Gebirge · Deutschland, Tschechien

Bayerischer Wald mit dem Wohnmobil

Deutschlands ältester Nationalpark, der Große Arber, Glasbläser und viel Wald: ruhig, günstig, hundefreundlich. Von Sankt Englmar über Bodenmais und Zwiesel zum Baumwipfelpfad und nach Passau.

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WandernNatur & AussichtMit KindernWein & Genuss 4 bis 6 Tage 89 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Sankt Englmar · 1 Tag

    Einstieg von Westen über Straubing. Sankt Englmar ist Familienort mit Waldwipfelweg in Maibrunn, Rodelbahn und Hirschgehege, dazu stille Wanderwege über den Pröller und den Hirschenstein. Günstiger, ruhiger Auftakt.

    Sehenswert: Waldwipfelweg, Hirschenstein, Pröller

    Plätze rund um Sankt Englmar

  2. 2

    Bodenmais · 1 Tag

    Glasort am Fuß des Arbers. Das Silberberg-Bergwerk ist der beste Regentag-Ausflug, die Rißlochwasserfälle ein Vormittag zu Fuß vom Ort aus. Die Glasbetriebe am Ortseingang sind Touristenbetrieb, die kleinen Werkstätten im Ort zeigen mehr.

    Sehenswert: Silberberg (Bodenmais), Rißlochwasserfälle

    Plätze rund um Bodenmais

  3. 3

    Bayerisch Eisenstein · 1 Tag

    Grenzort mit dem Bahnhof, durch den die Grenze mitten durchläuft. Von hier über die Arberseestraße zum Großen Arbersee und mit der Bergbahn auf den Großen Arber, mit 1.456 m der höchste Berg des Bayerischen Waldes, bei klarer Sicht bis zu den Alpen. Abends ein Abstecher nach Železná Ruda auf der tschechischen Seite.

    Sehenswert: Großer Arber, Großer Arbersee, Localbahnmuseum Bayerisch Eisenstein

    Plätze rund um Bayerisch Eisenstein

  4. 4

    Zwiesel · 1 Tag

    Die Glasstadt. Zwieseler Kristallglas ist das bekannteste, aber Frauenau nebenan hat das Glasmuseum und die Gläsernen Gärten, beides lohnt mehr als die Werksverkäufe. Zwiesel selbst ist mit Stellplatz und Bahnhof guter Standort für Ausflüge ohne Wohnmobil.

    Sehenswert: Glasmuseum Frauenau, Waldbahn (Bayerischer Wald)

    Plätze rund um Zwiesel

  5. 5

    Neuschönau · 2 Tage

    Nationalparkzentrum Lusen mit Baumwipfelpfad, Baumturm und Tier-Freigelände, in dem Luchs, Wolf und Bär in großen Gehegen leben. Am zweiten Tag auf den Lusen, über das Blockmeer am Gipfel, oder den Igelbus in den Park nehmen. Früh kommen, die Parkplätze sind am Wochenende mittags voll.

    Sehenswert: Baumwipfelpfad Bayerischer Wald, Lusen, Nationalpark Bayerischer Wald

    Plätze rund um Neuschönau

  6. 6

    Passau · 1 Tag

    Dreiflüssestadt am Ende. Dom mit der größten Domorgel der Welt, Veste Oberhaus mit Blick auf den Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz, Altstadt zu Fuß. Das Wohnmobil bleibt am Donauufer, die Altstadt ist eng. Von hier geht es die Donau hinab nach Österreich oder zurück.

    Sehenswert: Dom St. Stephan (Passau), Veste Oberhaus, Dreiflüsseeck

    Plätze rund um Passau

Warum in den Bayerischen Wald

Der Bayerische Wald ist das Gegenteil der Alpen: kein Postkartenpanorama, keine Bergbahnen an jeder Ecke, keine Busladungen. Stattdessen Wald, der seit 1970 als Nationalpark sich selbst überlassen wird, mit toten Fichten, aus denen neuer Wald wächst, mit Luchsen, Wölfen und einer Ruhe, die man in Deutschland sonst kaum findet. Dazu Glasbläser, Brauereien und Stellplätze, die preiswert und selten voll sind.

Für Wohnmobilisten ist er ein ideales Ziel für die erste Tour, für Hundebesitzer und für alle, die gern wandern, ohne sich dabei anstellen zu müssen. Die Strecken sind kurz, die Straßen leer, und wenn das Wetter nicht mitspielt (das kommt vor, der Bayerwald ist nass), gibt es Bergwerk, Glashütten und Thermen.

Die Route in Kürze

Von Westen nach Südosten entlang des Hauptkamms. Sankt Englmar ist der Einstieg vom Donautal aus, mit Familienangeboten und ruhigen Wanderwegen. Bodenmais und Bayerisch Eisenstein sind das Arberland mit dem höchsten Berg und seinem See. Zwiesel und Frauenau sind das Glaszentrum. Neuschönau ist der Nationalpark mit Baumwipfelpfad, Tier-Freigelände und dem Lusen, hier gehören zwei Tage her. Passau ist der Schlussakkord, eine Stadt, die man in einem Tag sieht und die den Übergang an die Donau markiert.

Die ganze Strecke sind kaum 200 km Fahrstrecke. Wer mehr Zeit hat, hängt den Nationalpark Šumava auf tschechischer Seite an oder fährt von Passau die Donau hinab nach Linz. Wer weniger Zeit hat, konzentriert sich auf Arber und Nationalpark.

Beste Zeit

Juni bis September. Der Bayerische Wald ist ein Mittelgebirge mit Gipfeln bis 1.456 m und einem rauen Klima; auf Arber und Lusen liegt bis in den Mai Schnee, und im Oktober kommt der Nebel. Der September ist der beste Monat: Herbstfarben im Nationalpark, klare Luft auf dem Arber, Pilze im Wald, und die Hochsaison ist vorbei, die ohnehin nie so hoch ist wie in den Alpen.

Juli und August sind Familienzeit, der Baumwipfelpfad und die Arberbergbahn sind dann gut besucht, aber selten überfüllt. Im Winter ist der Bayerische Wald schneesicher und ein Langlaufgebiet mit Wintercamping-Plätzen in Bodenmais und am Arber; das ist eine eigene Reise mit Heizung und Schneeketten.

Mit Hund

Kaum eine Region ist mit Hund so entspannt. Stellplätze, Hütten und Gasthäuser nehmen Hunde fast ausnahmslos, die Wälder sind groß und die Wege wenig begangen. Im Nationalpark gilt Leinenpflicht auf allen Wegen, und die ist hier sinnvoll: Luchs und Wolf leben im Park, Wildschweine ebenfalls, und der Hund ist an der Leine sicherer als frei. Der Baumwipfelpfad und das Tier-Freigelände sind mit Hund an der Leine erlaubt, die Arberbergbahn nimmt Hunde mit Maulkorb mit.

Zwei praktische Punkte: Der Bayerische Wald ist FSME-Risikogebiet, Zeckenschutz für den Hund und Impfung für den Menschen sind sinnvoll. Und die Bäche und Seen sind kalt, der Große Arbersee ist Naturschutzgebiet mit Badeverbot für alle.

Fahren und Übernachten

Die Straßen sind leer, hügelig und im Vergleich zu den Alpen anspruchslos. Die B85 führt von Cham über Regen nach Passau, die B11 von Deggendorf über Zwiesel nach Bayerisch Eisenstein; dazwischen liegen Kreisstraßen mit Gefälle, Kurven und im Herbst Laub. Engstellen gibt es nur in den Altstädten von Passau und Grafenau. Die Nationalparkstraßen sind für den Verkehr gesperrt, du parkst an den Zentren und gehst zu Fuß oder nimmst den Igelbus, der im Sommer durch den Park fährt und mit Gästekarte kostenlos ist.

Tschechien liegt vor der Tür. Bei Bayerisch Eisenstein und Philippsreut ist die Grenze offen, Landstraßen sind vignettenfrei, Autobahnen brauchen die elektronische Vignette. Diesel ist drüben meist günstiger, und der Nationalpark Šumava auf der anderen Seite ist noch leerer als der bayerische.

Stellplätze sind zahlreich, viele an Brauereigasthöfen, Bauernhöfen und Freibädern, oft für ein paar Euro oder gegen Einkehr. Die Nationalparkgemeinden haben kommunale Plätze mit Gästekarte, mit der Igelbus und Waldbahn kostenlos fahren. Freistehen ist auf den Wanderparkplätzen nicht erlaubt, wird aber auch seltener kontrolliert als in den Alpen; im Nationalpark selbst ist es verboten. In Passau ist der Stellplatz an der Donau der richtige Ort, die Altstadt ist zu Fuß in zehn Minuten erreicht. Mehr zu Plakette, Tempolimits und Freistehen im Steckbrief Deutschland.