Region · Frankreich
Provence mit dem Wohnmobil
Lavendelfelder, Ockerdörfer, Papstpalast und wilde Pferde: die Provence ist Licht, Geruch und Markt, und mit dem Wohnmobil gut zu machen, wenn du die Städte am Rand lässt.
Die Stationen
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1
Avignon · 1 Tag
Papstpalast und die halbe Brücke, dann durch die Gassen zum Place de l'Horloge. Stellplatz auf der Île de la Barthelasse, von dort fährt eine kostenlose Fähre in die Stadt. Der Pont du Gard liegt 25 Kilometer westlich und ist einen Vormittag wert; im Juli ist Theaterfestival, dann ist alles voll.
Sehenswert: Papstpalast, Pont Saint-Bénézet, Pont du Gard
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2
L'Isle-sur-la-Sorgue · 1 Tag
Kanäle, Wasserräder und sonntags der große Antiquitätenmarkt. Fontaine-de-Vaucluse, wo die Sorgue aus dem Fels kommt, liegt 7 Kilometer flussaufwärts; im Frühjahr führt die Quelle am meisten Wasser. Leichter Einstieg in den Luberon.
Sehenswert: Fontaine-de-Vaucluse
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3
Gordes · 2 Tage
Das Dorf am Hang ist das Postkartenmotiv, am schönsten vom Aussichtspunkt an der Zufahrt am Morgen. Die Abtei Sénanque mit den Lavendelfeldern liegt unten im Tal, die Ockerfelsen von Roussillon 10 Kilometer weiter. Dann Bonnieux, Lacoste, Ménerbes: ein Dorf pro Halbtag reicht.
Sehenswert: Abbaye Notre-Dame de Sénanque, Roussillon (Vaucluse), Village des Bories
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4
Valensole · 1 Tag
Das Plateau ist der Lavendel, den alle meinen: Felder bis zum Horizont, ab Mitte Juni violett, Anfang Juli geerntet. Früh morgens und zum Sonnenuntergang fotografieren, mittags ist es flach und heiß. Nicht in die Felder laufen, die Bauern haben genug davon. Der Lac de Sainte-Croix liegt 20 Minuten entfernt zum Baden.
Sehenswert: Plateau de Valensole, Lac de Sainte-Croix
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5
Aix-en-Provence · 1 Tag
Cours Mirabeau, Brunnen, Markt auf der Place Richelme, dann das Atelier von Cézanne oberhalb der Stadt. Die Montagne Sainte-Victoire, die er dauernd gemalt hat, steht östlich davon; eine Wanderung zum Croix de Provence braucht vier Stunden und festes Schuhwerk.
Sehenswert: Cours Mirabeau, Montagne Sainte-Victoire, Atelier Cézanne
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6
Arles · 1 Tag
Römische Arena, Theater, die Alyscamps, dazu die Orte, die van Gogh gemalt hat. Samstags ist Markt entlang des Boulevards, einer der größten der Provence. Les Baux-de-Provence mit der Felsenfestung liegt 20 Minuten nördlich; Wohnmobile parken unten am Hang.
Sehenswert: Amphitheater von Arles, Alyscamps, Les Baux-de-Provence
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7
Saintes-Maries-de-la-Mer · 1 Tag
Hauptort der Camargue, mit Wehrkirche und langem Strand. Flamingos siehst du am besten im Parc ornithologique du Pont de Gau, weiße Pferde und schwarze Stiere unterwegs an der Straße. Mückenschutz ist Pflicht. Aigues-Mortes mit der kompletten Stadtmauer liegt eine halbe Stunde westlich.
Sehenswert: Camargue, Parc ornithologique du Pont de Gau, Aigues-Mortes
Warum in die Provence
Die Provence ist ein Klischee, und das Klischee stimmt. Das Licht ist wirklich anders, der Lavendel riecht wirklich so, die Märkte sind wirklich voll mit Oliven, Melonen und Ziegenkäse. Was die Bilder nicht zeigen: die Weite des Plateau de Valensole, die Stille der Camargue am Morgen, den Mistral, der drei Tage lang alles durchpustet und dann einen Himmel hinterlässt, der keine Wolke mehr kennt.
Mit dem Wohnmobil ist die Provence gut zu bereisen, wenn du eine Regel beachtest: Die Städte am Rand lassen, die Dörfer von unten besuchen. Avignon, Aix und Arles haben Stellplätze außerhalb mit Bus oder Fähre ins Zentrum. Die Bergdörfer des Luberon haben Parkplätze am Hang, von denen du hinaufläufst. Wer das akzeptiert, hat nirgendwo Stress.
Die Route macht einen Bogen: von Avignon durch den Luberon zum Lavendel bei Valensole, dann über Aix nach Arles und in die Camargue. Neun Tage sind gut, sechs reichen ohne Valensole, wenn der Lavendel ohnehin nicht blüht.
Die Route in Kürze
Avignon ist der Papstpalast, die halbe Brücke und das Theaterfestival im Juli. L'Isle-sur-la-Sorgue mit Kanälen und Antiquitätenmarkt ist der sanfte Übergang in den Luberon, wo Gordes, Roussillon, Bonnieux und Ménerbes auf ihren Hügeln sitzen. Die Abtei Sénanque mit dem Lavendelfeld davor ist das berühmteste Motiv.
Valensole weiter östlich ist das eigentliche Lavendelland: ein Hochplateau, auf dem im Juni und Juli alles violett ist. Dann geht es zurück nach Westen über Aix-en-Provence, die Stadt der Brunnen und Cézannes, nach Arles mit Arena und van Gogh. Die Camargue im Rhonedelta ist der Schlusspunkt, flach, salzig, voller Flamingos und Mücken.
Beste Zeit
Das hängt vom Lavendel ab. Er blüht von Mitte Juni bis Mitte Juli, auf dem Plateau de Valensole etwas früher als in den höheren Lagen des Luberon und um Sault. Anfang Juli wird geerntet, danach sind die Felder grau. Wer den Lavendel will, kommt in der letzten Juniwoche und nimmt die Hitze in Kauf.
Wer ihn nicht braucht, kommt im Mai oder September. Dann sind die Temperaturen angenehm, die Märkte offen und die Dörfer begehbar. Der August ist heiß, voll und wegen der Ferien die teuerste Zeit. Der Mistral kann in jedem Monat kommen; er ist kalt im Winter, trocknend im Sommer und für Markisen gefährlich.
Mit Hund
Das Hauptproblem ist die Hitze. Von Juni bis September liegen die Tagestemperaturen regelmäßig über 30, oft über 35 Grad, und der Asphalt in den Dörfern wird mittags zu heiß für Pfoten. Besichtigungen gehören auf den frühen Vormittag, die Mittagszeit in den Schatten am Fluss. Niemals den Hund im Fahrzeug lassen, auch nicht kurz.
In den Papstpalast, die Arena von Arles und die Museen dürfen Hunde nicht; auf die Märkte an der Leine. In der Camargue gilt Leinenpflicht wegen der Vögel und Weidetiere, und die Stiere sind keine Kühe. Von März bis Mai hängen in den Pinien Nester des Prozessionsspinners; die Raupen sind für Hunde gefährlich, wenn sie sie beschnuppern oder ablecken. Abschnitte mit Pinien dann meiden.
Fahren und Übernachten
Die A7 durch das Rhonetal ist mautpflichtig und im Sommer an Samstagen ein einziger Stau. Wohnmobile zwischen 2 und 3 Meter Höhe zahlen Klasse 2, höhere oder schwerere Klasse 3. Die Départementstraßen sind gut ausgebaut und lohnender, nur in den Luberon-Dörfern wird es eng; dort parkst du unten und läufst.
Marseille hat eine Umweltzone, in der Fahrzeuge mit Crit'Air 4, 5 und ohne Plakette nicht fahren dürfen; Aix und Avignon gehören zu den Agglomerationen mit Crit'Air-Pflicht. Die Zonen bleiben bestehen, nachdem der Verfassungsrat die 2026 vom Parlament beschlossene Abschaffung gekippt hat (Stand Oktober 2026). Die Plakette bestellst du vorher online, sie gilt in ganz Frankreich.
Stellplätze gibt es in fast jedem Ort, oft kommunal, und die Weingüter nehmen Wohnmobile gern auf. In Avignon stehst du auf der Flussinsel Barthelasse mit kostenloser Fähre in die Stadt; in Arles am Stadtrand mit Bus; in Aix außerhalb, die Innenstadt ist für Wohnmobile nichts. In den Luberon-Dörfern liegen die Wohnmobilplätze unterhalb der Orte, die Pkw-Parkplätze haben oft Höhenschranken.
Freistehen ist im Hinterland möglich, an den Lavendelfeldern aber nicht gern gesehen; die Bauern haben genug Besucher, die in die Reihen laufen. In der Camargue ist es verboten, die Strandpisten sind für Wohnmobile gesperrt, und die Gendarmerie kontrolliert. Es gibt Stellplätze in Saintes-Maries und auf den Höfen (mas) der Umgebung.
Zum Mistral: Er kommt aus Norden, erreicht im Rhonetal Böen über 100 km/h und bläst meist drei, sechs oder neun Tage. Markise einfahren, das Fahrzeug mit der Front in den Wind stellen, Dachfenster schließen. Danach ist die Luft so klar, dass du vom Luberon bis zum Mont Ventoux siehst.