Gebirge · Schweiz
Schweizer Alpenpässe mit dem Wohnmobil
Die klassische Vier-Pässe-Runde um Andermatt: Furka, Grimsel, Susten, Gotthard. Rhonegletscher, Stauseen, Tremola. Fahrerisch anspruchsvoll, landschaftlich die Krönung der Alpen, nur im Sommer.
Die Stationen
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1
Andermatt · 1 Tag
Das Dorf in der Mitte der vier Pässe, erreichbar von Norden durch die Schöllenenschlucht mit der Teufelsbrücke. Hier beginnst und endest du; Stellplatz und Campingplatz am Ortsrand, Gemsstockbahn für den Rundblick. Andermatt ist seit dem Resort-Ausbau teuer und voll, der Tag im Ort reicht.
Sehenswert: Schöllenenschlucht, Teufelsbrücke (Schöllenen), Gemsstock
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2
Oberwald · 1 Tag
Über den Furkapass ins Goms, mit Halt am Rhonegletscher beim Hotel Belvédère: Eisgrotte und der Blick auf den schwindenden Gletscher, früh morgens ohne Busse. Oberwald ist der obere Ort des Goms, mit der Dampfbahn Furka-Bergstrecke als Nostalgiefahrt zurück zum Pass und dem Autoverlad als Rückweg bei Schlechtwetter.
Sehenswert: Furkapass, Rhonegletscher, Dampfbahn Furka-Bergstrecke
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3
Meiringen · 1 Tag
Von Gletsch über den Grimselpass mit Totesee, Grimselsee und Räterichsbodensee hinunter ins Haslital. Meiringen hat die Aareschlucht, den Reichenbachfall (Sherlock Holmes starb hier) und die Meringue. Guter Platz für einen Tag ohne Pass, die Stellplätze liegen im Tal.
Sehenswert: Grimselpass, Aareschlucht, Reichenbachfall
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4
Wassen · 1 Tag
Über den Sustenpass zurück nach Uri, mit Halt am Steingletscher und am Sustenbrüggli. Wassen ist das Dorf mit der Kirche, die man von der Gotthardbahn aus dreimal sieht, weil die Bahn hier Kehrtunnel fährt. Klein, ruhig, mit Blick auf die Autobahnbrücken; von hier sind es 15 km nach Andermatt.
Sehenswert: Sustenpass, Steingletscher, Pfarrkirche Wassen
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5
Airolo · 1 Tag
Über den Gotthardpass ins Tessin. Oben das Hospiz, das Museum Sasso San Gottardo in der alten Festung, dann hinunter über die Tremola, die alte Pflasterstraße mit 24 Kehren, oder die neue Straße. Airolo ist der erste Ort auf der italienischen Seite, mit Grotto-Küche und Merlot; von hier zurück durch den Tunnel oder weiter nach Süden.
Sehenswert: Gotthardpass, Tremola, Sasso San Gottardo
Warum auf die Schweizer Pässe
Die Vier-Pässe-Fahrt ist die berühmteste Rundstrecke der Alpen, und das aus gutem Grund: Auf 150 km überquerst du vier Pässe über 2.100 m, fährst an einem Gletscher vorbei, der sich vor deinen Augen zurückzieht, an Stauseen in Granitkesseln, durch Galerien und über Pflasterkehren, und am Ende bist du wieder in Andermatt, als wäre nichts gewesen. Für Wohnmobilisten ist das die Reise, bei der das Fahren selbst das Ziel ist. Niemand kommt hierher, um zu baden oder zu bummeln.
Dafür musst du das Fahrzeug und die Pässe ernst nehmen. Die Strecken sind für Wohnmobile frei und mit angepasstem Tempo gut fahrbar, aber sie verzeihen weder überhitzte Bremsen noch Fahrfehler in den Kehren. Wer das erste Mal mit dem Wohnmobil über einen Alpenpass fährt, sollte mit dem Grimsel oder dem Susten beginnen, nicht mit dem Furka.
Die Route in Kürze
Rund um Andermatt, im Uhrzeigersinn. Von Andermatt nach Westen über den Furkapass nach Gletsch und Oberwald im Goms, mit dem Rhonegletscher als Höhepunkt. Von Gletsch nach Norden über den Grimselpass an den Stauseen vorbei hinunter nach Meiringen im Haslital. Von Innertkirchen über den Sustenpass nach Wassen in Uri. Und von Andermatt nach Süden über den Gotthard nach Airolo, wahlweise über die Tremola. Zurück durch den Gotthardtunnel oder noch einmal über den Pass.
Die Runde ist kurz, aber jede Etappe braucht einen halben Tag, weil du an jedem Pass hältst, weil Busse und Motorräder bremsen und weil du selbst langsam fährst. Sechs Tage sind entspannt, vier das Minimum. Wer mehr Zeit hat, hängt den Nufenenpass (Goms nach Tessin) oder den Oberalppass nach Graubünden an, beide ebenfalls für Wohnmobile frei.
Beste Zeit
Nur Juni bis September, und auch da mit Vorsicht. Furka, Grimsel und Gotthard öffnen je nach Schnee Ende Mai bis Anfang Juni, der Susten als letzter meist Mitte Juni; 2026 war der Susten Ende Mai noch zu, während die anderen drei offen waren. Ab Anfang Oktober kann jeder Pass bei Schneefall über Nacht schließen und bleibt dann bis zum nächsten Jahr zu. Der Planer kennt diese Daten nicht; prüfe den Passstatus vor jeder Etappe.
Juli und August sind die Monate mit sicherem Wetter und vollen Straßen: Motorräder, Reisebusse, Sportwagen. Der September ist der beste Monat, mit klarer Luft, leeren Passhöhen und ersten Lärchen; nur die Nächte sind oben schon kalt. Im Juni ist das Licht am längsten und der Schnee am Straßenrand noch hoch, aber einzelne Wanderwege oben sind noch nicht frei.
Mit Hund
Die Pässe sind für Hunde machbar, aber nicht bequem. Oben ist die Luft dünn, die Sonne stark und es gibt kaum Schatten; auf den Passhöhen mit dem Hund kurz laufen, dann weiter. Die Stauseen am Grimsel sind eiskalt, der Gletschervorfeld-Weg am Rhonegletscher ist mit Hund an der Leine erlaubt. In den Dörfern gilt Leinenpflicht, auf den Alpen mit Vieh ebenfalls, und die Schweiz kontrolliert das.
Für die Einreise brauchst du Heimtierausweis, Chip und eine Tollwutimpfung, die mindestens drei Wochen alt ist; Hunde mit kupierten Ohren oder Rute dürfen nicht in die Schweiz, auch nicht auf der Durchreise. Die Postautos über die Pässe nehmen Hunde mit, mit Ticket, ebenso die Dampfbahn Furka. Die Stellplätze in Andermatt, Oberwald und Meiringen nehmen Hunde auf. Mehr dazu im Ratgeber Camping mit Hund.
Fahren und Übernachten
Das Wichtigste zuerst: Bremsen. Jede der vier Abfahrten hat über 1.000 Höhenmeter, und eine überhitzte Bremse am Grimsel ist kein Spaß. Bergab im gleichen Gang wie bergauf, bei Automatik den manuellen Modus nutzen, vor den Kehren bremsen, nicht in der Kehre. Zweitens: Breite. Der Furka ist auf der Urner Seite schmal mit Ausweichstellen, und ein Postauto hat Vorrang, das steht im Gesetz; wer mit über 8 m unterwegs ist, fährt früh morgens. Grimsel, Susten und die neue Gotthardstraße sind breit. Die Tremola ist gepflastert, eng und schön; sie ist für Wohnmobile erlaubt, aber nichts für Eilige oder Gespanne.
Der Autoverlad Furka durch den Tunnel von Realp nach Oberwald nimmt Fahrzeuge bis 3,50 m Höhe und 2,60 m Breite, über 3,5 t nach Voranmeldung; das ist die Rettung bei Schnee oder wenn du den Furka nicht fahren willst. Der Gotthard-Straßentunnel ist die zweite Rettung, mit Stau an Ferienwochenenden.
Die Schweiz hat eigene Regeln: Bis 3,5 t brauchst du die Vignette nur für Autobahn und Autostraße, die Pässe sind frei; über 3,5 t zahlst du die pauschale Schwerverkehrsabgabe für jeden Tag im Land, unabhängig von der Straße, vorab online beim Zoll. Die Details stehen im Steckbrief Schweiz. Freistehen ist auf den Passhöhen und an den Stauseen verboten, die Kantone kontrollieren; Stellplätze und Campingplätze gibt es in Andermatt, Realp, Oberwald, Meiringen, Innertkirchen, Wassen und Airolo, alle mit Bergblick, alle kühl in der Nacht. Diesel und Gas sind in der Schweiz teuer, vor der Grenze tanken und die Flaschen voll haben, die Schweiz tauscht deutsche Gasflaschen nicht.