Heizungen im Wohnmobil: Truma Combi, Alde und Diesel-Standheizung im Vergleich

Gas, Diesel oder Elektro, Warmluft oder Warmwasser: Verbrauch, Leistung, typische Störungen und was du vor dem Werkstattbesuch selbst prüfen kannst.

Stand 13.10.2026 · 8 Min. Lesezeit

Warme Handschuhe und Kakao im Schnee
Warme Handschuhe und Kakao im Schnee

In den meisten Wohnmobilen sitzt eine Truma Combi: eine Gas-Warmluftheizung mit eingebautem 10-Liter-Boiler. Alde-Warmwasserheizungen findest du in Wohnwagen und in teureren Reisemobilen, Diesel-Luftheizungen in Kastenwagen und Selbstausbauten. Welche besser ist, hängt davon ab, wie lange und wie kalt du unterwegs bist. Die Zahlen und die typischen Störungen jedes Systems stehen hier.

Die drei Systeme im Überblick

Truma Combi (Gas) Truma Combi D (Diesel) Alde Compact (Gas, Warmwasser) Diesel-Luftheizung (Webasto, Eberspächer, Nachbau)
Wärmeübertragung Warmluft über Rohre Warmluft über Rohre Glykolkreislauf, Konvektoren an den Wänden Warmluft über Rohre
Nennleistung 2 / 4 / 6 kW (Combi 4: 2 / 4 kW) 1 bis 6 kW stufenlos 3,3 / 5,5 kW Gas, plus Elektro-Heizstab 0,9 bis 2,2 kW je Gerät
Verbrauch, kleinste Stufe bis Volllast 160 bis 460 g/h Gas (Combi 4: 160 bis 335 g/h) 0,1 bis 0,6 l/h Diesel 245 bis 405 g/h Gas 0,12 bis 0,28 l/h Diesel
Stromaufnahme 12 V 1,4 A im Schnitt, 6,5 A kurz 0,4 bis 8,1 A 1,9 A, höchstens 3,15 A 1 bis 3 A, Start bis 10 A
Warmwasser 10 l integriert 10 l integriert ca. 10 l integriert, fast dauernd warm keins, separater Boiler nötig
Gewicht ca. 14 kg ca. 15 bis 16 kg ca. 14 kg plus Rohre und Konvektoren 2 bis 6 kg
Geräusch Gebläse hörbar Gebläse und Brenner hörbar fast lautlos Brenner und Gebläse, Pumpe tickt
Komfort trockene, schnelle Wärme wie Gas gleichmäßig, keine Zugluft, träge punktuell, trocken

Die Combi-Werte stammen aus Trumas Datenblättern, die Alde-Werte aus der Anleitung der Compact 3030 (Propan), Leistung und Gasverbrauch nennt Alde gleich auch für das Vorgängermodell Compact 3020 HE (Baujahre 2014 bis 2022), die Diesel-Werte von Webasto (Air Top 2000 STC) und aus Händlerangaben für die Eberspächer Airtronic D2.

Truma Combi: Gas, Diesel oder mit Heizstab

Die Combi 4 und Combi 6 heizen mit Gas und erwärmen nebenbei den Boiler. Die Variante Combi E hat zusätzlich einen 230-V-Heizstab mit 900 oder 1800 W, mit dem du auf dem Campingplatz mit Landstrom heizen und Gas sparen kannst. Im Mischbetrieb laufen Gas und Strom zusammen, das bringt die volle Leistung bei Kälte.

Praktische Werte: Der Boiler braucht von 15 auf 60 °C etwa 23 Minuten, Heizung und Boiler zusammen rund 80 Minuten. Truma gibt den Gasverbrauch der Combi 6 mit 160 bis 460 g/h an, den der Combi 4 mit 160 bis 335 g/h. Eine 11-kg-Flasche reicht damit rechnerisch für 24 Brennstunden auf Volllast bis 69 Brennstunden auf kleinster Stufe (Combi 4: 33 bis 69 Stunden). Das sind Brennerlaufzeiten, keine Tage: Die Heizung taktet nach Thermostat, und wie viele Tage eine Flasche hält, hängt von Außentemperatur, Isolierung und Wunschtemperatur ab. Eine belastbare Angabe in Tagen gibt es dafür nicht. Wie lange deine Flasche bei deinem Verbrauch reicht, rechnet der Gasvorrat-Rechner aus.

Die Combi D verbrennt Diesel aus dem Fahrzeugtank und ist die Wahl, wenn du oft frei stehst oder im Ausland unterwegs bist, wo der Flaschentausch schwierig ist. Sie verbraucht 0,1 bis 0,6 l/h, auf mittlerer Stufe also rund 5 bis 8 Liter am Tag bei Dauerbetrieb. Der Strombedarf ist mit bis zu 8 A in der Startphase höher als beim Gasgerät, das solltest du bei der Batterie einplanen. Die Combi D E hat ebenfalls einen Heizstab.

Alde: Warmwasser statt Warmluft

Die Alde Compact ist ein Gasbrenner mit Wärmetauscher, der ein Glykol-Wasser-Gemisch durch Rohre und Konvektoren im ganzen Fahrzeug pumpt, ähnlich einer Zentralheizung. Sie ist fast lautlos, verteilt die Wärme gleichmäßig und hält den Boden warm, weil Konvektoren meist unten entlang der Wände liegen. Ein Heizstab mit üblicherweise bis zu 3 kW ermöglicht den reinen Strombetrieb am Landstrom. Viele Modelle lassen sich zusätzlich an den Motorkühlkreis koppeln, dann heizt der Motor während der Fahrt den Aufbau.

Der Nachteil ist die Trägheit. Von kalt auf warm dauert es eine Stunde und mehr, dafür bleibt die Wärme lange. Die Alde ist ideal für Wintercamper, die mehrere Tage am Platz stehen, und weniger ideal für Kurzstopps. Sie wiegt mit Rohren und Konvektoren mehr als eine Combi, und Nachrüsten ist teuer, weil die Rohre durch das ganze Fahrzeug müssen. Mit der Alde Compact 4000 D Plus gibt es inzwischen auch eine Dieselvariante, für die Alde 0,1 bis 0,6 l/h Verbrauch nennt.

Wichtig bei Alde: Das Glykol altert und muss nach Herstellerangabe gewechselt werden (üblicherweise alle paar Jahre, Intervall in der Anleitung nachsehen). Zu altes Glykol frisst Dichtungen und Wärmetauscher.

Diesel-Luftheizungen: Webasto, Eberspächer und die Nachbauten

Die klassische Standheizung aus dem Lkw heizt Luft direkt und bläst sie über ein oder zwei Rohre in den Innenraum. Die Webasto Air Top 2000 STC liefert 0,9 bis 2 kW bei 0,12 bis 0,24 l/h, die Eberspächer Airtronic D2 0,85 bis 2,2 kW bei 0,1 bis 0,28 l/h. Beide kosten als Gerät um 800 bis 1200 Euro, mit Einbau deutlich mehr. Sie sind klein, leicht und laufen aus dem Fahrzeugtank. Warmwasser müssen sie einem separaten Boiler überlassen.

Die chinesischen Nachbauten gibt es ab etwa 150 bis 300 Euro. Technisch funktionieren sie oft ordentlich, Nutzer berichten über Jahre störungsfreien Betrieb. Die Probleme liegen woanders:

  • Zulassung. Heizgeräte in Fahrzeugen brauchen eine Typgenehmigung nach UN ECE R122 (Heizung) und ECE R10 (elektromagnetische Verträglichkeit). Markengeräte haben das E-Prüfzeichen, viele Nachbauten nicht. Ohne Genehmigung kann der Prüfer bei der HU die Heizung beanstanden, und bei einem Brand ist die Versicherung ein Thema.
  • Einbauqualität. Abgasführung, Kraftstoffleitung und Brennluftzufuhr müssen stimmen. Abgas gehört nach draußen, nicht in den Staukasten.
  • Qualitätsstreuung. Mal läuft das Gerät jahrelang, mal verrußt der Brenner nach einem Winter.

Wenn du dich für einen Nachbau entscheidest, achte auf eine dokumentierte ECE-Genehmigung und lass den Einbau von jemandem abnehmen, der Standheizungen kennt. Für ein zugelassenes und versichertes Wohnmobil ist das Markengerät die sichere Wahl.

Alle Dieselheizungen haben eine Gemeinsamkeit: Sie mögen keinen Dauerbetrieb auf kleinster Stufe. Dabei verrußt der Brennraum. Die Hersteller empfehlen, die Heizung regelmäßig eine halbe Stunde auf voller Leistung laufen zu lassen, damit sie sich freibrennt.

Typische Störungen und was du selbst prüfen kannst

Truma: Heizung startet nicht, Bedienteil meldet W 255 H

Die Heizung hat keine 12-V-Versorgung oder keine Verbindung zum Bedienteil. Prüfen: Ist das Bedienpanel des Fahrzeugs eingeschaltet? Viele Fahrzeuge schalten die Heizung mit dem Hauptschalter ab. Dann die Sicherung der Heizung am Elektroblock ziehen und neu stecken, sie ist nicht immer sichtbar defekt. Danach die Steckverbindung (RJ-Stecker) zwischen Bedienteil und Heizung prüfen, ein Wackelkontakt dort ist eine häufige Ursache.

Truma: Gasmangel (Codes 507, 516, 517 oder E 517 H)

Flasche leer? Flaschenventil offen? Absperrhähne offen? Falls vorhanden: Crashsensor am Regler ausgelöst (Rückstellknopf drücken), Gasfernschalter offen? Bei Frost kann der Regler vereist sein. Nach Behebung die Meldung am Bedienteil quittieren. Blinkt sie nach mehreren Fehlstarts, hat die Heizung sich verriegelt: 15 Minuten warten, dann erneut quittieren.

Truma: W 412 H oder dreifaches Blinken

Das Fenster über dem Heizungskamin ist offen. Ein Fensterschalter sperrt dann die Heizung, damit Abgase nicht ins Fahrzeug ziehen. Fenster schließen, Heizung startet wieder. Betrifft auch Fenster direkt neben dem Kamin.

Truma: Plötzlich kein Wasser, Boiler leer

Das FrostControl-Ventil hat bei etwa 3 °C geöffnet und den Boiler entleert. Das passiert auch, wenn der Innenraum warm ist, die Heizungsnische aber kalt. Ventil mit dem Drehknopf schließen (geht erst, wenn das Ventil über etwa 7 °C warm ist), Pumpe aus, Boiler neu füllen.

Alde: Heizung läuft, aber Konvektoren bleiben kalt oder gluckern

Luft im System oder zu wenig Glykol. Füllstand im Ausgleichsbehälter prüfen, bei Bedarf mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Glykolgemisch nachfüllen, dann nach Anleitung entlüften (Kapitel „Entlüftung der Heizungsanlage“ in der Compact-Anleitung). Die Umwälzpumpe muss hörbar laufen, sonst ist sie das Problem.

Diesel: Heizung startet, geht nach kurzer Zeit wieder aus

Meist Luft in der Kraftstoffleitung (Tank unter einem Viertel), verrußter Brenner oder zu wenig Spannung. Die Steuerung schaltet unter etwa 10,5 V ab. Batterie laden, Tank füllen, Heizung zum Freibrennen auf Vollast laufen lassen. Bleibt es dabei, ist der Glühstift oder das Brennersieb fällig.

Alle Systeme: Geruch nach Abgas im Innenraum

Sofort aus, Fenster auf, nicht weiterfahren. Abgasführung, Kamin und Dichtungen gehören dann in die Werkstatt.

Wann die Werkstatt dran ist

Alles, was am Gasweg hinter dem Regler liegt (Leitungen, Anschlüsse, Brenner, Zündelektroden, Abgasführung), ist Fachbetriebsarbeit, und jede Änderung löst eine neue Gasprüfung aus. Bei Dieselheizungen gilt dasselbe für die Kraftstoff- und Abgasseite. Der 230-V-Heizstab der Combi E und der Alde ist Sache eines Elektrofachbetriebs. Selbst prüfen darfst du Sicherungen, Stecker, Flaschen, Ventile, das FrostControl und bei Alde den Glykolstand. Wer darüber hinausgeht, verliert beim Schaden die Versicherung und die Garantie.

Wie du das Wassersystem vor dem Winter sicherst, steht im Beitrag Wohnmobil winterfest machen.

Häufige Fragen

Wie viel Gas verbraucht eine Truma Combi?

Truma gibt für die Combi 6 einen Verbrauch von 160 bis 460 g/h an, für die Combi 4 von 160 bis 335 g/h. Wie lange eine Flasche in Tagen hält, hängt von Außentemperatur, Isolierung und Wunschtemperatur ab.

Was ist der Unterschied zwischen Truma und Alde?

Die Truma Combi bläst Warmluft über Rohre ins Fahrzeug und wärmt schnell. Die Alde pumpt ein Glykol-Wasser-Gemisch durch Konvektoren wie eine Zentralheizung: fast lautlos und gleichmäßig, aber träge.

Warum ist der Truma-Boiler plötzlich leer?

Meist hat das FrostControl-Ventil bei etwa 3 °C geöffnet und den Boiler entleert. Das passiert auch bei warmem Innenraum, wenn die Heizungsnische kalt ist. Schließen lässt sich das Ventil erst wieder, wenn es über etwa 7 °C warm ist.

Sind chinesische Diesel-Standheizungen im Wohnmobil erlaubt?

Heizgeräte in Fahrzeugen brauchen eine Typgenehmigung nach UN ECE R122 und R10. Vielen Nachbauten fehlt das E-Prüfzeichen; dann kann der Prüfer die Heizung bei der HU beanstanden, und nach einem Brand wird die Versicherung zum Thema.

Was darf ich an der Heizung selbst prüfen?

Sicherungen, Stecker, Gasflaschen, Ventile, das FrostControl und bei Alde den Glykolstand. Alles am Gasweg hinter dem Regler, an der Abgasführung und am 230-V-Heizstab gehört zum Fachbetrieb.

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