Küste · Kroatien
Istrien mit dem Wohnmobil
Kroatiens nächste Küste: venezianische Hafenstädte, Pinienwälder, klares Wasser, Trüffel im Hinterland. Campingplätze mit allem, Freistehen verboten.
Die Stationen
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1
Umag · 1 Tag
Der erste Ort hinter der Grenze, kleine Altstadt, große Campingplätze mit allem. Gut für die erste Nacht nach der Anreise. Zum Leuchtturm von Savudrija hoch im Norden, dem ältesten der Adria, und am Abend auf die Mole.
Sehenswert: Leuchtturm Savudrija, Novigrad (Istrien)
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2
Motovun · 1 Tag
Mittelalterstadt auf dem Hügel über dem Mirna-Tal, Trüffelhauptstadt. Unten parken und hochlaufen, oben die Stadtmauer umrunden. Grožnjan, das Künstlerdorf, liegt eine halbe Stunde entfernt. Stellplätze liegen im Tal, nicht groß.
Sehenswert: Motovun, Grožnjan, Mirna
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3
Poreč · 1 Tag
Die Euphrasius-Basilika ist Welterbe und die schönste Kirche Istriens, Mosaiken aus dem 6. Jahrhundert. Die Altstadt ist klein und voll, der Rest ist Ferienanlagen und Campingplätze an Pinienbuchten. Die Baredine-Höhle im Hinterland für heiße Nachmittage.
Sehenswert: Euphrasius-Basilika, Baredine-Höhle
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4
Rovinj · 2 Tage
Die schönste Stadt Istriens, auf einer Halbinsel mit der Euphemia-Kirche obendrauf. Wohnmobile dürfen nicht in die Nähe der Altstadt, Camper-Parkplatz am Rand oder Campingplatz südlich und mit dem Rad hinein. Zlatni Rt, der Waldpark am Meer, ist zum Baden und mit Hund ideal.
Sehenswert: Kirche der Heiligen Euphemia (Rovinj), Zlatni rt
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5
Pula · 1 Tag
Das Amphitheater ist eines der größten erhaltenen der Welt und steht mitten in der Stadt. Dazu Augustustempel, Sergierbogen, Forum. Parkplätze für Wohnmobile liegen am Hafen und am Stadtrand. Abends Konzerte in der Arena, im Sommer das Filmfestival.
Sehenswert: Amphitheater Pula, Augustustempel (Pula), Sergierbogen
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6
Medulin · 2 Tage
Die Südspitze Istriens: Sandstrände (selten in Kroatien), große Campingplätze, das Kap Kamenjak mit Felsbuchten und Klippenspringern. Zufahrt zum Kap kostet Eintritt, die Schotterpiste ist für Wohnmobile ungeeignet, mit dem Rad hinein. Zwei Badetage zum Abschluss.
Sehenswert: Kap Kamenjak, Premantura
Warum nach Istrien
Istrien ist die Küste, die man von Süddeutschland in einem Tag erreicht, und sie fühlt sich an wie Italien mit kroatischen Preisen: venezianische Glockentürme, Hafenstädte aus hellem Stein, Pinienwälder bis ans Wasser. Das Meer ist so klar, dass du beim Schnorcheln Fische auf fünf Metern siehst. Das Hinterland ist Toskana im Kleinen, mit Hügeldörfern, Trüffeln und Weinbergen, und es ist so nah an der Küste, dass du vormittags in Motovun und nachmittags am Strand bist.
Die Campingplätze sind eine eigene Klasse: groß, gut organisiert, oft mit eigenem Strand, Hundestrand, Pool und Restaurant. Das ist auch nötig, denn Freistehen ist in Kroatien verboten, und das wird kontrolliert. Istrien ist deshalb eine Region, in der du von Platz zu Platz fährst, nicht von Bucht zu Bucht.
Die Route in Kürze
Die Route läuft von Norden nach Süden an der Westküste, mit einem Schlenker ins Hinterland: Umag hinter der Grenze, dann hinauf nach Motovun ins Mirna-Tal, zurück an die Küste nach Poreč, weiter nach Rovinj, Pula und zum Schluss Medulin an der Südspitze. Das sind rund 180 Kilometer, die reine Fahrzeit liegt bei vier Stunden. Istrien ist klein, du fährst wenig.
Von Medulin aus geht es entweder zurück oder über die Ostküste und Opatija weiter in die Kvarner Bucht und nach Dalmatien. Wer die Küstenstraße an der Ostseite nimmt (Labin, Rabac), sieht die ruhigere Hälfte der Halbinsel. Von Pula fährt auch eine Fähre nach Zadar, die spart die Fahrt um die Kvarner Bucht.
Fünf Tage reichen für Rovinj, Pula und einen Badeort. Acht Tage sind entspannt mit Hinterland. Wer zwei Wochen hat, bleibt an zwei Orten je eine Woche und macht Tagesausflüge, das ist in Istrien die beste Art.
Beste Zeit
Mai, Juni und September sind die Monate für Istrien. Das Meer hat ab Juni über 22 Grad, die Temperaturen liegen bei 25 bis 30, die Plätze sind offen und du bekommst ohne Reservierung einen Platz am Wasser. Die Preise sind spürbar niedriger als im Sommer.
Juli und August sind Hochsaison mit allem, was dazugehört: volle Campingplätze (Reservierung Pflicht), hohe Preise, Grenzstau an Wochenenden, überfüllte Altstädte. Das Wetter ist dafür zuverlässig heiß und trocken. Wer nur dann kann, reserviert früh und reist werktags an.
April und Oktober sind mild, mit 15 bis 22 Grad, zum Baden eher frisch. Viele Campingplätze öffnen Ostern und schließen Mitte Oktober, einige bleiben ganzjährig offen. Der Oktober hat einen Vorteil: Trüffelsaison in Motovun und Buzet, mit Festen und frischen weißen Trüffeln.
Mit Hund
Istrien ist mit Hund gut: Die Campingplätze haben eigene Hundestrände, oft mit Dusche, und auf den Plätzen sind Hunde Standard. In Kroatien gilt überall Leinenpflicht, und offizielle Badestrände sind für Hunde gesperrt. Hundestrände gibt es neben denen auf den Plätzen in Umag, Rovinj, Pula und Medulin, erkennbar an Schildern mit Hundesymbol.
Zlatni Rt bei Rovinj, der Waldpark am Meer, ist der beste Ort für Hunde in Istrien: schattige Wege unter Pinien, Felsbuchten zum Baden, keine Autos. Kap Kamenjak ist ähnlich, aber ohne Schatten. Im Hochsommer sind die Felsplatten an der Küste mittags so heiß, dass Pfoten leiden, früh und spät baden. Für Listenhunde gilt Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit, auf Booten und Fähren für alle Hunde. Die Einreise braucht EU-Heimtierausweis, Mikrochip und gültige Tollwutimpfung.
Fahren und Übernachten
Die Anreise führt meist über Slowenien, und dort brauchst du für ein Wohnmobil bis 3,5 Tonnen die E-Vignette, auch wenn du nur wenige Kilometer Autobahn fährst, über 3,5 Tonnen die DarsGo-Box. Der Karawankentunnel kostet extra. Die Alternative über Italien und Triest ist mit Streckenmaut verbunden. Kroatien ist Schengen-Mitglied, an der Grenze gibt es keine Kontrolle mehr, aber im Sommer an Wochenenden trotzdem Stau, weil alle gleichzeitig fahren.
In Kroatien zahlst du Streckenmaut auf der Istrischen Ypsilon (A8 und A9) und am Učka-Tunnel. Wohnmobile bis 3,5 Tonnen mit mehr als 1,90 Meter Höhe an der Vorderachse fahren in Klasse II, über 3,5 Tonnen in Klasse III. Das ist eine spürbare Stufe, aber die Strecken sind kurz. Bezahlt wird an der Station mit Karte oder bar, eine ENC-Box lohnt bei längeren Kroatienreisen. Die Küstenstraßen sind mautfrei und gut ausgebaut.
Freistehen ist in Kroatien verboten, überall, auch auf Parkplätzen, auch auf Privatgrund mit Erlaubnis des Eigentümers. An der Küste wird das kontrolliert und mit Bußgeldern belegt. Die Alternative sind die Campingplätze, die es in jeder Größe gibt, und Camper Stops, kleinere Stellplätze oft bei Weingütern und Agrotourismen im Hinterland.
In den Städten gilt: Rovinj, Poreč und Pula haben autofreie Altstädte, und Rovinj hat alle Parkplätze in Altstadtnähe für Wohnmobile gesperrt, mit Parkkralle als Folge. Es gibt einen Camper-Parkplatz am Stadtrand, oder du stehst auf dem Campingplatz und fährst mit dem Rad. Motovun hat eine gesperrte Zufahrt und einen Parkplatz unten am Hügel mit Shuttle. Die Stellplätze im Tal sind für Fahrzeuge bis etwa sieben Meter ausgelegt.