Küste · Italien

Ligurien mit dem Wohnmobil

Steile Küste zwischen Genua und La Spezia: Pastelldörfer, Terrassenweinberge, Pesto. Die Cinque Terre erreichst du nur mit Zug oder Boot, das Wohnmobil bleibt in Levanto oder La Spezia.

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Die Stationen

  1. 1

    Genua · 1 Tag

    Große, raue Hafenstadt mit dem Aquarium und den Palazzi dei Rolli in der Altstadt. Mit dem Wohnmobil bleibst du am Rand oder in Camogli und fährst mit dem Zug hinein, der Verkehr in der Stadt ist nichts für Nerven. Ein Tag für Porto Antico, Altstadtgassen und Focaccia.

    Sehenswert: Aquarium von Genua, Palazzi dei Rolli, Porto Antico

    Plätze rund um Genua

  2. 2

    Camogli · 2 Tage

    Fischerort mit bunten Fassaden und Kiesstrand. Von hier aus Portofino und San Fruttuoso: zu Fuß über den Monte di Portofino (drei Stunden, steil) oder mit dem Boot. Mit dem Wohnmobil darfst du nicht ins Zentrum, der Stellplatz liegt oberhalb, in den Sommermonaten ist er voll.

    Sehenswert: San Fruttuoso, Portofino, Naturpark Portofino

    Plätze rund um Camogli

  3. 3

    Sestri Levante · 1 Tag

    Zwei Buchten, die Baia del Silenzio ist die stille, die Baia delle Favole die lange. Mit dem Wohnmobil gut erreichbar, Campingplätze oberhalb des Orts. Ein Badetag zwischen den Wandertagen.

    Sehenswert: Baia del Silenzio

    Plätze rund um Sestri Levante

  4. 4

    Levanto · 2 Tage

    Das ist dein Standort für die Cinque Terre. Levanto hat einen Wohnmobilparkplatz und Campingplätze, und der Zug braucht fünf Minuten nach Monterosso. Zwei Tage: einen für den Wanderweg Monterosso-Vernazza-Corniglia, einen für Manarola und Riomaggiore mit dem Zug. Früh los, ab 10 Uhr sind die Bahnsteige voll.

    Sehenswert: Cinque Terre, Monterosso al Mare, Vernazza

    Plätze rund um Levanto

  5. 5

    La Spezia · 1 Tag

    Hafenstadt am Ende des Golfs, Alternativstandort für die Cinque Terre mit Zug und Bootsausflügen. Von hier aus nach Portovenere mit dem Bus oder Boot, das Dorf selbst ist für Wohnmobile dicht. Das Marinemuseum lohnt bei Regen.

    Sehenswert: Portovenere, Golf von La Spezia

    Plätze rund um La Spezia

  6. 6

    Lerici · 1 Tag

    Der ruhige Teil des Golfs der Poeten. Burg über dem Hafen, Strände, zu Fuß nach Tellaro, einem der schönsten Dörfer der Küste. Parken im Ort ist für Wohnmobile verboten, der Stellplatz liegt oberhalb, mit Bus hinunter.

    Sehenswert: Castello di Lerici, Tellaro

    Plätze rund um Lerici

Warum nach Ligurien

Ligurien ist Italiens steilste Küste, und das macht sie so schön und so schwierig. Zwischen Genua und La Spezia fallen die Berge fast senkrecht ins Meer, dazwischen klemmen Dörfer in Pastellfarben, Terrassen mit Reben und Olivenbäumen, winzige Häfen. Die Cinque Terre sind das berühmte Ende davon, aber Camogli, Portofino, Portovenere und Tellaro sind nicht weniger schön und oft leerer.

Mit dem Wohnmobil lernst du hier, dein Fahrzeug stehen zu lassen. Die Küste ist mit Zug und Boot besser erschlossen als mit Straßen, und das ist nicht nur eine Not, sondern ein Vergnügen: Die Regionalbahn fährt durch Tunnel direkt am Wasser, die Boote zeigen dir die Dörfer von der schönsten Seite. Das Wohnmobil ist dein Hotel, nicht dein Transportmittel.

Die Route in Kürze

Von Nordwesten nach Südosten: Genua als Start, dann Camogli am Fuß des Monte di Portofino, Sestri Levante mit seinen zwei Buchten, Levanto als Basis für die Cinque Terre, La Spezia am Golf und Lerici als ruhiger Abschluss. Das sind nur rund 110 Kilometer, und du fährst sie mit Pausen in einer Woche ab.

Wer von Frankreich kommt, nimmt die Riviera di Ponente dazu (Sanremo, Alassio, Finale Ligure) und braucht zwei Tage mehr. Wer aus Richtung Mailand oder Turin kommt, fängt in Genua an. Von Lerici aus geht es nahtlos in die Toskana weiter, Lucca ist eine Stunde entfernt.

Mit fünf Tagen konzentrierst du dich auf Camogli und Levanto, mit je zwei Nächten. Mit sieben Tagen passt alles. Genua ist für viele ein Fragezeichen, aber die Altstadt ist eine der größten Europas und die Focaccia die beste.

Beste Zeit

April bis Juni ist die beste Zeit: Die Wanderwege sind offen, es ist warm, aber nicht heiß, und die Dörfer sind voll, aber nicht überfüllt. September und Oktober sind genauso gut, mit wärmerem Meer und der Weinlese in den Terrassen.

Juli und August sind an dieser Küste ein Problem. Die Cinque Terre sind dann so überlaufen, dass die Bahn Einlasskontrollen macht, die Stellplätze sind Wochen vorher ausgebucht, und auf der A12 steht man an jeder Ausfahrt. Wer nur im Sommer kann, steht in Levanto, fährt um 7 Uhr mit dem ersten Zug und badet nachmittags, wenn die Tagesgäste in den Dörfern sind.

Im Winter ist Ligurien mild, Regenfälle sind aber heftig und sperren regelmäßig Wanderwege (Erdrutsche). Viele Plätze schließen von November bis März.

Mit Hund

Ligurien geht mit Hund, aber es ist Arbeit. Die Wanderwege sind steinig, oft Treppen, und im Sommer ohne Schatten. In den Cinque Terre und im Naturpark Portofino sind Hunde an der Leine erlaubt. Die Regionalzüge nehmen Hunde mit, große Hunde mit Maulkorb und eigenem Ticket, auch die Boote meist. In den engen Gassen der Dörfer ist es voll, ein großer Hund hat da wenig Spaß.

Offizielle Strände sind im Sommer für Hunde gesperrt, ausgewiesene Hundestrände gibt es unter anderem bei Lerici und Sestri Levante. An den Felsküsten findest du außerhalb der Saison immer eine Stelle. Die Stellplätze nehmen Hunde fast alle. Für heiße Tage ist der Wald auf dem Monte di Portofino der beste Ort, mit Quellen am Weg.

Fahren und Übernachten

Die A12 ist die Lebensader der Küste, und sie ist keine entspannte Autobahn: Tunnel an Tunnel, Baustellen, Spurverengungen, Steigungen. Im Sommer stauen sich die Ausfahrten Rapallo, Chiavari und Sestri Levante. Dafür ist sie die einzige vernünftige Verbindung für Fahrzeuge über sieben Meter. Die Küstenstraße Aurelia (SS1) ist eng, kurvig und läuft durch jeden Ort, als Panoramastrecke schön, als Transit langsam.

Die Cinque Terre erreichst du mit dem Wohnmobil nicht. Die Zufahrten zu Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore sind einspurig und steil, Parkplätze gibt es nur winzige für Anwohner, und in den Dörfern gelten Verbote. Du stehst in Levanto oder La Spezia und nimmst den Zug, der alle Dörfer in fünf bis zehn Minuten verbindet. Die Cinque-Terre-Card gilt für Zug und Wege. Portofino ist genauso: Die Straße von Santa Margherita ist eng, und Parkplätze gibt es nicht. Du kommst von Camogli zu Fuß oder mit dem Boot.

Genua hat eine ZTL in der Altstadt, Hochstraßen über dem Hafen und einen Verkehr, der nichts für Wohnmobile ist. Steh am Rand oder in Camogli und fahr mit dem Zug.

Übernachten ist in Ligurien die Herausforderung. Freies Stehen ist in fast allen Küstengemeinden verboten, in Camogli und Lerici auch das Parken auf vielen Parkplätzen tagsüber. Stellplätze gibt es, aber wenige und klein: Levanto, Camogli, La Spezia, Deiva Marina. Campingplätze liegen oberhalb der Orte an Hängen, mit Zufahrten, die bei großen Fahrzeugen vorher einen Anruf wert sind. Im Sommer reservierst du alles. Außerhalb der Saison ist es entspannt.

Maut zahlst du auf der A12 und A7, Klasse B für fast alle Wohnmobile. Die Kosten für die Tunnelstrecke sind höher als auf flachen Autobahnen, dafür sparst du Stunden auf der Aurelia.