Küste · Dänemark
Dänische Ostsee mit dem Wohnmobil
Inselhüpfen in der dänischen Südsee: Fünen, Ærø, die Kreidefelsen von Møn, Kopenhagen als Abstecher und Bornholm für alle, die noch eine Fähre mehr nehmen wollen.
Die Stationen
-
1
Faaborg · 1 Tag
Südfünens Hafenstadt mit Fachwerkgassen und dem Blick auf die kleinen Inseln vor der Küste. Dahinter liegen die „Fünischen Alpen“, sanfte Hügel mit Radwegen. Guter Einstieg, wenn du aus dem Süden kommst.
Sehenswert: Svanninge Bakker
-
2
Svendborg · 1 Tag
Hafenstadt mit Werften und Segelschiffen, dazu das Schloss Egeskov eine halbe Stunde nördlich, eines der schönsten Wasserschlösser Europas mit Oldtimersammlung und Park. Über die Brücke nach Tåsinge liegt das Schloss Valdemars Slot. Von hier geht die Fähre nach Ærø.
Sehenswert: Schloss Egeskov, Valdemars Slot
-
3
Ærøskøbing · 2 Tage
Die ganze Insel ist der Grund: Ærøskøbing mit Kopfsteinpflaster und Stockrosen, die bunten Badehäuschen am Strand, Marstal mit dem Seefahrtsmuseum. Das Wohnmobil bleibt am Hafen oder auf dem Platz, die Insel fährt man mit dem Rad.
Sehenswert: Ærøskøbing, Marstal Søfartsmuseum
-
4
Stege · 2 Tage
Hauptort von Møn. Die Kreidefelsen Møns Klint liegen 20 Minuten östlich, am GeoCenter beginnen die Treppen hinunter zum Strand. Früh kommen, das Licht ist morgens am besten und der Parkplatz noch leer. Die Kalkmalereien in den Dorfkirchen von Elmelunde und Fanefjord sind ein Abstecher wert.
Sehenswert: Møns Klint, GeoCenter Møns Klint, Liselund
-
5
Kopenhagen · 2 Tage
Wohnmobil am Stadtrand abstellen und mit der S-Bahn hinein. Nyhavn, Schloss Christiansborg, die Kleine Meerjungfrau und ein Abend im Tivoli passen in zwei Tage. Kronborg in Helsingør, Hamlets Schloss, ist mit dem Zug in 45 Minuten erreicht.
Sehenswert: Nyhavn, Tivoli, Schloss Christiansborg
-
6
Rønne · 3 Tage
Bornholm ist optional, aber eine eigene Welt: Felsküste statt Sand, die Rundkirchen, die Burgruine Hammershus, Räuchereien in Gudhjem und Svaneke. Drei Tage für die Inselrunde, Fähre ab Køge oder ab Ystad in Schweden.
Sehenswert: Hammershus, Rundkirche Østerlars
Warum die dänische Ostsee
Die Ostseeseite Dänemarks ist das Gegenstück zur rauen Westküste: geschützte Buchten, flaches, warmes Wasser, kleine Häfen mit Fischkuttern und Segelbooten, Fachwerkstädte mit Stockrosen vor der Tür. Die Dänen nennen das Gewirr aus Inseln südlich von Fünen „Südsee“, und wer einmal im August bei Windstille über den Svendborgsund geschaut hat, weiß, warum.
Für Wohnmobilisten ist die Region ein Inselhüpfen mit kurzen Etappen: Fünen mit seinen Schlössern, Ærø mit der Fähre, Møn mit den Kreidefelsen, dazu Kopenhagen als Stadtabstecher und Bornholm für alle, die noch eine Fähre mehr nehmen wollen. Die Entfernungen sind klein, die Fähren sind der Rhythmus der Reise.
Die Route in Kürze
Die Route beginnt in Faaborg auf Südfünen, geht über Svendborg und die Fähre nach Ærø, zurück nach Fünen, über die Storebæltsbroen nach Seeland und hinunter nach Møn. Von dort sind es zwei Stunden nach Kopenhagen. Bornholm hängt als eigene Schleife hinten dran: Die Fähre fährt ab Køge südlich von Kopenhagen oder, deutlich kürzer, ab Ystad in Schweden, wenn du die Reise über die Øresundbrücke in Südschweden fortsetzt.
Faaborg und Svendborg sind die Hafenstädte Südfünens, dazwischen liegen die Hügel der Svanninge Bakker und das Schloss Egeskov, ein Wasserschloss mit Park und Oldtimern, das du nicht auslassen solltest. Ærø ist eine Insel, die man mit dem Rad fährt: Ærøskøbing ist winzig, die Badehäuschen am Strand sind das Fotomotiv der Insel, Marstal hat die Seefahrtsgeschichte. Auf Møn sind die Kreidefelsen das Ziel, 128 Meter hoch, mit Treppen hinunter zum Strand und einem Geocenter oben. In Kopenhagen lässt du das Wohnmobil stehen und fährst S-Bahn. Bornholm schließlich ist Granit statt Kreide, mit Rundkirchen, Räuchereien und der größten Burgruine Nordeuropas.
Wer nur eine Woche hat, nimmt Fünen, Ærø und Møn und lässt Bornholm für ein anderes Mal.
Beste Zeit
Mai, Juni und September sind die besten Monate: trocken, mild, und die Fähren haben Platz. Die Ostsee ist im August und Anfang September am wärmsten, dann ist auch der Badebetrieb am größten. Im Juli sind die Fähren nach Ærø und Bornholm Wochen vorher ausgebucht, und auf Møn wird der Parkplatz am Klint am Nachmittag voll. Ab Oktober schließen viele Plätze, die Fähren fahren seltener, und die Inseln werden still.
Mit Hund
Hunde fahren auf allen Fähren mit und sind auf praktisch allen Plätzen willkommen. An den Stränden gilt vom 1. April bis zum 30. September Leinenpflicht, im Winterhalbjahr darf der Hund frei laufen. Auf Ærø und Møn gibt es Hundewälder, in denen er ohne Leine rennen darf.
Zwei Dinge solltest du bedenken: Die Treppen an Møns Klint sind steil und lang, rund 500 Stufen hinunter und wieder hinauf, das ist mit einem großen oder alten Hund mühsam. Und in Kopenhagen ist es im Sommer voll und heiß; Hunde dürfen in der S-Bahn mitfahren, an der Leine, aber ein Stadttag ist für die meisten Hunde kein Vergnügen.
Fahren und Übernachten
Frei stehen ist in Dänemark verboten, und das gilt auf den Inseln genauso wie auf dem Festland. Dafür hat fast jeder Hafen einen einfachen Stellplatz mit Strom und Wasser, oft mit Blick auf die Boote; dazu kommen gut ausgestattete Campingplätze. Im Juli solltest du reservieren, besonders auf Ærø und Bornholm.
Die Fähren und Brücken sind der Kostenfaktor der Reise, und bei allen zählt die Fahrzeuglänge. Die Grenze liegt bei 6 Metern: Wer mit Heckträger oder Fahrradträger darüber kommt, zahlt die nächste Stufe, und am Hafen wird nachgemessen. Die Fähre Svendborg–Ærøskøbing muss vorab gebucht und bezahlt werden, Stand-by klappt im Sommer selten. Die Storebæltsbroen zwischen Fünen und Seeland ist mautpflichtig, ebenso die Øresundsbron nach Malmö, die zusätzlich die Fahrzeughöhe auf 4,5 Meter begrenzt. Nach Bornholm fährt die Bornholmslinjen ab Køge in rund fünfeinhalb Stunden oder ab Ystad in gut einer Stunde; wer die Reise nach Schweden fortsetzt, nimmt Ystad.
In Kopenhagen fährst du nicht in die Innenstadt. Parkzonen, enge Straßen und Tausende Radfahrer machen das Wohnmobil dort zur Last. Am Stadtrand gibt es Stellplätze und Campingplätze mit S-Bahn-Anschluss, von denen du in 20 Minuten am Rathausplatz bist. Auf Ærø und Møn sind die Dorfstraßen eng; in Ærøskøbing bleibt das Wohnmobil am Hafen, der Ort ist in zehn Minuten durchlaufen.
Quellen
- ADAC: Maut in Dänemark (Storebælt, Øresund)
- Øresundsbron: Preise und Fahrzeugkategorien
- VisitDenmark: Ærøfærgerne