Fluss · Frankreich

Loire-Tal mit dem Wohnmobil

Schlösser im Dutzend, Weißwein aus Kalkkellern und ein flacher Radweg am letzten wilden Fluss Frankreichs: die Loire ist Kultur ohne Anstrengung.

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Burgen & GeschichteWein & GenussRadfahrenStädteMit Kindern 5 bis 9 Tage 180 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Orléans · 1 Tag

    Die Stadt der Jeanne d'Arc, mit restaurierter Altstadt und der Kathedrale Sainte-Croix. Ein halber Tag reicht; auf dem Weg nach Blois liegen Beaugency mit der alten Brücke und das Wasserschloss Sully-sur-Loire, falls du von Osten kommst.

    Sehenswert: Kathedrale Sainte-Croix (Orléans), Beaugency

    Plätze rund um Orléans

  2. 2

    Blois · 2 Tage

    Blois ist der Standort für die großen drei: Chambord mit der Doppelwendeltreppe, Cheverny mit der Hundemeute und das Stadtschloss von Blois selbst. Chambord morgens um 9 Uhr, dann hast du die Dachterrasse fast allein. Cheverny am Nachmittag, zur Fütterung der Meute.

    Sehenswert: Schloss Chambord, Schloss Blois, Schloss Cheverny

    Plätze rund um Blois

  3. 3

    Amboise · 1 Tag

    Das Königsschloss über der Stadt und das Clos Lucé, wo Leonardo da Vinci starb, liegen zehn Minuten auseinander. Chenonceau, das Schloss über dem Cher, ist 15 Kilometer entfernt und das meistbesuchte nach Versailles: früh hin oder nach 16 Uhr. Dazwischen Weinkeller in Montlouis oder Vouvray.

    Sehenswert: Schloss Amboise, Clos Lucé, Schloss Chenonceau

    Plätze rund um Amboise

  4. 4

    Tours · 1 Tag

    Die Place Plumereau mit Fachwerk und Cafés ist das Zentrum, die Kathedrale Saint-Gatien hat die schönsten Fenster der Loire. Westlich der Stadt liegen die Gärten von Villandry, die eigentlich das Schloss sind; zwei Stunden für die Gemüsebeete und Buchsbaumornamente.

    Sehenswert: Schloss Villandry, Kathedrale von Tours, Place Plumereau

    Plätze rund um Tours

  5. 5

    Chinon · 1 Tag

    Festungsruine mit Blick über die Vienne, unten die Altstadt mit Weinbars. Chinon-Rotwein direkt beim Winzer probieren, viele Keller sind in den Tuffstein gehauen. Azay-le-Rideau, das Schloss im Wasserspiegel, liegt auf dem Weg von Tours.

    Sehenswert: Château de Chinon, Schloss Azay-le-Rideau

    Plätze rund um Chinon

  6. 6

    Saumur · 1 Tag

    Schloss auf dem Hügel, Kavallerieschule mit dem Cadre Noir, Sektkellereien im Tuffstein. Die Abtei Fontevraud mit den Grabmälern der Plantagenets liegt 15 Kilometer flussaufwärts; nimm dir dort zwei Stunden. Entlang der Loire die Höhlenwohnungen (troglodytes) anschauen.

    Sehenswert: Schloss Saumur, Abtei Fontevraud, Cadre Noir

    Plätze rund um Saumur

  7. 7

    Angers · 1 Tag

    Die schwarz-weiß gestreifte Festung mit 17 Türmen beherbergt den Teppich der Apokalypse, hundert Meter gewebte Endzeit aus dem 14. Jahrhundert. Danach durch die Altstadt zur Maison d'Adam. Mit Kindern ist Terra Botanica am Stadtrand ein Tag für sich.

    Sehenswert: Schloss Angers, Apokalypse von Angers, Terra Botanica

    Plätze rund um Angers

  8. 8

    Nantes · 1 Tag

    Die Loire wird breit, die Stadt ist jung und etwas verrückt: Auf der Île de Nantes laufen die Maschinen, allen voran der zwölf Meter hohe Elefant. Das Herzogsschloss und die Passage Pommeraye sind der klassische Teil. Von hier geht es an den Atlantik oder nach Hause.

    Sehenswert: Les Machines de l'île, Château des ducs de Bretagne, Passage Pommeraye

    Plätze rund um Nantes

Warum ins Loire-Tal

Die Loire ist der längste Fluss Frankreichs und der einzige große, der nie kanalisiert wurde. Sandbänke wandern, Inseln entstehen und verschwinden, im Sommer kannst du an manchen Stellen fast hinüberwaten. An ihren Ufern haben die französischen Könige im 15. und 16. Jahrhundert ihre Schlösser gebaut, nicht als Festungen, sondern als Jagdhäuser und Lustschlösser. Über 300 sind es im weiteren Sinn, etwa ein Dutzend davon sind Weltklasse.

Für Wohnmobilisten ist das Tal angenehm unkompliziert: flach, gut erschlossen, mit Stellplätzen an den Flussufern und Parkplätzen an den Schlössern. Dazu kommt der Radweg Loire à Vélo, der durchgehend vom Zentralmassiv bis zum Atlantik führt und auf dem du die Fahrräder vom Heckträger holst, statt mit dem Wohnmobil in enge Altstädte zu fahren.

Die Route folgt dem Fluss von Orléans bis Nantes, rund 350 Kilometer. Neun Tage sind entspannt, fünf reichen für die Kernstrecke Blois bis Saumur.

Die Route in Kürze

Orléans ist der östliche Einstieg, mit Autobahnanschluss aus Paris und einer hübschen Altstadt. Blois danach ist das Zentrum der großen Schlösser: Chambord, Cheverny und Blois selbst liegen in einem Radius von 20 Kilometern. Hier lohnen zwei Nächte.

Amboise bringt das Königsschloss, Leonardo da Vincis Wohnhaus Clos Lucé und mit Chenonceau das elegante Schloss über dem Cher. Tours ist die Hauptstadt der Touraine, mit der besten Fachwerk-Altstadt und Villandry vor der Tür. Chinon und Saumur sind die Weinstädte, mit Kellern im Tuffstein, Höhlenwohnungen und der Abtei Fontevraud dazwischen.

Angers hat die mächtigste Festung und den eindrucksvollsten Wandteppich, Nantes den Elefanten. Dort ist der Fluss schon fast Meer.

Beste Zeit

Die Schlossgärten sind von April bis Juni am schönsten, die Weinberge im September und Oktober. Dazwischen liegt der Sommer, der in der Touraine heiß und in Chambord und Chenonceau sehr voll wird. Wer im Juli oder August kommt, geht morgens zur Öffnung in die Schlösser und verbringt den Nachmittag am Fluss oder im Keller.

Im Winter sind die großen Schlösser offen, die kleinen oft zu, und viele Stellplätze schließen. Dafür hast du Chambord dann fast für dich, und die Loire mit Nebel über den Sandbänken hat ihren eigenen Reiz.

Mit Hund

Die Schlösser sind das Problem: In die Innenräume dürfen Hunde fast nirgends, in die Parks meist an der Leine. Chambord erlaubt Hunde im riesigen Park, nicht im Schloss; Villandry lässt sie nicht in die Gärten. Plant also, dass einer draußen bleibt oder der Hund im Schatten am Stellplatz wartet. Im Hochsommer ist das Fahrzeug keine Option, die Touraine erreicht regelmäßig über 30 Grad.

Dafür ist die Loire à Vélo ideal für Hunde, die am Rad laufen: flach, meist autofrei, mit Badestellen am Fluss. Vorsicht an den Sandbänken, die Loire hat Strömung und Treibsand. Auf den Stellplätzen sind Hunde Standard.

Fahren und Übernachten

Die Autobahnen A10 und A85 kosten Maut, Wohnmobile zahlen je nach Höhe Klasse 2 oder 3. Nötig sind sie nicht: Die Départementstraßen D952 am Nordufer und D751 am Südufer folgen dem Fluss, sind gut ausgebaut und führen durch alle Orte, die du sehen willst. Rechne mit 60 bis 70 km/h, Radfahrern an den Übergängen und Traktoren in der Erntezeit.

Tours, Orléans und Nantes zählen zu den französischen Agglomerationen mit Umweltzone oder Vorbereitung darauf. Die Crit'Air-Plakette gilt weiter, nachdem der Verfassungsrat die 2026 vom Parlament beschlossene Abschaffung kassiert hat (Stand Oktober 2026). Besorg sie vorher online, dann musst du nicht nachdenken. Meist betreffen die Verbote ohnehin nur alte Diesel.

Stellplätze gibt es an den Ufern fast aller Orte, oft kommunal mit Ver- und Entsorgung und Blick auf den Fluss. An den großen Schlössern kannst du auf dem Parkplatz übernachten, Chambord hat dafür einen eigenen Bereich. Das lohnt sich: Morgens vor der Öffnung durch den Park zu laufen, wenn die Hirsche noch an den Wiesenrändern stehen, ist ein anderes Chambord als das mittags.

Freistehen ist hier entspannter als an den Küsten. Winzer nehmen Wohnmobile gern auf, oft über Netzwerke, bei denen du gegen eine Weinprobe übernachtest. Die Uferstellplätze liegen tief; nach Starkregen im Frühjahr und Herbst steigt die Loire schnell, und die Gemeinden sperren die Plätze dann ab. Die Markierungen an den Brückenpfeilern zeigen, wie hoch es gehen kann.