Region · Italien
Toskana mit dem Wohnmobil
Zypressenalleen, Hügelstädte, Wein und Pecorino: die Toskana ist die klassische Wohnmobilrunde Italiens. ZTL in jeder Altstadt, Stellplätze am Rand, Agriturismo-Plätze zwischen Weinbergen.
Die Stationen
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1
Lucca · 1 Tag
Die Stadtmauer ist ein vier Kilometer langer Park, den du mit dem Rad umrundest. Stellplatz direkt außerhalb der Mauer, fünf Minuten zu Fuß ins Zentrum. Der Torre Guinigi mit den Eichen auf dem Dach ist der Aussichtspunkt, abends die Piazza dell'Anfiteatro.
Sehenswert: Stadtmauer von Lucca, Torre Guinigi, Piazza dell'Anfiteatro
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2
Pisa · 1 Tag
Ein halber Tag reicht: Schiefer Turm, Dom und Baptisterium liegen zusammen auf der Piazza dei Miracoli. Der Wohnmobilparkplatz liegt direkt dahinter, Tickets für den Turm vorher online buchen. Der Rest der Stadt ist eine normale Universitätsstadt mit gutem Essen am Arno.
Sehenswert: Schiefer Turm von Pisa, Piazza dei Miracoli
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3
San Gimignano · 1 Tag
Die Türme sieht man schon von weitem. Der Wohnmobilparkplatz liegt unterhalb der Stadt, zehn Minuten bergauf. Komm vor 10 Uhr oder nach 17 Uhr, dazwischen schieben sich die Busgruppen durch die Hauptgasse. Vernaccia, der Weißwein der Stadt, ist eine Probe wert.
Sehenswert: Geschlechtertürme von San Gimignano, Torre Grossa, Vernaccia di San Gimignano
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4
Castellina in Chianti · 1 Tag
Mitten im Chianti Classico, an der Weinstraße SR222. Weingüter mit Verkostung liegen überall, einige haben Stellplätze für Gäste. Die Rocca mit dem Museum und der unterirdische Gang Via delle Volte sind schnell gesehen, der Rest ist Landschaft.
Sehenswert: Chianti Classico, Via delle Volte
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5
Siena · 2 Tage
Die Piazza del Campo am späten Nachmittag, wenn die Sonne die Ziegel färbt. Dom und Torre del Mangia am Vormittag. Mit dem Wohnmobil bleibst du unten am Stellplatz und nimmst die Rolltreppen hinauf. Zwei Tage, weil Siena abends leer und schön wird, wenn die Tagesgäste weg sind.
Sehenswert: Piazza del Campo, Dom von Siena, Torre del Mangia
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6
Pienza · 1 Tag
Die Renaissance-Idealstadt über dem Val d'Orcia. Pecorino in jeder zweiten Tür, die Aussicht von der Südmauer gratis. Von hier aus die Fotostrecke nach San Quirico d'Orcia mit den Zypressen, am besten früh morgens im Nebel. Wohnmobile parken außerhalb der Mauer.
Sehenswert: Val d'Orcia, Piazza Pio II, Pecorino di Pienza
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7
Montepulciano · 1 Tag
Steil, hoch, mit Weinkellern unter den Palästen. Vino Nobile probieren, dann hinunter zur Kirche San Biagio. Bagno Vignoni mit dem Thermalbecken als Dorfplatz liegt 20 Minuten entfernt. Der Wohnmobilparkplatz liegt unten an der Ringstraße, in die Stadt geht es mit dem Aufzug oder zu Fuß.
Sehenswert: Vino Nobile di Montepulciano, San Biagio (Montepulciano), Bagno Vignoni
Warum in die Toskana
Es gibt einen Grund, warum die Toskana auf jeder Liste steht: Sie hält, was die Fotos versprechen. Zypressen auf Hügelkämmen, Weinberge bis zum Horizont, Städte aus Ziegel und Travertin, die seit 500 Jahren gleich aussehen. Mit dem Wohnmobil kommst du an Orte, die Hotelgäste nicht sehen: Agriturismo-Plätze zwischen den Reben, morgens Nebel im Val d'Orcia, abends ein Glas Brunello auf der eigenen Stufe.
Die Toskana ist dabei kein Geheimtipp, und die Städte sind voll. Der Trick ist der Tagesrhythmus: früh in die Stadt, mittags im Schatten am Wohnmobil, am späten Nachmittag wieder los, wenn die Busgruppen weg sind. Wer das durchhält, hat Siena abends fast für sich.
Die Route in Kürze
Die Runde beginnt in Lucca im Nordwesten, geht über Pisa nach San Gimignano, durch das Chianti über Castellina nach Siena und weiter nach Süden ins Val d'Orcia mit Pienza und Montepulciano. Das sind rund 300 Kilometer, aber die Strecken zwischen den Stationen sind kurz, selten mehr als eine Stunde, und genau das macht die Toskana so entspannt: Du stehst viel und fährst wenig.
Wer über die A1 von Norden kommt, startet in Lucca; wer von der Küste kommt, in Pisa. Von Montepulciano aus geht es weiter nach Umbrien (Orvieto, Perugia) oder zurück an die Küste in die Maremma. Florenz liegt bewusst nicht auf der Route: Die Stadt verdient zwei Tage, aber mit dem Wohnmobil ist sie nur über einen Stellplatz am Rand und den Zug zu machen. Wenn du sie einbauen willst, dann zwischen Lucca und San Gimignano.
Sechs Tage sind das Minimum für Lucca, Siena, Pienza und ein Weinort. Neun Tage sind komfortabel. Mit zwölf Tagen hängst du Montalcino, Volterra oder die Küste bei Castiglione della Pescaia an.
Beste Zeit
Die Toskana hat zwei perfekte Fenster. Von Mitte April bis Mitte Juni sind die Hügel grün, der Mohn blüht, die Temperaturen liegen bei 20 bis 28 Grad. Von Mitte September bis Ende Oktober ist Weinlese, das Licht wird golden, im November beginnt die Olivenernte und es gibt frisches Öl.
Juli und August sind heiß. Die Hügel sind braun, die Temperaturen oft über 35 Grad, und die Städte sind von Tagesgästen überfüllt. Mit Hund oder Kindern ist das anstrengend. Wer nur im Sommer kann, baut die Küste ein und bleibt mittags am Platz.
Von November bis März ist es ruhig, mild, manchmal nass. Viele Agriturismo-Plätze schließen, die Stellplätze an den Städten bleiben offen. Siena und Lucca sind im Winter ohne Gedränge ein Genuss.
Mit Hund
Die Toskana ist hundefreundlich: Stellplätze, Campingplätze und die meisten Restaurants mit Außenbereich nehmen Hunde ohne Diskussion. Das Problem ist der Sommer. Das Pflaster in den Hügelstädten heizt sich auf, Schatten ist knapp, und die Spaziergänge verlegst du auf früh morgens und nach 18 Uhr.
Auf den weißen Schotterstraßen und Feldwegen kann der Hund laufen, in den Orten gilt Leinenpflicht. Von September bis Januar ist Jagdsaison, an Wochenenden im Herbst sind Jäger mit Hunden im Gelände unterwegs, dann den eigenen Hund an der Leine lassen. Hundestrände gibt es an der Küste, unter anderem bei Marina di Pisa und in der Maremma. Die Türme und Museen lassen Hunde nicht hinein, Kirchen auch nicht, also abwechselnd gehen oder den Hund am Platz lassen, wenn es kühl genug ist.
Fahren und Übernachten
Das Fahren in der Toskana ist einfach, solange du eine Regel beachtest: Du fährst nie in eine Altstadt. Jede, wirklich jede Stadt hat eine Zona a Traffico Limitato mit Kamera am Eingang, auch Dörfer mit 1500 Einwohnern. Die Kamera fotografiert dein Kennzeichen, das Bußgeld kommt in sechs bis zwölf Monaten per Post, pro Durchfahrt. Das Navi kennt die Zonen nicht zuverlässig. Du steuerst immer den ausgewiesenen Wohnmobilparkplatz an, der liegt bei allen Hügelstädten unterhalb der Mauern, und gehst hinauf.
Siena ist der schwierigste Fall: Die Zufahrten sind eng und steil, die Parkplätze unten an der Stadt sind groß, und von dort führen Rolltreppen hinauf. Lucca ist der einfachste: Der Stellplatz liegt direkt außerhalb der Stadtmauer.
Die Landstraßen sind gut, kurvig und oft schmal. Die Superstrada Florenz-Siena ist mautfrei, aber in Teilen eng und ohne Standstreifen. Die weißen Schotterstraßen, die Strade Bianche, führen zu den schönsten Fotopunkten im Val d'Orcia und zu vielen Weingütern. Sie sind mit sieben Metern problemlos fahrbar, aber staubig und nach Regen schmierig. Fahr langsam, der Staub legt sich auf alles.
Übernachtet wird auf drei Arten: auf den städtischen Stellplätzen (praktisch, selten schön), auf Campingplätzen (eher an der Küste und bei Florenz) und auf Agriturismo-Plätzen bei Weingütern und Bauernhöfen. Letztere sind das Beste an der Toskana: ein Platz zwischen Reben, Abendessen mit dem eigenen Wein des Hofs, morgens Stille. Die Zufahrten sind meist Schotter mit Steigung, bei großen Fahrzeugen vorher anrufen. Freies Stehen ist in den Gemeinden um die bekannten Städte verboten und wird kontrolliert, auf dem Land wird es geduldet, solange du nicht campierst.
Maut zahlst du auf der A1 und A11, Klasse B für fast alle Wohnmobile. Florenz, Pisa und Lucca haben zusätzlich Umweltzonen, die ältere Diesel betreffen, mit dem Stellplatz am Rand umgehst du das.