Gebirge · Italien

Südtirol und Dolomiten mit dem Wohnmobil

Pässe, Almen und die bekanntesten Felsen der Alpen: von Merans Palmen über Bozen und die Seiser Alm bis zu den Drei Zinnen. Stellplätze sind gut, Freistehen ist verboten.

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WandernNatur & AussichtFotografierenRadfahrenWein & GenussMit Kindern 5 bis 8 Tage 91 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Merano · 1 Tag

    Kurstadt mit Palmen und Bergen. Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff brauchen einen halben Tag, der Tappeinerweg über der Stadt ist der schönste Abendspaziergang. Stellplätze liegen am Stadtrand, mit dem Rad bist du in zehn Minuten in der Altstadt.

    Sehenswert: Gärten von Schloss Trauttmansdorff, Tappeinerweg, Schloss Tirol

    Plätze rund um Merano

  2. 2

    Bozen · 1 Tag

    Ötzi im Archäologiemuseum, der Obstmarkt und die Lauben, abends ein Glas Lagrein. Mit dem Wohnmobil nicht in die Stadt, der Stellplatz liegt am Rand, die Seilbahn auf den Ritten startet mitten in der Stadt und oben warten die Erdpyramiden.

    Sehenswert: Südtiroler Archäologiemuseum, Messner Mountain Museum Firmian, Ritten

    Plätze rund um Bozen

  3. 3

    Castelrotto · 2 Tage

    Kastelruth ist das Tor zur Seiser Alm, der größten Hochalm Europas. Die Straße hinauf ist tagsüber gesperrt, du fährst mit der Umlaufbahn ab Seis oder stehst am Stellplatz oben in Compatsch. Zwei Tage: einen für die Alm, einen für den Schlern.

    Sehenswert: Seiser Alm, Schlern

    Plätze rund um Castelrotto

  4. 4

    Wolkenstein in Gröden · 1 Tag

    Hinterster Ort in Gröden, von hier gehen Grödner Joch und Sellajoch ab. Die Sella Ronda über vier Pässe ist mit dem Wohnmobil machbar, aber nur früh morgens ein Vergnügen. Die Gemeinde verbietet jedes Übernachten im Fahrzeug außerhalb der Plätze, also Campingplatz.

    Sehenswert: Grödner Joch, Sellajoch, Langkofel

    Plätze rund um Wolkenstein in Gröden

  5. 5

    Cortina d'Ampezzo · 1 Tag

    Über den Falzaregopass hinunter nach Cortina, die Olympiastadt der Spiele 2026. Teuer und schick, aber die Berge drumherum sind großartig: Tofane mit Seilbahn, Cinque Torri, Passo Giau. Stellplätze gibt es am Ortsrand.

    Sehenswert: Falzaregopass, Tofane, Cinque Torri

    Plätze rund um Cortina d'Ampezzo

  6. 6

    Dobbiaco · 2 Tage

    Toblach ist der Ausgangspunkt für die Drei Zinnen: Mautstraße zur Auronzohütte nur mit Online-Reservierung, sonst Shuttle ab Bahnhof Toblach. Die Umrundung der Zinnen dauert vier Stunden. Zweiter Tag Pragser Wildsee, früh und mit Reservierung.

    Sehenswert: Drei Zinnen, Pragser Wildsee, Toblacher See

    Plätze rund um Dobbiaco

Warum nach Südtirol

Südtirol ist der Teil Italiens, in dem Wohnmobilfahren am einfachsten ist: gute Straßen, Stellplätze in fast jedem Tal, Deutsch als Alltagssprache, und Berge, die man sonst nur von Postern kennt. Die Dolomiten sind kein normales Gebirge. Die hellen Felstürme stehen über grünen Almen wie hingestellt, und du kannst mit dem Wohnmobil auf 2000 Meter fahren, über Nacht stehen bleiben und morgens vor allen anderen auf dem Wanderweg sein.

Die Region hat auch eine zweite Seite: Weinberge um Bozen, Palmen in Meran, Apfelplantagen im Etschtal. Das macht eine Woche hier abwechslungsreich. Zwei Tage Stadt und Wein, fünf Tage Berge.

Die Route in Kürze

Die Route läuft von West nach Ost: Start in Meran, dann Bozen, hinauf nach Kastelruth und auf die Seiser Alm, weiter nach Gröden bis Wolkenstein, über das Grödner Joch und den Falzaregopass nach Cortina, und zum Schluss nach Toblach mit den Drei Zinnen und dem Pragser Wildsee. Das sind rund 220 Kilometer, mit den Pässen rechnest du mit sechs bis acht Stunden reiner Fahrzeit, verteilt auf eine Woche.

Von Norden kommend ist Toblach über das Pustertal die erste Station, dann fährst du die Route rückwärts und endest in Meran, von wo aus der Reschenpass nach Österreich oder der Vinschgau in die Schweiz führen. Beides geht.

Wer wenig Zeit hat, nimmt Kastelruth und Toblach, das sind die beiden Standorte mit den meisten Wanderungen pro Nacht. Wer länger bleibt, hängt das Fassatal mit Canazei an oder fährt von Cortina über den Passo Giau, den schönsten Pass der Region.

Beste Zeit

Die Pässe sind von Mitte Mai bis Ende Oktober schneefrei, je nach Jahr auch länger. Der Juni ist ideal: Die Almen blühen, die Hütten öffnen, der Verkehr ist noch mäßig. Der September ist genauso gut, mit klarer Luft und weniger Gewittern. Der Oktober bringt Lärchen in Gelb und Törggelen in den Buschenschänken, dafür schließen viele Seilbahnen Mitte Oktober.

Juli und August sind voll. Die Pässe stauen sich ab 10 Uhr, die Parkplätze an den Drei Zinnen, am Pragser Wildsee und auf der Seiser Alm sind reglementiert oder reservierungspflichtig, und die Stellplätze sind ab Mittag belegt. Wer nur im Sommer kann, fährt die Pässe vor 8 Uhr, reserviert alles, was reservierbar ist, und steht zwei Nächte an einem Ort statt jede Nacht woanders.

Im Winter ist Südtirol Skigebiet, Wintercamping ist auf vielen Plätzen möglich. Die Pässe der Sella Ronda sind dann geräumt, aber mit Schneeketten im Fahrzeug.

Mit Hund

Südtirol ist mit Hund gut machbar, mit einer Regel: Auf Almen und Weiden gilt Leinenpflicht, und das meinen die Bauern ernst. Kühe mit Kälbern reagieren auf Hunde, und auf einigen Almen stehen inzwischen Herdenschutzhunde, dort weisen Tafeln darauf hin. Halte Abstand, geh um die Herde herum, lass den Hund im Zweifel los, wenn eine Kuh angreift.

Fast alle Seilbahnen nehmen Hunde mit, meist mit Maulkorb und einem kleinen Ticket. Die Seiser Alm ist mit Hund perfekt: weite Wege, Bäche, kaum Autos. Die Drei-Zinnen-Runde ist steinig und im Sommer schattenlos, dort früh starten und Wasser mitnehmen. Die Stellplätze und Campingplätze nehmen Hunde fast ohne Ausnahme, einige haben eigene Hundewiesen. In den Städten gilt Leinenpflicht, in Bozen auch in den Parks.

Fahren und Übernachten

Die Talstraßen sind gut ausgebaut, die Pässe asphaltiert und mit Leitplanken. Grödner Joch, Sellajoch und Falzarego sind mit 7,50 Metern machbar, aber nicht bequem: Die Kehren sind eng, der Motorradverkehr an Wochenenden heftig, und auf den Passhöhen fehlen Parkplätze für große Fahrzeuge. Gespanne und Fahrzeuge über acht Meter fahren besser durchs Pustertal nach Toblach und machen Tagesausflüge mit dem Bus.

Die Provinz arbeitet seit Jahren an einer Verkehrsberuhigung der Dolomitenpässe. Stand Oktober 2026 war das Grödner Joch frei befahrbar, es lief nur eine digitale Verkehrszählung ohne Sperre, nachdem eine geplante Schließung ab September 2026 ausgesetzt wurde. Das kann sich jede Saison ändern. Schau vor der Fahrt auf die Verkehrsinfo Südtirol oder frag beim Tourismusverein Gröden.

Die Mautstraße zur Auronzohütte an den Drei Zinnen ist für Wohnmobile offen, aber nur mit Online-Reservierung über das Portal der Gemeinde Auronzo, mit Zeitfenster und einem Wohnmobil-Tarif, der deutlich über dem für Pkw liegt. Ohne Reservierung wirst du an der Mautstation abgewiesen. Die Alternative ist der Shuttle ab Toblach oder Misurina, der in der Saison ebenfalls reserviert wird. Am Pragser Wildsee ist die Zufahrt in der Saison tagsüber nur mit Reservierung möglich, übernachten darfst du dort nicht.

Freistehen ist in Südtirol verboten, und es wird kontrolliert. Die Gemeinde Wolkenstein hat 2025 das Übernachten in Fahrzeugen auf dem gesamten Gemeindegebiet außerhalb von Plätzen verboten, andere Gemeinden ziehen nach. Das ist kein Problem, weil es Stellplätze in fast jedem Tal gibt, oft mit Blick, Strom und Entsorgung. Im Sommer reservierst du sie trotzdem, vor allem Compatsch auf der Seiser Alm und die Plätze um Toblach.

Maut zahlst du auf der Brennerautobahn, Klasse B für fast alle Wohnmobile. Auf den Landstraßen und Pässen gibt es keine Maut, außer an den Drei Zinnen. Bozen und Meran haben Umweltzonen und ZTL in der Altstadt, beide Städte haben Stellplätze am Rand mit guter Busanbindung.