Insel · Italien

Sardinien mit dem Wohnmobil

Die zweitgrößte Mittelmeerinsel: Strände wie in der Karibik, Granitberge, Nuraghen und Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben ist. Fähre mit Fahrzeuglänge buchen, Freistehen ist verboten.

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Baden & StrandNatur & AussichtWandernFotografierenWein & GenussMit Kindern 10 bis 14 Tage 38 Plätze an den Stationen

Die Stationen

  1. 1

    Olbia · 1 Tag

    Ankunftshafen für die meisten Fähren. Die Stadt selbst ist ein Durchgangsort, aber die Basilika San Simplicio und die Nuraghen in der Umgebung sind ein guter Einstieg. Nach der Nachtfähre einen ruhigen Tag am Strand südlich der Stadt einlegen.

    Sehenswert: Basilica di San Simplicio, Nuraghe

    Plätze rund um Olbia

  2. 2

    Porto Cervo · 2 Tage

    Die Costa Smeralda ist Yachthafen und Granitbuchten. Porto Cervo selbst ist Schaufenster, die Strände drumherum sind das Ziel, früh kommen, die Parkplätze sind klein. Von Palau aus mit der Fähre nach La Maddalena, dort gelten strenge Strandregeln. Stellplätze in Arzachena und Palau.

    Sehenswert: Costa Smeralda, La-Maddalena-Archipel, Capo d'Orso

    Plätze rund um Porto Cervo

  3. 3

    Castelsardo · 1 Tag

    Burgstadt auf dem Felsen über dem Meer, von weitem spektakulär. Oben Korbflechterei und das Castello der Doria, unten der Hafen. Der Elefantenfelsen steht an der Straße kurz vor dem Ort. Mit dem Wohnmobil unten parken, die Altstadt ist steil und eng.

    Sehenswert: Castello dei Doria (Castelsardo), Roccia dell'Elefante

    Plätze rund um Castelsardo

  4. 4

    Alghero · 2 Tage

    Katalanische Stadt mit Mauern am Meer, abends die beste Promenade der Insel. Von hier zur Grotta di Nettuno am Capo Caccia: mit dem Boot oder über die 650 Stufen der Escala del Cabirol. Zwei Tage, die Strände nördlich der Stadt sind lang und hundefreundlicher als anderswo.

    Sehenswert: Grotta di Nettuno, Capo Caccia, Altstadt von Alghero

    Plätze rund um Alghero

  5. 5

    Bosa · 1 Tag

    Die Küstenstraße von Alghero nach Bosa ist eine der schönsten der Insel: 45 Kilometer Felsküste, keine Orte, Gänsegeier über dem Meer. Bosa selbst liegt bunt am Fluss Temo unter der Burg Malaspina. Wohnmobile parken an der Mündung bei Bosa Marina.

    Sehenswert: Castello Malaspina (Bosa), Temo

    Plätze rund um Bosa

  6. 6

    Cagliari · 2 Tage

    Die Hauptstadt ist unterschätzt: Castello-Viertel auf dem Hügel, Bastione Saint Remy mit Blick über den Golf, Markt San Benedetto, Flamingos in den Salinen, der Poetto-Strand direkt vor der Stadt. Stellplätze am Rand, mit Bus hinein.

    Sehenswert: Castello (Cagliari), Bastione di Saint Remy, Poetto

    Plätze rund um Cagliari

  7. 7

    Villasimius · 2 Tage

    Der Südosten hat die hellsten Strände der Insel: Porto Giunco mit dem Flamingo-See dahinter, Punta Molentis, Capo Carbonara als Meeresschutzgebiet. Im Sommer sind die Parkplätze an den Stränden früh voll und für Wohnmobile oft gesperrt, Campingplatz mit Strandzugang ist die Lösung.

    Sehenswert: Capo Carbonara, Spiaggia di Porto Giunco

    Plätze rund um Villasimius

Warum nach Sardinien

Sardinien ist keine typisch italienische Insel. Die Sarden haben eine eigene Sprache, eine eigene Küche und 7000 Nuraghen, von denen niemand genau weiß, wofür sie gebaut wurden. Die Küste hat Strände, die man eher in der Karibik vermutet: weißer Sand, türkises Wasser, Granitfelsen in Rosa. Das Innere ist Bergland mit Schafen, Korkeichen und Dörfern, in denen das Essen noch nach alten Regeln gemacht wird.

Für Wohnmobile ist die Insel groß genug für zwei Wochen und klein genug, um sie zu umrunden. Die Straßen sind leer, die Stellplätze zahlreich, die Agriturismi nehmen dich mit Abendessen auf. Die Fähre ist der einzige Aufwand, und sie ist mit einer Nachtüberfahrt mit Kabine mehr Teil des Urlaubs als Hindernis.

Die Route in Kürze

Die Route umrundet die Insel im Uhrzeigersinn: Ankunft in Olbia im Nordosten, hinauf an die Costa Smeralda, an der Nordküste nach Castelsardo, dann Alghero im Nordwesten, die Küstenstraße nach Bosa, quer durch das Innere nach Cagliari im Süden und zum Schluss Villasimius an der Südostküste. Das sind rund 750 Kilometer, verteilt auf zwei Wochen.

Von Villasimius aus kannst du die Ostküste hinauf zurück nach Olbia fahren, über die SS125 mit Cala Gonone und dem Golfo di Orosei, das ist der wildeste Teil der Insel und braucht drei weitere Tage. Oder du nimmst die Fähre ab Cagliari zurück nach Civitavecchia oder Palermo. Wer in Porto Torres ankommt, startet in Castelsardo und dreht die Runde entsprechend.

Zehn Tage sind das Minimum, dann lässt du Bosa oder Castelsardo aus. Vierzehn Tage sind entspannt. Mit drei Wochen passt die ganze Ostküste dazu.

Beste Zeit

Mai und Juni sind die besten Monate: 25 Grad, blühende Macchia, das Meer ab Juni warm genug, die Strände leer, die Fähren günstiger. September ist genauso, mit wärmerem Wasser und der Weinlese. Anfang Oktober geht noch, danach wird das Wetter unberechenbar und die Campingplätze schließen.

Juli und August sind die Hochsaison: 35 Grad, volle Strände, Parkplätze gesperrt, Campingplätze ausgebucht und doppelt so teuer, Fähren seit Monaten voll. Die Italiener machen dann Ferien, und die Insel ist ihr Lieblingsziel. Wer nur im Sommer kann, bucht Fähre und Campingplätze im Januar und steht länger an einem Ort.

Im April ist Sardinien grün und blüht, das Meer hat 16 Grad, die Wanderwege sind perfekt. Im Winter ist es mild und leer, aber die meisten Plätze haben zu, und die Fährverbindungen sind ausgedünnt.

Mit Hund

Sardinien geht mit Hund, braucht aber Vorbereitung. Erst die Fähre: Die Reedereien nehmen Hunde mit, je nach Schiff in einer Hundekabine, im Zwinger an Deck oder mit Maulkorb in den Gemeinschaftsräumen. Das buchst du gleich mit dem Ticket, die Plätze sind begrenzt.

Dann die Strände: Offizielle Badestrände sind von Mai bis Oktober für Hunde gesperrt. Es gibt rund zwei Dutzend ausgewiesene Hundestrände, unter anderem bei Palau, Alghero, Cagliari und Villasimius, mit Dusche und Schatten. Außerhalb der Badezeiten, also früh morgens und abends, ist Baden fast überall geduldet. Das Innere ist frei: Korkeichenwälder, Flussbetten, Berge.

Zum Schluss die Gesundheit: Sardinien hat Sandmücken, die Leishmaniose übertragen, und viele Zecken. Ein Halsband oder Spot-on mit Repellent und ein Gespräch mit dem Tierarzt vorher sind Pflicht. Die Hitze im Hochsommer ist für Hunde gefährlich, dann nur früh und spät raus. Stellplätze und Agriturismi nehmen Hunde fast ohne Ausnahme.

Fahren und Übernachten

Die Fähre ist der erste Punkt. Verbindungen gibt es von Genua, Livorno und Civitavecchia nach Olbia, Golfo Aranci, Porto Torres, Arbatax und Cagliari. Der Tarif richtet sich nach der Fahrzeuglänge, in Stufen meist bis fünf, sechs und sieben Meter und darüber, und der Fahrradträger am Heck zählt mit. Miss nach, bevor du buchst, und gib die Höhe an. Im Sommer sind die Nachtfähren Monate im Voraus voll, im Mai und September bekommst du kurzfristig Plätze.

Auf der Insel gibt es keine Autobahnmaut. Die SS131 Carlo Felice verbindet Cagliari mit Sassari und Porto Torres als Schnellstraße, die SS131dcn führt nach Olbia. Alles andere sind Landstraßen, oft schmal, mit Schlaglöchern und Schafen auf der Fahrbahn. Die SS125 an der Ostküste ist eine Serpentinenstraße, grandios und langsam. Die Küstenstraße Alghero-Bosa ist schmal, aber asphaltiert und mit sieben Metern problemlos.

Die Ortskerne sind eng: Bosa, Castelsardo, die Altstadt von Alghero und alle Bergdörfer. Du parkst am Rand. In Cagliari und Alghero gibt es ZTL, Stellplätze liegen außerhalb mit Busanbindung.

Freistehen ist auf ganz Sardinien verboten, an Stränden erst recht, und im Sommer kontrollieren Gemeindepolizei und Küstenwache. Übernachten auf einem Parkplatz ohne Campingverhalten wird außerhalb der Saison geduldet, wenn kein Schild es verbietet, aber an den bekannten Stränden stehen Schilder. Die Lösung sind Stellplätze (Area Sosta Camper), die es in jedem Küstenort gibt, und Agriturismi im Inneren, wo du für wenig Geld stehst und abends sardisch isst. Campingplätze liegen an den Stränden und sind außerhalb des Sommers günstig.

Strandzugang ist ein eigenes Thema: Viele bekannte Strände haben im Sommer begrenzte Parkplätze, die für Wohnmobile gesperrt sind, einige begrenzen die Besucherzahl. Sand, Muscheln und Steine mitzunehmen ist verboten und wird mit hohen Bußgeldern bestraft, am Flughafen wird kontrolliert.