Gebirge · Frankreich, Spanien, Andorra

Pyrenäen mit dem Wohnmobil

Zwei Länder, ein Gebirge: Lourdes, der Felskessel von Gavarnie, der Tourmalet, der Nationalpark Ordesa und zum Schluss Andorra. Weniger Verkehr als in den Alpen, mehr Geier.

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WandernNatur & AussichtFotografierenMit KindernRadfahrenWein & Genuss 6 bis 9 Tage 206 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Lourdes · 1 Tag

    Der zweitgrößte Wallfahrtsort der Welt, auch ohne Glauben eindrucksvoll, vor allem die Lichterprozession am Abend. Mit der Standseilbahn auf den Pic du Jer für den ersten Blick auf die Berge. Wohnmobilstellplätze gibt es reichlich, Lourdes ist auf Busse und Wohnmobile eingestellt.

    Sehenswert: Wallfahrtsort Lourdes, Pic du Jer, Grotte von Massabielle

    Plätze rund um Lourdes

  2. 2

    Gavarnie · 1 Tag

    Der Cirque de Gavarnie ist ein Felskessel mit 1500 Meter hohen Wänden und dem höchsten Wasserfall Frankreichs. Vom Dorf eine Stunde zu Fuß bis zum Hotel du Cirque, früh morgens ist das Licht am besten und der Weg leer. Die Brèche de Roland oben ist eine Tagestour für Geübte.

    Sehenswert: Cirque de Gavarnie, Grande Cascade de Gavarnie, Brèche de Roland

    Plätze rund um Gavarnie

  3. 3

    Luz-Saint-Sauveur · 1 Tag

    Thermalort und Fuß des Tourmalet. Der Pass ist eine Legende der Tour de France, 19 Kilometer bergauf bis auf 2115 Meter; oben die Statue des Riesen, Murmeltiere und bei klarem Wetter der Pic du Midi. Die Seilbahn zum Pic du Midi startet in La Mongie auf der anderen Seite.

    Sehenswert: Col du Tourmalet, Pic du Midi de Bigorre, Pont Napoléon

    Plätze rund um Luz-Saint-Sauveur

  4. 4

    Saint-Lary-Soulan · 1 Tag

    Letzter Ort vor dem Tunnel nach Spanien. Das Naturschutzgebiet Néouvielle oberhalb hat Dutzende Bergseen und Zirbenwälder; die Zufahrtsstraße zum Lac d'Orédon ist im Sommer reguliert, Shuttle ab Parkplatz. Dann durch den Bielsa-Tunnel nach Aragón.

    Sehenswert: Réserve naturelle du Néouvielle, Tunnel Aragnouet-Bielsa

    Plätze rund um Saint-Lary-Soulan

  5. 5

    Aínsa · 1 Tag

    Mittelalterliche Altstadt auf dem Hügel über dem Zusammenfluss zweier Flüsse, mit Burg und Arkadenplatz. Von hier führt der Cañón de Añisclo in den Nationalpark, eine schmale Stichstraße, die im Sommer nur in eine Richtung befahren werden darf. Guter Ort für einen Ruhetag mit Tapas.

    Sehenswert: Castillo de Aínsa, Cañón de Añisclo

    Plätze rund um Aínsa

  6. 6

    Torla-Ordesa · 2 Tage

    Das Dorf ist das Tor zum Nationalpark Ordesa y Monte Perdido. Im Sommer fährst du mit dem Shuttle in die Pradera und läufst von dort das Tal hinauf zur Cola de Caballo, dem Pferdeschwanz-Wasserfall, hin und zurück fünf Stunden. Geier kreisen über den Wänden. Anfang Oktober leuchten die Buchen.

    Sehenswert: Nationalpark Ordesa y Monte Perdido, Cola de Caballo

    Plätze rund um Torla-Ordesa

  7. 7

    Andorra la Vella · 1 Tag

    Über die N-260 durch die Pyrenäen und La Seu d'Urgell hinauf ins Fürstentum. Die Hauptstadt ist ein Einkaufszentrum mit Bergkulisse, die Thermen Caldea das Highlight nach einer Woche Wandern. Tanken ist günstig. Übernachten nur auf den ausgewiesenen Plätzen oder Campingplätzen, sonst wird es teuer. Zurück nach Frankreich über den Envalira oder den Tunnel.

    Sehenswert: Caldea, Port d'Envalira, Vall del Madriu-Perafita-Claror

    Plätze rund um Andorra la Vella

Warum in die Pyrenäen

Die Pyrenäen sind das, was die Alpen vor 50 Jahren waren: hoch, wild, mit Bären und Geiern, und ohne Dauerstau an den Pässen. Die Grenze zwischen Frankreich und Spanien läuft über den Hauptkamm, und auf beiden Seiten sieht es verschieden aus: im Norden grün und feucht, mit Wasserfällen und Felskesseln, im Süden trocken und rot, mit Schluchten und Dörfern aus Stein. Dazu Andorra, das Zwergland dazwischen, wo man tankt, einkauft und in die Therme geht.

Die Route hier ist ein Querschnitt: Von Lourdes in die französischen Hochtäler, über den Tourmalet, durch den Tunnel nach Aragón, in den Nationalpark Ordesa und zum Schluss nach Andorra. Neun Tage sind gut, sechs reichen ohne Andorra.

Die Route in Kürze

Lourdes ist der praktische Einstieg mit Autobahnanschluss und mehr Stellplätzen als jeder andere Ort der Pyrenäen. Von dort geht es das Gave-Tal hinauf nach Gavarnie, dem Felskessel mit 1500 Meter hohen Wänden, der zum Welterbe gehört. Luz-Saint-Sauveur ist der Fuß des Tourmalet, des berühmtesten Passes der Tour de France. Über ihn erreichst du das Aure-Tal und Saint-Lary-Soulan, den letzten Ort vor dem Bielsa-Tunnel.

Auf der spanischen Seite liegt Aínsa, eine Steinstadt auf dem Hügel, und dahinter Torla-Ordesa mit dem Nationalpark Ordesa y Monte Perdido, dem spanischen Gegenstück zu Gavarnie, nur trockener und mit Buchenwäldern, die im Oktober brennen. Die N-260 bringt dich dann in Tagesdistanz nach Andorra, wo die Route endet.

Beste Zeit

Juni bis Anfang Oktober. Der Tourmalet öffnet je nach Schnee Ende Mai oder im Juni und schließt im Oktober; die Shuttle-Regel in Ordesa gilt von Mitte Juni bis Mitte September. Juli und August sind in Gavarnie und Ordesa voll, die Parkplätze ab Vormittag belegt, aber immer noch entspannter als in den Alpen.

September und Anfang Oktober sind die besten Wochen. Das Wetter ist stabil, die Franzosen sind zurück bei der Arbeit, in Ordesa färben sich die Buchen, und die Geier kreisen bei klarer Luft. Nachts wird es in den Hochtälern dann kalt. Im Winter sind Tourmalet und Bielsa-Zufahrten schneegefährdet, Andorra ist Skigebiet.

Mit Hund

Der französische Nationalpark Pyrenäen verbietet Hunde auf seinen Wegen, auch angeleint. Der Cirque de Gavarnie liegt in der Kernzone: Bis zum Hotel du Cirque darf der Hund an der Leine mit, dahinter nicht. Néouvielle gehört ebenfalls dazu. Ordesa auf der spanischen Seite ist lockerer, dort sind Hunde an der Leine auf den Hauptwegen erlaubt, und der Shuttle nimmt sie mit Maulkorb mit.

Herdenschutzhunde sind in den Pyrenäen Standard, seit der Bär zurück ist. Die großen weißen Patous bewachen die Schafe und sehen in deinem Hund einen Wolf. Herde erkennen, anleinen, großen Bogen machen, nicht rennen, nicht streicheln. In Lourdes dürfen Hunde nicht in die Heiligtümer. Zecken sind in den feuchten Nordtälern häufig.

Fahren und Übernachten

Der Tourmalet ist breit, asphaltiert und bis 13 Prozent steil, beidseitig 17 bis 19 Kilometer. Für Wohnmobile bis 7,5 Meter kein Problem, wenn du Motorbremse und Geduld hast; Rennradfahrer kommen dir in beiden Richtungen entgegen. An Tagen, an denen die Tour de France drüberfährt, ist er gesperrt. Der Zustand steht tagesaktuell beim Département Hautes-Pyrénées.

Der Tunnel von Aragnouet nach Bielsa ist drei Kilometer lang, 4,3 Meter hoch und für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt; Wohnmobile darunter fahren durch (Stand Oktober 2026, vorher prüfen). Auf der spanischen Seite führt die A-138 nach Aínsa, die N-260 verbindet die Pyrenäentäler von West nach Ost, kurvig, kostenlos und lang.

In Ordesa gilt von Mitte Juni bis Mitte September Shuttle-Pflicht: Das Wohnmobil bleibt auf dem Parkplatz am Besucherzentrum in Torla, der Bus fährt ab 6 Uhr alle 15 bis 20 Minuten in die Pradera. Außerhalb der Saison darfst du selbst hineinfahren, solange oben Platz ist; die Zufahrt ist schmal.

Stellplätze gibt es in Lourdes reichlich, in den Tälern kommunal, in Spanien in Aínsa und Torla. Freistehen ist in den französischen Nationalpark-Zonen verboten, in Spanien auf Parkplätzen tagsüber geduldet, nachts oft untersagt. Andorra hat 2025 das Übernachten im Wohnmobil außerhalb ausgewiesener Flächen verboten und kontrolliert seit Mai 2026 mit Bußgeldern; die erlaubten Plätze liegen an den Skistationen Pas de la Casa, Grau Roig und El Tarter, dazu die Campingplätze.

Andorra ist nicht Teil der EU-Zollunion. Einkaufen ist günstiger, aber die Freimengen für Alkohol und Tabak gelten, und der französische Zoll kontrolliert hinter Pas de la Casa gründlich. Der Port d'Envalira auf 2408 Metern ist der höchste Straßenpass der Pyrenäen und ganzjährig offen, der mautpflichtige Tunnel darunter spart bei Schnee den Ärger.