Gasvorrat im Wohnmobil: Wie lange eine Flasche hält, Gas im Ausland und die Tankflasche

Wie viele Brennstunden in einer 11-kg-Flasche stecken, welche Adapter du im Ausland brauchst, was für Tankflaschen gilt und wann du beim Fahren heizen darfst.

Stand 13.10.2026 · 7 Min. Lesezeit

Rote Gasflasche mit angeschraubtem Druckregler
Rote Gasflasche mit angeschraubtem Druckregler

Wie lange eine Gasflasche hält, rechnest du so: Inhalt in Gramm geteilt durch den Verbrauch des Geräts in Gramm je Stunde. Eine 11-kg-Flasche liefert einer Truma Combi 6 damit zwischen 24 Stunden auf voller Leistung und 69 Stunden auf kleinster Stufe. Das sind Brennstunden, keine Tage. Im Sommer, wenn nur Kocher und Kühlschrank Gas ziehen, reicht dieselbe Flasche wochenlang.

Die Rechnung: Brennstunden statt Tage

Jeder Hersteller gibt den Gasverbrauch seiner Geräte in Gramm je Stunde an. Daraus ergibt sich für eine volle 11-kg-Flasche (11.000 g):

Gerät Verbrauch laut Hersteller Brennstunden mit 11 kg
Truma Combi 4 160 bis 335 g/h etwa 33 bis 69
Truma Combi 6 160 bis 460 g/h etwa 24 bis 69
Truma S 3004 30 bis 280 g/h etwa 39 bis 367
Truma S 5004 60 bis 480 g/h etwa 23 bis 183
Truma VarioHeat eco 100 oder 220 g/h 50 bis 110
Truma VarioHeat comfort 100, 220 oder 290 g/h etwa 38 bis 110
Alde Compact 3020 HE 245 oder 405 g/h etwa 27 bis 45

Stand der Herstellerangaben: Oktober 2026. Die kleinere Zahl gilt für Dauerbetrieb auf höchster Stufe, die größere für die kleinste. Für die 5-kg-Flasche teilst du die Stunden durch 2,2.

Warum daraus keine Tage werden: Die Heizung läuft nicht durch. Der Thermostat schaltet den Brenner ab, sobald die Wunschtemperatur erreicht ist, und wieder ein, wenn sie fällt. Wie viele der 24 Stunden eines Tages der Brenner tatsächlich läuft, hängt von Außentemperatur, Wind, Isolierung, Fahrzeuggröße und davon ab, ob du 18 oder 22 Grad haben willst. Eine belastbare Angabe in Tagen gibt es deshalb nicht, auch wenn viele Texte eine nennen. Der Gasvorrat-Rechner rechnet mit deinen Geräten und deiner geschätzten Laufzeit.

Die übrigen Verbraucher fallen kaum ins Gewicht. Truma nennt als Richtwerte 50 bis 160 g/h für den Kocher und 14 bis 20 g/h für den Kühlschrank. Ein Absorberkühlschrank käme mit 11 kg also auf 550 bis knapp 790 Betriebsstunden. Der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) nennt als Faustregel für den Sommer: Eine 11-kg-Flasche sollte einer vierköpfigen Familie für zwei Wochen Urlaub reichen (Mitteilung von 2021).

Flaschen: Größen, Farben, Prüffrist

In deutschen Gaskästen stehen üblicherweise 5-kg- oder 11-kg-Stahlflaschen. Wie viele und welche hineinpassen, gibt der Gaskasten deines Fahrzeugs vor.

  • Rote Flaschen sind Pfandflaschen eines Versorgers. Du tauschst sie bei dessen Händlern.
  • Graue Flaschen sind Kaufflaschen. Sie gehören dir und lassen sich anbieterunabhängig tauschen.
  • Aluflaschen sparen Gewicht. Für eine 6-kg-Aluflasche nennt der Handel 3,7 kg Leergewicht. Wenn du knapp an der Zuladung bist, rechne mit dem Zuladungsrechner nach, was dir das bringt.

Auf jeder Flasche ist eine Prüffrist eingestempelt. Ist sie abgelaufen, darf die Flasche nicht mehr befüllt werden. Aufbrauchen darfst du sie laut DVFG, solange sie dicht und unbeschädigt ist, längstens zehn Jahre nach Ablauf der Frist.

Für den Winter gelten eigene Regeln: Propan statt Butan, zwei Flaschen mit Umschaltautomatik. Das steht im Beitrag Wintercamping.

Gas im Ausland

Die Anschlüsse von Gasflaschen sind in Europa nicht einheitlich. Das ADAC-Portal PiNCAMP spricht von rund 300 verschiedenen Systemen. Deine deutsche Flasche wird im Ausland deshalb meist weder getauscht noch ohne Weiteres gefüllt. Es gibt drei Wege:

1. Mit vollen Flaschen losfahren. Für zwei, drei Sommerwochen reichen zwei volle 11-kg-Flaschen fast immer. Das ist die einfachste Lösung.

2. Adapter mitnehmen. Im Campinghandel gibt es zwei verschiedene Sets, beide für etwa 15 Euro (laut PiNCAMP, Januar 2026). Das Entnahme-Set verbindet deinen deutschen Regler mit einer Flasche des Reiselandes. Das Füll-Set erlaubt einer Füllstation im Ausland, deine deutsche Flasche zu befüllen. Der Hersteller GOK ordnet die vier Stutzen seines Euro-Sets so zu:

Stutzen Gewinde Länder laut GOK
1 M10×1 Italien, Schweiz
2 W20×1/14 LH Griechenland, Italien, Österreich, Slowenien
3 M14×1,5 England, Finnland, Island, Norwegen, Portugal, Schweden
4 W21,8×1/14 LH Belgien, England, Frankreich, Irland, Kroatien, Niederlande, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und weitere

Eine amtliche Ländertabelle von ADAC, Truma oder DVFG gibt es nicht. Nimm die Liste als Orientierung, nicht als Garantie: In manchen Ländern sind mehrere Systeme im Umlauf, und eine fremde Flasche muss auch in deinen Gaskasten passen. Miss den Kasten vorher aus.

3. Wissen, wie es im Zielland läuft. Ein paar belegte Hinweise:

  • Frankreich: Getauscht und gefüllt werden nur landesübliche Flaschen. Du brauchst eine Leihflasche und den passenden Adapter. Mehr im Länder-Steckbrief Frankreich.
  • Dänemark: Deutsche 5- und 11-kg-Flaschen werden laut Dethleffs-Handbuch auf vielen Campingplätzen getauscht.
  • Griechenland: Tausch und Füllung meist nur in größeren Städten.
  • Baltikum: Befüllung mit Euro-Adaptern möglich.

Die blauen Campingaz-Flaschen werden nach Angaben im Dethleffs-Handbuch weltweit vertrieben. Sie sind klein, für eine Tour durch mehrere Länder aber eine brauchbare Reserve. Truma hat für Anfang 2027 einen Regler mit Crashsensor für diese Flaschen angekündigt.

Tankflasche und Gastank

Eine Tankflasche sieht aus wie eine Gasflasche, bleibt aber fest im Fahrzeug und wird über einen Füllstutzen an der Außenwand mit Autogas (LPG) befüllt. Lange war ihr Einbau nicht geregelt. Das hat sich geändert: Die Ausgabe 06/2026 des DVGW-Arbeitsblatts G 607 definiert erstmals Anforderungen an „Druckbehälter zur Selbstbefüllung“. Die wichtigsten laut DVFG:

  • Die Flasche ist dauerhaft im Flaschenkasten fixiert und versiegelt, Hinweisschilder sind Pflicht.
  • Der Füllanschluss sitzt außen am Fahrzeug, mindestens 500 mm entfernt von Fenstern, Wohnraumlüftungen und Abgasaustritten. Der Füllschlauch läuft nicht durch den Wohnraum.
  • Automatischer Füllstopp und Sicherheitsventil sind vorgeschrieben. Üblich ist ein Stopp bei 80 Prozent, damit sich das Flüssiggas bei Wärme ausdehnen kann.
  • Die Prüffrist beträgt höchstens zehn Jahre. Danach gibt es kein positives Prüfergebnis mehr.
  • Wird die Flasche entnommen oder die Versiegelung beschädigt, gilt das als prüfpflichtige Änderung der Anlage.

Der Haken: Die G 607 regelt nur den Einbau. Das Befüllen an öffentlichen Tankstellen ist in Deutschland weiterhin nicht zulässig. Dafür müsste eine Technische Regel für Betriebssicherheit angepasst werden, was laut DVFG in Vorbereitung ist (Stand Juli 2026). Ältere Texte, auch in Fahrzeughandbüchern, stellen das Tanken an jeder Autogastankstelle noch als selbstverständlich dar. Für das Ausland gilt: Die Regeln sind national. Erkundige dich vor der Reise, ob Tankflaschen im Zielland an der Zapfsäule befüllt werden dürfen.

Fest eingebaute Gastanks fassen etwa 50 bis 100 Liter und hängen meist unter dem Boden. Sie werden beim Gashändler oder an der LPG-Tankstelle gefüllt. Tanks, die vor 2003 verbaut wurden, müssen alle zehn Jahre von einer zugelassenen Überwachungsstelle geprüft werden. Tanks mit Stempelung nach ECE R 67 sind davon ausgenommen.

Nachrüsten ist in beiden Fällen Sache eines Fachbetriebs, und danach ist eine neue Gasprüfung fällig.

Heizen während der Fahrt

Bei Fahrzeugen ab 2007 darf die Gasheizung während der Fahrt nur laufen, wenn eine Sicherheitsabsperrung eingebaut ist. In der Praxis heißt das: ein Gasdruckregler mit Crashsensor und dazu Hochdruckschläuche mit Schlauchbruchsicherung. Der Sensor sperrt bei einem Unfall die Gaszufuhr ab. Ohne diese Ausrüstung bleibt die Flasche während der Fahrt zu.

Für ältere Fahrzeuge gibt es in Deutschland laut Truma keine Einschränkung. In Frankreich ist der Betrieb bei Fahrzeugen mit Erstzulassung vor 2007 laut Truma auch mit Sicherheitsabsperrung nicht erlaubt. Für Wohnwagen empfiehlt Truma die Absperrung ebenfalls.

Unabhängig vom Baujahr: An der Tankstelle sind alle Gasgeräte aus, auf Fähren ist die Flasche zu. Der Absorberkühlschrank läuft dann auf 12 V oder gar nicht.

Was du selbst machen darfst

Flaschen wechseln, Regler mit Schlauch zwischen Flasche und fester Leitung tauschen, Adapter aufschrauben: Das darfst du. Prüfe danach jede Verschraubung mit Lecksuchspray. Alles andere an der Anlage, vom Füllstutzen der Tankflasche bis zur Leitung hinter dem Regler, gehört in die Hände eines Fachbetriebs.

Häufige Fragen

Wie lange hält eine 11-kg-Gasflasche im Wohnmobil?

Das lässt sich nur in Brennstunden rechnen: Flascheninhalt in Gramm geteilt durch den Verbrauch des Geräts in Gramm je Stunde. Wie viele Tage das sind, hängt von Außentemperatur, Isolierung und Wunschtemperatur ab, weil die Heizung nicht durchgehend brennt.

Kann ich meine deutsche Gasflasche im Ausland tauschen?

Meist nicht. Die Flaschen und Anschlüsse sind in Europa nicht einheitlich. Du brauchst entweder ein Adapter-Set, um deinen Regler an eine Flasche des Reiselandes anzuschließen, oder eine Füllstation, die deine Flasche mit dem passenden Füllstutzen befüllt.

Darf ich eine Tankflasche an der Tankstelle selbst befüllen?

In Deutschland nicht. Der Einbau von Tankflaschen ist seit Mitte 2026 technisch geregelt, das Befüllen an öffentlichen Tankstellen bleibt nach Angaben des Deutschen Verbands Flüssiggas aber unzulässig. Im Ausland gelten die Regeln des jeweiligen Landes.

Darf die Gasheizung während der Fahrt laufen?

Bei Fahrzeugen ab 2007 nur mit einer Sicherheitsabsperrung, also einem Regler mit Crashsensor und Schläuchen mit Schlauchbruchsicherung. Für ältere Fahrzeuge gibt es in Deutschland laut Truma keine Einschränkung. An Tankstellen und auf Fähren müssen Gasgeräte aus sein.

Was ist der Unterschied zwischen roten und grauen Gasflaschen?

Rote Flaschen sind Pfandflaschen eines bestimmten Versorgers und gehen an dessen Händler zurück. Graue Flaschen sind gekaufte Eigentumsflaschen, die du unabhängig vom Anbieter tauschen kannst.

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