Küste · Frankreich

Côte d'Azur mit dem Wohnmobil

Calanques, rotes Esterel-Gestein, Nizza und Menton: die schönste Küste Frankreichs ist für Wohnmobile die schwierigste. Mit Plan geht es trotzdem.

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Baden & StrandFotografierenStädteWandernWein & GenussNatur & Aussicht 5 bis 8 Tage 155 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Cassis · 1 Tag

    Hafen mit Fischrestaurants, dahinter die Calanques: Port-Miou, Port-Pin und En-Vau sind zu Fuß in ein bis zwei Stunden erreichbar, Boote fahren vom Hafen. Die Route des Crêtes zum Cap Canaille hat die höchsten Klippen Frankreichs; bei Waldbrandgefahr ist sie gesperrt. Wohnmobile parken am Park-and-Ride oberhalb des Orts.

    Sehenswert: Calanques, Cap Canaille, Nationalpark Calanques

    Plätze rund um Cassis

  2. 2

    Saint-Tropez · 1 Tag

    Der Hafen ist voller Yachten und Leute, die sie anschauen; morgens vor 10 Uhr ist der Ort trotzdem hübsch, mit Markt auf der Place des Lices dienstags und samstags. Pampelonne ist der Strand, mit Stellplatz in Ramatuelle dahinter. Von Sainte-Maxime fährt ein Boot über die Bucht, das erspart den Stau auf der Halbinsel.

    Sehenswert: Plage de Pampelonne, Citadelle de Saint-Tropez, Port-Grimaud

    Plätze rund um Saint-Tropez

  3. 3

    Saint-Raphaël · 1 Tag

    Ausgangspunkt für das Esterel: rotes Porphyrgestein, das ins blaue Meer fällt. Die Corniche d'Or nach Théoule ist eine der schönsten Küstenstraßen Europas, langsam fahren und an den Buchten halten. Der Cap du Dramont mit der Île d'Or ist eine gute Stunde zu Fuß, der Pic de l'Ours ein halber Tag.

    Sehenswert: Massif de l'Esterel, Corniche d'Or, Cap du Dramont

    Plätze rund um Saint-Raphaël

  4. 4

    Antibes · 1 Tag

    Altstadt mit Markthalle, Picasso-Museum im Schloss Grimaldi am Meer und der Zöllnerpfad um das Cap d'Antibes, zwei Stunden über Felsen und an Villen vorbei. Juan-les-Pins auf der anderen Seite der Halbinsel hat die Sandstrände. Stellplätze liegen im Hinterland, die Bahn fährt in die Altstadt.

    Sehenswert: Musée Picasso (Antibes), Cap d'Antibes, Fort Carré

    Plätze rund um Antibes

  5. 5

    Nizza · 2 Tage

    Promenade des Anglais, Altstadt mit dem Blumenmarkt auf dem Cours Saleya, dann auf den Schlosshügel für den Blick über die Baie des Anges. Mit dem Wohnmobil bleibst du draußen: Campingplätze liegen im Hinterland, die Bahn oder Tram bringt dich hinein. Von Nizza aus lohnen Villefranche-sur-Mer und Saint-Paul-de-Vence als Tagesausflüge ohne Fahrzeug.

    Sehenswert: Promenade des Anglais, Vieux Nice, Colline du Château

    Plätze rund um Nizza

  6. 6

    Menton · 1 Tag

    Die italienischste Stadt Frankreichs: Altstadt in Ocker und Rosa, Zitronengärten, der Garten Serre de la Madone. Im Februar Zitronenfest mit Skulpturen aus Zitrusfrüchten. Èze auf dem Weg von Nizza ist das Adlernest über dem Meer, nur zu Fuß erreichbar, der Parkplatz unten ist früh voll. Italien beginnt am Ortsende.

    Sehenswert: Jardin Serre de la Madone, Basilique Saint-Michel, Èze

    Plätze rund um Menton

Warum an die Côte d'Azur

Ehrlich gesagt: Die Côte d'Azur ist für Wohnmobile die schwierigste Küste Frankreichs. Die Städte sind eng, die Parkplätze haben Höhenschranken, viele Gemeinden verbieten Wohnmobile ganz oder nachts, und im Sommer steht alles. Warum trotzdem? Weil die Calanques, das rote Esterel und die Corniches über Nizza zu den schönsten Küstenabschnitten Europas gehören und weil es mit dem richtigen Plan funktioniert: Stellplatz oder Campingplatz am Rand, dann Bahn, Bus, Boot oder Rad. Die Küstenbahn fährt zwischen Cannes und Menton alle 30 Minuten und hält überall, wo du hinwillst.

Die Route läuft von Westen nach Osten, von Cassis bis zur italienischen Grenze. Acht Tage sind gut, fünf reichen für Esterel, Antibes und Nizza.

Die Route in Kürze

Cassis liegt streng genommen noch in der Provence, ist aber das Tor zu den Calanques: Fjorden aus weißem Kalk mit türkisem Wasser, die du zu Fuß oder per Boot erreichst. Saint-Tropez ist Mythos und Hafen; der Strand Pampelonne liegt in Ramatuelle und ist mit dem Wohnmobil besser zu erreichen als der Ort. Saint-Raphaël ist der Einstieg ins Esterel, ein Vulkangebirge aus rotem Porphyr, dessen Küstenstraße Corniche d'Or zu den schönsten Frankreichs zählt.

Antibes hat die Altstadt mit Markthalle, das Picasso-Museum und den Zöllnerpfad um das Kap. Nizza ist die Stadt, mit Promenade, Altstadt und Blumenmarkt, am besten zwei Tage. Menton am Ende ist die Zitronenstadt, halb italienisch, mit Èze und den drei Corniches davor.

Beste Zeit

April bis Juni und September bis Oktober. Dann ist es warm, das Wasser ab Juni badetauglich, die Straßen sind frei und die Stellplätze offen. Der Juli und August fallen für Wohnmobile praktisch aus: Viele Gemeinden sperren von März oder Mai bis Oktober ihre Parkplätze für Wohnmobile, die Küstenstraße steht stundenlang, und die Campingplätze verlangen Hochsaisonpreise für Plätze, die du Monate vorher buchen musst.

Der Winter ist mild und hat seinen Reiz: Menton feiert im Februar das Zitronenfest, Nizza den Karneval, und die Promenade ist dann den Einheimischen überlassen. Einige Stellplätze haben zu, die Campingplätze im Hinterland meist offen.

Mit Hund

Die Côte d'Azur ist für Hunde schwierig. Fast alle Strände sind hundefrei, viele ganzjährig, die übrigen von Mai bis September. Hundestrände gibt es in Nizza, Antibes und Villefranche, jeweils ein kleiner Abschnitt. In den Calanques und im Esterel gilt Leinenpflicht, und von Juni bis September sind die Wanderwege an Tagen mit hoher Waldbrandgefahr gesperrt; die Präfektur veröffentlicht die Stufe jeden Abend für den nächsten Tag.

Die Küstenbahn nimmt Hunde mit Maulkorb mit, die Busse meist nur kleine in Taschen. Hitze ist von Juni bis September ein Thema, Asphalt und Felsen heizen sich auf, Besichtigungen gehören auf den Morgen. In den Museen und Gärten sind Hunde unerwünscht.

Fahren und Übernachten

Die A8 ist die Lebensader der Küste, mautpflichtig, und für Wohnmobile ab 3 Meter Höhe in Klasse 3 nicht billig. Sie ist trotzdem der Weg zwischen den Orten; die Küstenstraße D559 und die Corniches sind landschaftlich schöner, brauchen aber das Dreifache an Zeit und sind für große Fahrzeuge anstrengend. Die Corniche d'Or durch das Esterel lohnt sich als Ausflug, mit Felsüberhängen und wenigen Parkbuchten.

Die Wohnmobil-Verbote sind das zentrale Thema. Rechtlich dürfen Gemeinden Wohnmobile nicht pauschal vom Parken ausschließen, praktisch tun es viele über Höhenschranken, Nachtparkverbote und Verordnungen, die von März bis Oktober gelten. Cavalaire, Gassin, Grimaud, Teile von Saint-Tropez, Antibes, Nizza und Menton gehören dazu. Übernachten außerhalb von Stell- und Campingplätzen ist an der ganzen Küste keine gute Idee; die Polizei kontrolliert, und die Verwarnungen sind kein Pappenstiel.

Die Lösung sind Stellplätze und Campingplätze im Hinterland: Ramatuelle hinter Pampelonne, Fréjus und Saint-Raphaël im Esterel, Villeneuve-Loubet und Cagnes zwischen Antibes und Nizza, La Turbie oder Sospel hinter Menton. Von dort fährst du mit der Bahn oder dem Bus an die Küste, und das Wohnmobil bleibt stehen.

Nizza hat eine Umweltzone, die Crit'Air 5 und ungeklassifizierte Fahrzeuge ausschließt; Marseille, falls du von dort kommst, zusätzlich Crit'Air 4. Die Zonen gelten weiter, nachdem der Verfassungsrat die 2026 beschlossene Abschaffung kassiert hat (Stand Oktober 2026). Bestell die Plakette vorher online.

Zu den Calanques: Die Zufahrten zu den Buchten sind für Fahrzeuge gesperrt. Von Cassis parkst du am Park-and-Ride Les Gorguettes oberhalb des Orts und fährst mit dem Shuttle; von dort läufst du nach Port-Miou, Port-Pin und En-Vau. Im Sommer ist der Nationalpark an Tagen mit roter Brandstufe komplett geschlossen, und die Route des Crêtes zum Cap Canaille auch. Prüfe am Vorabend die Lage.