Fluss · Frankreich
Dordogne mit dem Wohnmobil
Burgen auf Felsen, Höhlenmalereien, Nussöl und Entenconfit: das Périgord ist Frankreichs Mittelalter, mit einem Fluss, den man am besten vom Kanu aus sieht.
Die Stationen
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1
Périgueux · 1 Tag
Die Kathedrale Saint-Front mit ihren Kuppeln sieht aus wie aus Konstantinopel, drumherum liegt eine Renaissance-Altstadt. Mittwochs und samstags ist Markt, da gibt es alles, was das Périgord isst. Das Römermuseum Vesunna ist gut gemacht.
Sehenswert: Kathedrale Saint-Front, Vesunna
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2
Montignac · 1 Tag
Lascaux IV ist die komplette Nachbildung der Höhle, mit Führung und digitalem Teil; zwei bis drei Stunden einplanen und vorab buchen. Montignac selbst ist ein hübscher Flussort an der Vézère, ideal für den Abend.
Sehenswert: Höhle von Lascaux, Lascaux IV
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3
Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil · 1 Tag
Das Dorf der Vorgeschichte: Nationalmuseum, Felsüberhänge, und mit Font-de-Gaume eine der letzten Originalhöhlen mit farbigen Malereien, für die es nur wenige Tickets pro Tag gibt. Früh an der Kasse sein oder vorher anrufen.
Sehenswert: Musée national de Préhistoire, Font-de-Gaume, Grotte des Combarelles
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4
Sarlat-la-Canéda · 1 Tag
Die am besten erhaltene mittelalterliche Stadt Frankreichs, aus honigfarbenem Stein. Samstags ist der große Markt, da wird es eng; mittwochs ist es entspannter. Abends, wenn die Gaslaternen angehen, noch einmal durch die Gassen. Wohnmobile bleiben auf den Parkplätzen außerhalb.
Sehenswert: Kathedrale Saint-Sacerdos, Lanterne des Morts
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5
La Roque-Gageac · 2 Tage
Das Dorf klebt am Felsen, davor die Dordogne mit den Gabarren. Ab hier Kanu fahren: flussabwärts nach Beynac, der Verleih holt dich zurück. Über dem Dorf die Hängegärten von Marqueyssac, gegenüber Castelnaud mit dem Kriegsmuseum. Zwei Tage sind hier schnell weg.
Sehenswert: Jardins de Marqueyssac, Château de Beynac, Château de Castelnaud
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6
Domme · 1 Tag
Bastide auf dem Felsen, 150 Meter über dem Fluss, der Blick vom Belvédère de la Barre ist der beste im Tal. Wohnmobile dürfen nicht hinauf, der Parkplatz liegt unterhalb, dann zu Fuß oder mit dem kleinen Zug. Unter dem Marktplatz liegt eine Tropfsteinhöhle.
Sehenswert: Belvédère de la Barre, Porte des Tours
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7
Rocamadour · 1 Tag
Pilgerstadt am Felsen, eindrucksvoll von der gegenüberliegenden Seite, vom Aussichtspunkt bei L'Hospitalet. Früh kommen, die Busse rollen ab 10 Uhr an. Der Gouffre de Padirac liegt 15 Kilometer entfernt: ein Schlund in die Erde, unten fährt man mit dem Boot.
Sehenswert: Rocamadour, Gouffre de Padirac, Forêt des Singes
Warum an die Dordogne
Das Périgord ist das Frankreich, in das Franzosen selbst fahren, wenn sie Urlaub machen. Ein Fluss, der in weiten Schleifen durch Kalkfelsen fließt, auf jedem zweiten Felsen eine Burg, in jedem dritten Dorf ein Markt mit Enten, Nüssen und Käse. Dazu die Höhlen der Vézère, in denen vor 20.000 Jahren Menschen Pferde und Bisons an die Wand gemalt haben. Die Dichte an Sehenswertem ist höher als fast überall sonst im Land, und das auf einem Gebiet, das du in zwei Stunden durchquerst.
Für Wohnmobile ist das Tal angenehm: viele Stellplätze am Fluss, Campingplätze unter Walnussbäumen, Parkplätze vor den Dörfern. Die Straßen sind schmal, aber nicht gefährlich. Das Problem ist der Sommer, wenn halb Frankreich und ein guter Teil Großbritanniens dieselbe Idee hat.
Die Route folgt erst der Vézère von Périgueux über Montignac nach Les Eyzies, dann der Dordogne von Sarlat bis Domme und endet in Rocamadour. Acht Tage passen gut, fünf reichen für den Kern zwischen Montignac und Domme.
Die Route in Kürze
Périgueux ist die Hauptstadt und ein guter Einstieg: Kathedrale mit Kuppeln, Markt, Römermuseum. Montignac hat Lascaux, genauer Lascaux IV, die vollständige Nachbildung der berühmten Höhle. Les Eyzies ist das Dorf der Vorgeschichte, mit Museum und mit Font-de-Gaume, wo du noch echte Malereien siehst.
Dann kommt das Périgord Noir, der dunkle Teil wegen der Eichenwälder: Sarlat, die am besten erhaltene Mittelalterstadt Frankreichs, und das Flusstal mit La Roque-Gageac, Beynac, Castelnaud und Domme. Hier reiht sich alles auf 20 Kilometern. Rocamadour im benachbarten Quercy ist das Finale, eine Stadt, die senkrecht an einer Felswand hängt.
Beste Zeit
Mai, Juni und September. Die Walnussbäume sind grün, die Märkte voll, aber die Dörfer nicht. Im Juli und August platzt das Tal: La Roque-Gageac und Sarlat sind mittags unpassierbar, die Parkplätze ab 10 Uhr voll, auf der Dordogne stauen sich die Kanus. Wer dann kommt, steht um 7 Uhr auf, besichtigt bis 11 und verbringt den Nachmittag am Fluss.
Oktober ist Erntezeit für Walnüsse und der Beginn der Trüffelsaison, mit schönem Licht auf den Kalkfelsen. Danach wird es still, viele Plätze schließen, Lascaux IV bleibt offen.
Mit Hund
Das Périgord ist Hundeland, mit einer großen Ausnahme: Höhlen. In Lascaux IV, Font-de-Gaume, Padirac und die anderen dürfen keine Hunde, und im Hochsommer kannst du ihn nicht im Fahrzeug lassen; das Tal erreicht über 35 Grad. Plant also, abwechselnd zu gehen, oder legt die Höhlenbesuche auf kühle Tage. In die Burgen selbst dürfen Hunde meist nicht, in die Gärten von Marqueyssac schon.
Dafür sind Fluss und Dörfer unkompliziert. Kanuverleiher nehmen Hunde oft mit, wenn sie ruhig sitzen bleiben; eine Schwimmweste für den Hund ist bei den meisten zu leihen. Auf den Märkten ist Leinenpflicht, und die Enten- und Käsestände sind eine Prüfung für jeden Hund. Zecken sind im Périgord häufig, Schutz nicht vergessen.
Fahren und Übernachten
Die A89 bringt dich von Bordeaux oder Lyon ins Périgord und kostet Maut, Wohnmobile zahlen Klasse 2 oder ab 3 Meter Höhe Klasse 3. Im Tal selbst gibt es keine Autobahn. Die D703 folgt der Dordogne, die D706 der Vézère, beide schmal, kurvig und im Sommer voll mit Kanuanhängern und Wohnmobilen. Rechne mit 50 km/h und plane die Etappen kurz.
Einige Stellen verlangen Aufmerksamkeit. In La Roque-Gageac läuft die Straße unter dem Felsen entlang, mit Überhängen; die Höhenangaben sind ernst gemeint. Domme ist für Wohnmobile gesperrt, der Parkplatz liegt am Hang darunter. Sarlat fährst du nicht hinein, die Parkplätze liegen am Ring. In Rocamadour parkst du oben auf dem Plateau, nicht unten im Tal, wo die Straße eng und der Platz knapp ist.
Stellplätze gibt es reichlich, viele am Fluss und mit Blick auf eine Burg. Bauernhöfe nehmen Wohnmobile auf, oft mit Hofverkauf von Confit, Nussöl und Wein; das ist die beste Art, hier zu übernachten. Freistehen am Fluss ist in den meisten Gemeinden untersagt, und die Plätze liegen ohnehin so günstig, dass es sich nicht lohnt.
Noch ein Hinweis zu Lascaux und Font-de-Gaume: Für Lascaux IV buchst du im Sommer vorab online, sonst wartest du Stunden oder kommst nicht hinein. Font-de-Gaume vergibt nur wenige Dutzend Tickets am Tag, um die Malereien zu schützen; wer sie sehen will, steht früh an. Beides lohnt sich, auch wenn die Höhlen für Hundebesitzer Planung bedeuten.