Was kostet ein Wohnmobil? Preise neu und gebraucht, nach Bauart
Neue Wohnmobile beginnen bei rund 45.000 Euro, Integrierte kosten schnell das Doppelte. Listenpreise je Bauart, Aufpreise, Gebrauchtmarkt und laufende Kosten.
Stand 13.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Ein neues Wohnmobil kostet in der Grundausstattung zwischen rund 45.000 Euro für einen einfachen Campingbus oder Kastenwagen und deutlich über 100.000 Euro für einen gut ausgestatteten Integrierten. Der ADAC nennt als Rahmen „ab etwa 35.000 Euro“ für einfache Modelle und „bis zu 150.000 Euro (und mehr)“ für vollintegrierte Reisemobile (Stand Mai 2026). Gebrauchte sind günstiger, aber weniger, als du es vom Pkw kennst: Wohnmobile halten ihren Wert besser.
Einen aktuellen Durchschnittspreis für neue Reisemobile veröffentlicht der Herstellerverband CIVD nicht in frei zugänglicher Form. Deshalb stehen hier keine Durchschnittswerte, sondern Listenpreise aus Herstellerunterlagen. Die sagen dir mehr, weil du siehst, was am unteren Ende tatsächlich angeboten wird.
Neupreise nach Bauart
Die folgende Tabelle zeigt Grundpreise aus zwei Herstellerquellen: der Pössl-Preisliste 2026 für kompakte Campingbusse und der Modellübersicht von Carado, einer Einsteigermarke mit allen vier großen Bauarten im Programm (abgerufen am 13. Oktober 2026). Alle Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen inklusive Mehrwertsteuer, mit dem kleinsten Motor und ohne Sonderausstattung.
| Bauart | Beispiel | Grundpreis |
|---|---|---|
| Campingbus mit Aufstelldach, 4,95 m | Pössl Vanster und Campster | 44.999 bis 49.999 € |
| Kastenwagen, 5,41 bis 6,36 m | Carado CV540 bis CV640 | 48.249 bis 51.249 € |
| Kastenwagen, bessere Ausstattungslinie | Carado CV540 Pro bis CV640 Pro+ | 55.199 bis 63.099 € |
| Teilintegrierter, 5,96 bis 7,41 m | Carado T135 bis T447 | 57.899 bis 63.799 € |
| Alkoven, bis 7,26 m | Carado A132 Pro bis A464 Pro | 60.299 bis 68.499 € |
| Integrierter, bis 7,43 m | Carado I338 und I447 | 76.699 bis 78.999 € |
Zwei Dinge musst du beim Lesen wissen. Erstens ist das der Einstieg: Marken der Mittel- und Oberklasse liegen in jeder Bauart spürbar darüber, bei Integrierten reicht die Spanne laut ADAC bis 150.000 Euro und mehr. Zweitens zeigt die Carado-Seite neben vielen Grundpreisen einen zweiten, um 1.500 bis 3.000 Euro niedrigeren Ab-Preis. Das zeigt, wie viel Bewegung schon in den offiziellen Preisen steckt. Ein Händlerangebot ist noch einmal etwas anderes als ein Listenpreis.
Mehr zu den Unterschieden der Bauarten steht im Beitrag Kastenwagen, Teilintegriert, Integriert, Alkoven.
Was zum Grundpreis dazukommt
Kaum ein Wohnmobil verlässt den Händler zum Grundpreis. Die Aufpreisliste ist lang, und einige Posten sind keine Spielerei, sondern entscheiden über die Nutzbarkeit. Zwei Beispiele aus der Pössl-Preisliste 2026 zeigen die Größenordnung: Der stärkere Motor mit Automatik kostet beim Campster 3.600 Euro Aufpreis, die Wohnraum-Standheizung 2.549 Euro.
Typische Posten, die du vor dem Vergleich zweier Angebote klären solltest:
- Motorisierung und Automatikgetriebe
- Fahrerhaus-Paket mit Klimaanlage, Tempomat und Assistenzsystemen, sofern nicht serienmäßig
- Markise, Fahrradträger, Solaranlage, zweite Aufbaubatterie
- Heizung mit Elektrobetrieb oder Warmwasserheizung
- Auflastung ab Werk, wenn dir die Zuladung nicht reicht. Der ADAC nennt dafür 3.000 bis 7.500 Euro je nach Hersteller (Stand August 2026).
- Überführung, Übergabe und Zulassung, die viele Händler getrennt berechnen
Lass dir immer einen Gesamtpreis für genau das Fahrzeug geben, das auf dem Hof steht oder bestellt wird, und vergleiche nur diese Zahl. Achte außerdem darauf, wie viel jedes Extra wiegt. Was Sonderausstattung mit deiner Zuladung macht, kannst du mit dem Zuladungsrechner durchspielen.
Was ein gebrauchtes Wohnmobil kostet
Der Gebrauchtmarkt ist größer als der Neuwagenmarkt. 2025 wurden in Deutschland 111.034 Reisemobile auf neue Halter umgeschrieben, bei 75.368 Neuzulassungen (CIVD, Jahresbilanz 2025). Trotzdem gibt es keine verlässliche Durchschnittszahl für Gebrauchtpreise, und wir nennen deshalb keine.
Was sich sagen lässt: Laut ADAC fallen die Abschläge gegenüber dem Neupreis geringer aus als bei Pkw, weil Wohnmobile wertstabiler sind. Ein drei Jahre altes Fahrzeug ist also kein Schnäppchen, und ein sehr günstiges Angebot hat meistens einen Grund. So kommst du zu einem realistischen Preis:
- Suche mindestens fünf Angebote desselben Modells, Grundrisses und Baujahrs und vergleiche Laufleistung und Ausstattung.
- Rechne Fälliges ein: Hauptuntersuchung, Gasprüfung, Reifen nach Alter, Zahnriemen nach Herstellervorgabe, Aufbaubatterie.
- Prüfe, ob die Dichtigkeitsprüfungen lückenlos gemacht wurden. Eine erloschene Dichtigkeitsgarantie und erst recht ein Feuchtigkeitsschaden drücken den Wert erheblich.
- Lass im Zweifel einen Sachverständigen draufschauen, bevor du unterschreibst.
Wie die Besichtigung abläuft und was in den Vertrag gehört, steht im Beitrag Wohnmobil gebraucht kaufen.
Laufende Kosten nach dem Kauf
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Diese festen Posten kommen bei einem Wohnmobil bis 3,5 Tonnen sicher auf dich zu (Stand Oktober 2026):
| Posten | Größenordnung | Rhythmus |
|---|---|---|
| Kfz-Steuer, 3,5 t, Schadstoffklasse S 4 oder besser | 240 € | jährlich |
| Hauptuntersuchung mit Abgasuntersuchung | rund 160 € | erstmals nach 36 Monaten, dann alle 24 |
| Gasprüfung | 40 bis 80 € | alle 24 Monate |
| Dichtigkeitsprüfung während der Herstellergarantie | 60 bis 200 € (Angabe von 2024) | jährlich |
| Versicherung | hängt von Fahrzeugwert, Region und Schadenfreiheit ab | jährlich |
Dazu kommen Wartung, Reifen, ein Abstellplatz, falls du keinen eigenen hast, und der Wertverlust. Alle Posten mit Beispielrechnung findest du im Beitrag Unterhaltskosten im Jahr, die Steuer im Detail unter Kfz-Steuer für Wohnmobil und Wohnwagen.
Über 3,5 Tonnen wird nicht nur das Fahrzeug teurer
Größere und schwerere Wohnmobile kosten mehr in der Anschaffung und im Betrieb. Wer nach 1998 den Führerschein gemacht hat, braucht die Klasse C1, die laut ADAC insgesamt etwa 3.000 bis 4.000 Euro kostet. Die Hauptuntersuchung liegt bei rund 180 Euro und ist ab dem siebten Jahr jährlich fällig, und in mehreren Ländern zahlst du höhere Maut. Alle Folgen stehen im Beitrag Wohnmobil bis oder über 3,5 Tonnen.
Rechnet sich das Kaufen überhaupt?
Das hängt davon ab, wie viele Nächte du im Jahr unterwegs bist. Wertverlust, Versicherung und Abstellplatz laufen das ganze Jahr, auch wenn das Fahrzeug steht. Wer nur zwei oder drei Wochen im Jahr fährt, sollte deshalb ehrlich gegen ein Mietfahrzeug rechnen. Eine Mietwoche vor dem Kauf hat noch einen zweiten Nutzen: Du merkst, welcher Grundriss und welche Länge zu dir passen, bevor du fünfstellig danebengreifst. Worauf es dabei ankommt, steht unter Wohnmobil mieten.
Vergiss in der Rechnung die Reise selbst nicht. Ein Campingplatz in Deutschland kostet in der Hochsaison 2026 im Schnitt 41 Euro pro Nacht für zwei Erwachsene und ein Kind (PiNCAMP-Preisanalyse). Sprit, Maut und Übernachtungen für eine konkrete Tour rechnet der Reisekosten-Rechner aus.
Wenn du nicht bar zahlst, lies vor dem Händlergespräch den Beitrag Leasen, finanzieren oder bar kaufen. Die Monatsrate allein sagt wenig darüber, was dich das Fahrzeug am Ende kostet.
Häufige Fragen
Was kostet ein neues Wohnmobil mindestens?
Der ADAC nennt für einfache Modelle etwa 35.000 Euro als untere Grenze. In den Preislisten der Hersteller beginnen ausgebaute Campingbusse und Kastenwagen im Herbst 2026 eher zwischen 45.000 und 50.000 Euro, jeweils ohne Sonderausstattung.
Was kostet ein gebrauchtes Wohnmobil?
Eine belastbare Durchschnittszahl gibt es nicht. Wohnmobile verlieren laut ADAC langsamer an Wert als Pkw, die Abschläge zum Neupreis sind also kleiner. Vergleiche mehrere Angebote desselben Modells und Baujahrs und rechne Reparaturen und fällige Prüfungen mit ein.
Welche Wohnmobil-Bauart ist am günstigsten?
Im Einstieg liegen Campingbusse mit Aufstelldach und Kastenwagen vorn. Teilintegrierte und Alkoven kosten in der Grundausstattung etwas mehr, Integrierte deutlich mehr.
Welche laufenden Kosten kommen nach dem Kauf dazu?
Kfz-Steuer, Versicherung, Hauptuntersuchung, Gasprüfung, die jährliche Dichtigkeitsprüfung während der Herstellergarantie, Wartung, Reifen und oft ein Abstellplatz. Dazu kommt der Wertverlust, der in keiner Rechnung auftaucht, aber der größte Posten sein kann.
Quellen und weiterführende Links
- ADAC: Wohnmobil kaufen – Finanzierung und Versicherung (18.05.2026)
- Carado: Modellübersicht mit Grundpreisen (abgerufen 13.10.2026)
- Pössl: Preisliste 2026 Campster und Vanster
- CIVD: Jahresbilanz 2025 (19.01.2026)
- ADAC: Kfz-Steuer für Wohnmobile (13.10.2025)
- ADAC: Auflastung von Wohnmobilen (27.08.2026)