzeuglänge, Strom, Ver- und Entsorgung, Hunde und Öffnungszeit im Winter. Eine App mit hunderttausenden Einträgen ist ohne gute Filter mühsam.
Aktualität. Schau auf das Datum der letzten Kommentare, nicht auf die Sternebewertung. Ein Stellplatz, dessen letzter Kommentar drei Jahre alt ist, kann geschlossen oder umgebaut sein. Preise in Apps sind oft veraltet. Verlässlich ist nur die Seite der Gemeinde oder des Betreibers.
Reservierung. Immer mehr Stellplätze lassen sich vorab buchen, über die App des Betreibers oder ein Portal. Das ist bequem, bindet dich aber an ein Konto je Anbieter.
Datenschutz und Kosten. Kostenlose Apps finanzieren sich über Werbung und Daten. Ein Jahresabo von 10 bis 18 Euro ist im Verhältnis zu einer einzigen Übernachtung wenig. Kündige Probeabos rechtzeitig, viele verlängern sich automatisch.
Was ein App-Eintrag nicht bedeutet
Ein Platz in der App ist keine Erlaubnis. Bei Apps mit Nutzereinträgen stehen offizielle Stellplätze neben Parkplätzen, auf denen jemand einmal unbehelligt übernachtet hat. Maßgeblich sind das Schild vor Ort und das Recht des Landes. In Deutschland ist eine Nacht zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit dort geduldet, wo Parken erlaubt ist, aber ohne Stühle, Markise und Stützen. In vielen Nachbarländern ist das Übernachten außerhalb von Plätzen ganz verboten. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Wildcampen und Freistehen in Deutschland und in den Länderprofilen.
Noch etwas: Plätze, die in einer App viele begeisterte Kommentare haben, sind nicht mehr still. Wenn ein schöner Parkplatz am See durch eine App jeden Abend zehn Fahrzeuge anzieht, stellt die Gemeinde irgendwann ein Verbotsschild oder einen Höhenbalken auf. Halte dich an die Regeln und hinterlass nichts, dann bleiben solche Plätze länger offen.
Navi-Apps: Wann sich eine Wohnmobil-Navigation lohnt
Eine normale Karten-App kennt dein Fahrzeug nicht. Sie führt dich über die schnellste Strecke, auch wenn dort eine Brücke mit 2,80 Meter Durchfahrtshöhe steht, eine Ortsdurchfahrt auf 3,5 Tonnen begrenzt ist oder eine Passstraße für Gespanne gesperrt ist. Eine Wohnmobil-Navigation fragt dein Fahrzeugprofil ab und rechnet damit. Solche Lösungen gibt es als eigene App, als Zusatzfunktion einer Stellplatz-App und als fest verbautes oder mobiles Navigationsgerät.
Achte bei der Auswahl auf diese Punkte:
- Fahrzeugprofil. Höhe, Breite, Länge, tatsächliches Gewicht und zulässige Gesamtmasse müssen einstellbar sein, beim Gespann auch die Zuglänge. Miss dein Fahrzeug selbst, mit Dachhaube, Sat-Anlage und Fahrradträger. Wie du das Gewicht ermittelst, steht im Beitrag Wohnmobil und Wohnwagen wiegen.
- Kartenmaterial offline. Die Routenführung muss ohne Netz funktionieren.
- Beschränkungen in der Karte. Entscheidend ist, wie vollständig Höhen-, Breiten- und Gewichtsgrenzen erfasst sind. Kein Anbieter garantiert das. Abseits der Hauptstraßen und im Ausland sind die Daten lückenhafter.
- Verkehrslage. Stauumfahrungen sind nützlich, aber gerade sie führen gern durch enge Orte. Sieh dir die Alternativroute an, bevor du sie annimmst.
- Umweltzonen und Maut. Manche Apps zeigen Umweltzonen an. Für die Maut im Ausland zählt aber dein Fahrzeug, nicht die App. Einen Überblick gibt der Beitrag Maut in Europa.
Preise für Navi-Apps nennen wir hier nicht, weil die Modelle stark auseinandergehen: Jahresabo, Einmalkauf je Kartenregion oder im Gerätepreis enthaltene Karten. Rechne den Preis auf drei Jahre hoch, bevor du vergleichst.
Wo jede Navigation an Grenzen stößt
Auch die beste Navigation ersetzt das Schild nicht. Wenn vor dir eine Höhenangabe steht, gilt sie, egal was das Gerät sagt. Drei Gewohnheiten helfen mehr als jede App:
- Höhe, Breite und Gewicht deines Fahrzeugs auf einem Zettel am Armaturenbrett.
- Die letzten Kilometer zum Stellplatz vorher in der Satellitenansicht ansehen, vor allem in Altstädten und an Hängen.
- Im Zweifel anhalten und zu Fuß nachsehen, bevor du in eine Gasse einbiegst, aus der du rückwärts wieder herausmusst.
Die Tagesetappen planst du am besten nicht in der Navi-App, sondern vorher: Der Etappen-Rechner hilft bei der Einteilung, und im Roadtrip-Planer findest du fertige Routen nach Region.
Häufige Fragen
Welche Stellplatz-App ist kostenlos?
Die Grundfunktionen der verbreiteten Stellplatz-Apps sind kostenlos. Offline-Karten, erweiterte Filter und Werbefreiheit stecken meist in einem Jahresabo.
Brauche ich eine eigene Navi-App fürs Wohnmobil?
Bei einem Kastenwagen unter drei Metern Höhe und bis 3,5 Tonnen kommst du mit einer normalen Karten-App meist zurecht, wenn du Schilder liest. Je höher, länger und schwerer das Fahrzeug, desto mehr bringt eine Navigation, die Maße und Gewicht berücksichtigt.
Funktionieren Stellplatz-Apps ohne Internet?
Nur, wenn du die Daten vorher heruntergeladen hast. Diese Offline-Funktion gehört bei den meisten Anbietern zum bezahlten Abo.
Darf ich überall stehen, wo eine App einen Platz anzeigt?
Nein. Ein Eintrag in einer App ist keine Erlaubnis. Es gilt die Beschilderung vor Ort und das Recht des jeweiligen Landes.