Küste · Frankreich
Bretagne mit dem Wohnmobil
Granitküste, Gezeiten mit zehn Metern Hub, Menhire und Crêpes: die Bretagne ist Frankreichs raue Seite, mit Stellplätzen in fast jedem Hafenort.
Die Stationen
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1
Le Mont-Saint-Michel · 1 Tag
Früh los, am besten vor 9 Uhr am Felsen sein, dann hast du die Grande Rue noch ohne Gedränge. Die Abtei lohnt sich mit Audioguide, danach einmal außen um die Mauern. Bei Springflut wird der Berg wieder zur Insel, die Zeiten hängen am Besucherzentrum aus.
Sehenswert: Abtei Mont-Saint-Michel, Baie du Mont-Saint-Michel
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2
Saint-Malo · 1 Tag
Einmal über die Stadtmauer, bei Ebbe hinüber zum Grand Bé und zum Fort National. Nebenan in Cancale gibt es am Hafen Austern direkt vom Stand, Zitrone liegt dabei. Mit dem Wohnmobil bleibst du vor den Mauern, intra-muros ist nichts für dich.
Sehenswert: Fort National, Grand Bé, Cancale
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3
Perros-Guirec · 2 Tage
Der Zöllnerpfad von Ploumanac'h zur Plage de Trestraou ist das Herzstück der Côte de Granit Rose, 90 Minuten für die Rundrunde mit Fotostopps. Bei tiefstehender Sonne glüht der Granit tatsächlich rosa. Bootstour zu den Sept-Îles, wenn du Basstölpel sehen willst.
Sehenswert: Côte de Granit Rose, Ploumanac'h, Sept-Îles
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4
Crozon · 2 Tage
Die Halbinsel ist ein eigener Kosmos: Pointe de Pen-Hir mit den Tas de Pois, Camaret mit dem Vauban-Turm, der Cap de la Chèvre für den Sonnenuntergang. Die Straßen sind schmal, nimm dir Zeit und fahr nicht in Sackgassen zu den Stränden.
Sehenswert: Pointe de Pen-Hir, Camaret-sur-Mer, Cap de la Chèvre
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5
Plogoff · 1 Tag
Pointe du Raz ist das westliche Ende Frankreichs, bei Westwind ein Erlebnis. Vom Parkplatz geht ein Weg am Klippenrand entlang, die Baie des Trépassés liegt unten. Die ruhigere Pointe du Van nebenan hat fast dieselbe Aussicht und viel weniger Leute.
Sehenswert: Pointe du Raz, Baie des Trépassés, Pointe du Van
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6
Quimper · 1 Tag
Fachwerk, Kathedrale und die Fayence-Manufakturen, ein halber Tag reicht. Auf dem Weg liegt Locronan, ein Granitdorf wie aus dem Film; Wohnmobile bleiben auf dem Parkplatz vor dem Ort. Weiter südlich lohnt Concarneau mit der Ville Close.
Sehenswert: Kathedrale Saint-Corentin, Locronan, Concarneau
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7
Carnac · 1 Tag
Die Steinreihen besichtigst du von Oktober bis März frei, im Sommer nur mit Führung durchs Gelände; vom Weg aus siehst du sie aber immer. Nachmittags auf die Halbinsel Quiberon zur Côte Sauvage, morgens Markt in Carnac-Ville.
Sehenswert: Steinreihen von Carnac, Quiberon
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8
Vannes · 1 Tag
Hübsche Altstadt mit Stadtmauer und Waschhäusern, dann aufs Boot in den Golf von Morbihan: Île-aux-Moines oder Île d'Arz lassen sich gut zu Fuß oder per Rad abgehen. Von hier geht es nach Nantes oder zurück nach Rennes.
Sehenswert: Golfe du Morbihan, Île-aux-Moines, Kathedrale von Vannes
Warum die Bretagne
Die Bretagne ist das Frankreich, das nicht nach Lavendel riecht, sondern nach Salz und Seetang. Der Atlantik frisst hier seit Jahrtausenden an Granit, und was er übrig gelassen hat, sind rosa Felsbrocken, schwarze Kaps und Buchten, in denen zweimal am Tag das Wasser kilometerweit verschwindet. Wer mit dem Wohnmobil kommt, bekommt dazu etwas, das an anderen französischen Küsten selten geworden ist: eine Stellplatzkultur, die Wohnmobile als Gäste behandelt. Fast jeder Hafenort hat eine Aire, oft am Wasser, oft mit Blick auf die Boote.
Die Route hier läuft im Uhrzeigersinn: vom Mont-Saint-Michel über die Nordküste zum Finistère, dann die Südküste entlang bis in den Golf von Morbihan. So hast du den Höhepunkt am Anfang, die wildeste Küste in der Mitte und die sanfte Seite zum Ausklang. Mit zwölf Tagen bist du gut dabei, in sieben schaffst du es, wenn du Crozon oder die Südküste kürzt.
Die Route in Kürze
Der Mont-Saint-Michel gehört offiziell zur Normandie, liegt aber so dicht an der Grenze, dass jede Bretagne-Rundreise ihn mitnimmt. Von dort sind es 50 Kilometer nach Saint-Malo, der Korsarenstadt mit der mächtigen Stadtmauer. Cancale mit seinen Austernbänken liegt direkt daneben.
Weiter westlich beginnt die Côte de Granit Rose um Perros-Guirec. Die Felsen von Ploumanac'h sind das meistfotografierte Motiv der Bretagne, zu Recht. Dann wird es ernst: Die Halbinsel Crozon ist mit ihren Kaps und Klippen die wildeste Ecke, und die Pointe du Raz bei Plogoff markiert das Ende Europas. Quimper ist danach eine willkommene Stadtpause, mit Locronan und Concarneau als Zugaben.
Die Südküste ist milder und wärmer. Carnac hat die berühmten Steinreihen und davor die Halbinsel Quiberon; Vannes schließt mit einer hübschen Altstadt und dem Golf von Morbihan, einem Binnenmeer mit Dutzenden Inseln.
Beste Zeit
Die Bretagne hat ein Reizklima, und das ist wörtlich gemeint: Regen, Sonne, Wind und wieder Sonne an einem Nachmittag. Mai und Juni bringen die längsten Tage und blühende Ginsterhänge, September hat das wärmste Wasser und leere Pfade. Juli und August sind voll, vor allem an der Südküste; die Stellplätze am Wasser sind dann mittags belegt.
Oktober geht noch, wenn du mit Wetterwechseln leben kannst, danach schließen viele Aires und Campingplätze. Winterstürme sind an der Westküste nichts, was man mit einem Wohnmobil erleben möchte.
Mit Hund
Die Bretagne ist hundefreundlich, mit einer Einschränkung: Im Sommer sind viele Strände zwischen etwa 9 und 19 Uhr für Hunde gesperrt. Das regelt jede Gemeinde selbst, die Schilder am Strandzugang gelten. Außerhalb der Saison ist das meist aufgehoben. Auf dem GR 34, dem Zöllnerpfad, der die gesamte Küste umrundet, gilt Leinenpflicht; die Wege sind schmal und führen oft dicht am Klippenrand entlang.
Am Mont-Saint-Michel dürfen Hunde nicht in den Shuttle, du läufst also über den Steg. Auf die Inselfähren im Golf von Morbihan und zu den Sept-Îles kommen Hunde meist mit, oft nur mit Maulkorb. Gezeiten gelten auch für Hunde: Ein Vierbeiner, der auf einer Sandbank buddelt, während das Wasser aufläuft, ist schnell abgeschnitten.
Fahren und Übernachten
Die bretonischen Schnellstraßen sind mautfrei, ein Privileg aus der Zeit, als die Region an den Rest Frankreichs angebunden werden sollte. N12 im Norden und N165 im Süden bringen dich schnell voran; die eigentliche Bretagne liegt aber an den Départementstraßen dazwischen. Dort fährst du 50 bis 70 km/h, hinter Traktoren, durch Dörfer mit Granitkirchen.
Eng wird es in den Hafenorten. Saint-Malo intra-muros ist für Wohnmobile tabu, Locronan ebenso, Camaret und Ploumanac'h haben kleine Gassen. Fast überall gibt es dafür Parkplätze am Ortsrand, von denen du zu Fuß gehst. Höhenschranken auf Küstenparkplätzen sind üblich; sie sind nicht als Schikane gedacht, sondern sollen das wilde Campen eindämmen, das in den 2010er-Jahren überhandnahm.
Stellplätze gibt es reichlich, kommunal und privat, meist mit Ver- und Entsorgung. Viele liegen an Häfen oder hinter Dünen. Freistehen ist in Frankreich grundsätzlich erlaubt, solange das Fahrzeug nur parkt, aber die Küstengemeinden haben das per Verordnung fast flächendeckend untersagt. Halte dich an die Aires, es gibt genug davon, und auch an denen kommst du oft nah ans Wasser.
Am Mont-Saint-Michel parkst du auf dem Wohnmobilparkplatz des Betreibers, der Shuttle fährt alle paar Minuten. Übernachten auf dem Parkplatz ist möglich, campen nicht. Die Pointe du Raz hat einen großen kostenpflichtigen Parkplatz; der Wagen bleibt dort, und du gehst zu Fuß oder nimmst den kleinen Bus.
Einen letzten Hinweis zu den Gezeiten: Der Tidenhub erreicht in der Bucht des Mont-Saint-Michel über zehn Meter, einen der höchsten Werte Europas. Wer am Strand steht oder unten auf den Felsen klettert, sollte wissen, wann das Wasser kommt. Die Zeiten hängen in jedem Hafen aus.