Gebirge · Schweiz

Graubünden mit dem Wohnmobil

Der größte Schweizer Kanton mit Pässen, die ganzjährig offen sind: Chur, Rheinschlucht, Davos, Engadin mit St. Moritz, Bernina mit Morteratschgletscher, Nationalpark und Val Müstair. Weit, hoch und leer.

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Natur & AussichtWandernFotografierenRadfahrenWellness & Thermen 6 bis 9 Tage 90 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Chur · 1 Tag

    Älteste Stadt der Schweiz, mit Kathedrale, Altstadt und dem Rätischen Museum, das erklärt, was Rätoromanisch ist. Guter Auftakt mit Einkauf und Entsorgung, bevor es in die Berge geht. Die Bündner Herrschaft mit Maienfeld (Heidi) liegt 15 km nördlich.

    Sehenswert: Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt (Chur), Rätisches Museum

    Plätze rund um Chur

  2. 2

    Flims · 1 Tag

    Der Caumasee ist türkis wie ein Bergsee aus der Werbung und im Sommer warm genug zum Schwimmen. Die Rheinschlucht (Ruinaulta) ist der Grand Canyon der Schweiz, mit Aussichtsplattformen von Flims aus zu Fuß erreichbar und mit der Rhätischen Bahn unten durch. Zwei Dinge für einen Tag, beide früh.

    Sehenswert: Caumasee, Rheinschlucht

    Plätze rund um Flims

  3. 3

    Davos · 1 Tag

    Höchstgelegene Stadt Europas, mehr Stadt als Dorf, mit Kirchner Museum und Davosersee. Nicht hübsch, aber praktisch, und die Umgebung ist es: Jakobshorn oder Parsenn mit der Bahn, dann über den Flüelapass ins Engadin. Wer im Winter kommt, nimmt den Vereinatunnel.

    Sehenswert: Kirchner Museum Davos, Davosersee, Flüelapass

    Plätze rund um Davos

  4. 4

    St. Moritz · 2 Tage

    Das Oberengadin ist eine Hochebene auf 1.800 m mit vier Seen in einer Reihe; St. Moritz ist das teure Ende davon, Sils und Silvaplana das schöne. Mit der Bahn auf Muottas Muragl für den Blick auf alle Seen, dann zu Fuß am Silsersee entlang zur Halbinsel Chastè. Das Segantini Museum lohnt. Zwei Tage, weil die Hochebene Zeit braucht.

    Sehenswert: Muottas Muragl, Silsersee, Segantini Museum

    Plätze rund um St. Moritz

  5. 5

    Pontresina · 2 Tage

    Das Bergsteigerdorf neben St. Moritz und die Basis für die Bernina. Vom Bahnhof Morteratsch zu Fuß zum Gletscher, die Tafeln am Weg zeigen, wo das Eis vor 20 Jahren war. Mit der Diavolezza-Bahn auf 3.000 m zum Blick auf Piz Bernina und Piz Palü. Am zweiten Tag mit der Berninabahn nach Poschiavo oder mit dem Wohnmobil über den Pass und zurück.

    Sehenswert: Morteratschgletscher, Diavolezza, Berninabahn

    Plätze rund um Pontresina

  6. 6

    Zernez · 1 Tag

    Tor zum Schweizerischen Nationalpark, dem ältesten der Alpen. Nationalparkzentrum im Ort, dann über den Ofenpass mit Halt an den markierten Parkplätzen und zu Fuß auf den Wegen; den Park gibt es nur ohne Hund, ohne Rad, ohne Abweichen vom Weg. Zernez selbst ist klein, mit Stellplatz und Campingplatz.

    Sehenswert: Schweizerischer Nationalpark, Ofenpass

    Plätze rund um Zernez

  7. 7

    Müstair · 1 Tag

    Das Kloster St. Johann mit karolingischen Fresken aus dem 8. Jahrhundert, Weltkulturerbe, ein Ort, an dem man länger bleibt als geplant. Das Val Müstair ist das abgelegenste Tal der Schweiz, rätoromanisch, mit Südtirol gleich hinter der Grenze; der Umbrailpass führt zum Stilfser Joch, der Ofenpass zurück ins Engadin.

    Sehenswert: Kloster St. Johann in Müstair, Umbrailpass

    Plätze rund um Müstair

Warum nach Graubünden

Graubünden ist der größte Kanton der Schweiz, der leerste und der mit den meisten Pässen. 150 Täler, drei Sprachen, Gipfel über 4.000 m und Hochebenen, auf denen die Dörfer auf 1.800 m liegen. Für Wohnmobilisten ist es das Alpenziel für die, die in den Bayerischen oder Österreichischen Alpen zu viel Betrieb hatten: Hier gibt es Platz, und die Pässe sind als Hauptstraßen gebaut, breit, gut und zum Teil ganzjährig offen.

Dazu kommt die Rhätische Bahn, die mit Albula- und Berninastrecke Weltkulturerbe ist und die du als Ausflugsmittel vom Stellplatz aus nutzen kannst, über das Landwasserviadukt, durch Kehrtunnel, über den Berninapass bis nach Italien. Wer das Fahrzeug einmal stehen lassen will, hat hier die beste Bahn der Alpen.

Graubünden ist teuer, wie die ganze Schweiz. Diesel, Essen, Campingplätze, alles kostet mehr als in Österreich. Dafür zahlst du keine Passmaut, und die Landschaft ist das, was du dir unter Alpen vorstellst, ohne Lift an jedem Hang.

Die Route in Kürze

Von Chur im Rheintal aus in einer Schleife. Chur ist Auftakt und Versorgung. Flims mit Caumasee und Rheinschlucht liegt 25 km westlich und ist ein Tagesabstecher. Dann nach Davos, über Landquart und das Prättigau, und über den Flüelapass ins Unterengadin und flussaufwärts ins Oberengadin nach St. Moritz. Pontresina ist die Basis für Bernina und Morteratsch, zwei Tage. Von dort das Engadin hinab nach Zernez und über den Ofenpass durch den Nationalpark ins Val Müstair. Zurück geht es über den Ofenpass und Julier oder über den Umbrailpass nach Italien.

Die Fahrstrecke ist mit rund 350 km überschaubar, die Höhenmeter nicht. Wer mehr Zeit hat, hängt den Albulapass (statt Flüela, landschaftlich schöner) oder das Bergell südlich des Malojapasses an. Wer weniger Zeit hat, fährt von Chur direkt über den Julier ins Engadin und nimmt Davos und Flims heraus.

Beste Zeit

Juni bis Oktober. Flüela und Albula öffnen je nach Schnee Anfang bis Mitte Juni; Julier, Bernina und Ofenpass sind ganzjährig offen, weil sie Hauptverbindungen sind. Juli und August sind die vollen Monate, aber Graubünden ist selbst dann nicht voll; nur St. Moritz und der Morteratsch-Weg haben Betrieb. Der September ist der beste Monat mit klarem Licht und ersten Lärchen, Anfang Oktober leuchten die Lärchenwälder im Engadin golden, und das ist einer der schönsten Momente der Alpen.

Ab Mitte Oktober kann es auf 1.800 m jede Nacht frieren, die Campingplätze im Engadin schließen teils, die Bergbahnen gehen in Revision. Im Winter ist das Engadin Skigebiet mit Winter-Campingplätzen und zugefrorenen Seen; mit Standheizung und Schneeketten eine eigene Reise.

Mit Hund

Graubünden hat die strengsten Hunderegeln der Runde. Im Schweizerischen Nationalpark sind Hunde komplett verboten, auch an der Leine, auch kurz; wer über den Ofenpass fährt, lässt den Hund im Fahrzeug und spaziert nur am Parkplatz. Außerhalb gilt Leinenpflicht in den Dörfern, auf Alpen mit Vieh und in Wildruhezonen, und die Gemeinden kontrollieren. Die Schweiz lässt Hunde mit kupierten Ohren oder Rute nicht einreisen.

Dafür sind die Hunde sonst willkommen: in der Rhätischen Bahn mit Ticket, in den meisten Bergbahnen, auf den Stellplätzen und Campingplätzen. Die Seen im Oberengadin sind kalt, aber zugänglich, der Caumasee in Flims ist für Hunde gesperrt. Die Höhenlage über 1.800 m merken alte Hunde, Herz und Lunge arbeiten mehr; in den ersten Tagen kürzer gehen. Mehr dazu im Ratgeber Camping mit Hund.

Fahren und Übernachten

Die Bündner Pässe sind Hauptstraßen und so gebaut. Julier, Bernina und Ofenpass sind breit, haben Galerien und Winterdienst und sind für jedes Wohnmobil machbar. Flüela und Albula sind schmaler, mit Kehren und Gegenverkehr, aber frei; mit Gespann oder über 9 m nimmst du den Julier. Postautos haben auf Bergstraßen Vorrang, das steht im Gesetz. Bergab im gleichen Gang wie bergauf, der Julier hat auf der Engadiner Seite ein langes Gefälle. Der Umbrailpass nach Italien ist für Gespanne gesperrt und mit großem Wohnmobil anspruchsvoll.

Der Autoverlad Vereina von Klosters nach Sagliains ist die ganzjährige Verbindung vom Prättigau ins Engadin und die Alternative zum Flüela; die Rhätische Bahn nimmt Wohnmobile mit, die Maße prüfst du vorher auf ihrer Seite. Vignette brauchst du nur für die A13 im Rheintal, alle Pässe sind frei; über 3,5 t gilt die pauschale Schwerverkehrsabgabe für jeden Tag, vorab online beim Zoll. Details im Steckbrief Schweiz.

Freistehen ist in Graubünden in Nationalpark, Schutzgebieten und Wildruhezonen verboten und sonst Gemeindesache, die meisten Gemeinden verbieten es per Schild. Campingplätze gibt es in jedem Ort der Route, im Engadin mit Blick auf Gletscher, in Flims am See, dazu einige Stellplätze; der Campingplatz am Morteratsch ist der schönste Platz der Reise und im Sommer früh voll. Diesel und Gas vor der Grenze besorgen, Schweizer Flaschen passen nicht an deutsche Regler.