See · Finnland
Finnische Seenplatte mit dem Wohnmobil
Wasser, Wald, Holzhäuser, Sauna: von Lahti über Jyväskylä und Kuopio nach Savonlinna und Punkaharju, durch das größte Seengebiet Europas.
Die Stationen
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1
Lahti · 1 Tag
Eine Stunde nördlich von Helsinki, am Südende des Päijänne. Die Sibelius-Halle am Hafen und die drei Skisprungschanzen über der Stadt sind die Orientierungspunkte, der Blick vom Schanzenturm reicht über den ganzen See. Guter erster Halt zum Einkaufen und Ankommen.
Sehenswert: Sibelius-Halle, Päijänne
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2
Jyväskylä · 2 Tage
Die Stadt von Alvar Aalto: Museum, Universität und Dutzende seiner Bauten. Die alte Holzkirche von Petäjävesi, UNESCO-Welterbe, liegt 35 Kilometer westlich und ist ein halber Tag. Am Päijänne-Nationalpark südlich der Stadt gibt es Wanderwege und Badestellen.
Sehenswert: Alvar-Aalto-Museum, Alte Kirche von Petäjävesi, Päijänne National Park
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3
Kuopio · 2 Tage
Markt mit Kalakukko, Hafen mit Muikku, und der Puijo-Turm über der Stadt mit Blick auf den Kallavesi und tausend Inseln. Eine Bootstour oder die Rauchsauna in Jätkänkämppä, der größten der Welt, machen den Unterschied zu anderen Städten.
Sehenswert: Puijo, Kallavesi
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4
Savonlinna · 2 Tage
Die Burg Olavinlinna auf einer Insel im Saimaa ist die besterhaltene mittelalterliche Burg Nordeuropas, im Juli Bühne der Opernfestspiele. Der Nationalpark Linnansaari nördlich der Stadt ist die Heimat der Saimaa-Ringelrobbe, Bootstouren ab Rantasalmi. Holzdampfer fahren vom Hafen.
Sehenswert: Olavinlinna, Opernfestspiele Savonlinna, Linnansaari-Nationalpark
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5
Punkaharju · 1 Tag
Ein sieben Kilometer langer Eiszeit-Höhenrücken zwischen zwei Seen, mit der alten Straße obendrauf, die zu Finnlands Nationallandschaften zählt. Das Waldmuseum Lusto erklärt, warum Finnland ohne Wald nicht denkbar ist. Zu Fuß oder mit dem Rad über den Rücken, das Wohnmobil bleibt am Parkplatz.
Sehenswert: Punkaharju, Lusto
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6
Mikkeli · 1 Tag
Auf dem Rückweg nach Süden: Marktstadt am Saimaa mit dem Hauptquartier-Museum aus dem Winterkrieg. Die Felsmalereien von Astuvansalmi, 5.000 Jahre alt, erreichst du nur per Boot oder über einen Waldweg, das ist ein halber Tag für sich.
Sehenswert: Astuvansalmi, Saimaa
Warum die finnische Seenplatte
Finnland hat 188.000 Seen, und die meisten davon liegen hier, zwischen Lahti im Süden und Kuopio im Norden, zwischen Jyväskylä im Westen und der russischen Grenze im Osten. Das Saimaa-System allein ist das viertgrößte Süßwassergebiet Europas, ein Labyrinth aus Wasser, Inseln und Landzungen, in dem die Ufer ineinander übergehen und die Straßen über Dämme und Brücken von Insel zu Insel springen.
Was die Seenplatte ausmacht, ist nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern die Ruhe: Wald bis zum Horizont, Holzhäuser mit eigenem Steg, abends die Sauna und danach der Sprung in den See. Mit dem Wohnmobil bist du dafür ideal unterwegs, weil fast jeder Campingplatz am Wasser liegt und eine Sauna hat. Dazu kommen ein paar echte Höhepunkte: die Burg Olavinlinna, die Aalto-Bauten in Jyväskylä, die Holzkirche von Petäjävesi, der Höhenrücken von Punkaharju.
Die Route in Kürze
Die Route ist eine Schleife, die von Süden nach Norden und wieder zurück führt: Lahti am Päijänne, Jyväskylä mit Aalto und Petäjävesi, Kuopio mit dem Puijo-Turm, dann nach Osten und Süden an den Saimaa nach Savonlinna und Punkaharju und über Mikkeli zurück nach Lahti. Das sind rund 800 Kilometer in sieben bis zehn Tagen, die Etappen sind kurz und die Straßen leer.
Lahti ist der Einstieg, eine Stunde von Helsinki, mit Sibelius-Halle und Sprungschanzen. Jyväskylä ist die Stadt des Architekten Alvar Aalto, und die Holzkirche von Petäjävesi ist UNESCO-Welterbe. Kuopio ist die Markt- und Fischstadt mit dem Aussichtsturm über dem Kallavesi. Savonlinna hat die Inselburg und im Juli die Opernfestspiele, dazu den Nationalpark Linnansaari mit den Ringelrobben. Punkaharju ist der Eiszeit-Rücken zwischen den Seen, Mikkeli der Rückweg mit den Felsmalereien von Astuvansalmi.
Wer mehr Zeit hat, fährt von Savonlinna nach Osten an den Koli-Nationalpark, Finnlands Nationallandschaft über dem Pielinen, oder nach Süden an die Grenzstadt Lappeenranta und den Saimaa-Kanal.
Beste Zeit
Juni bis September. Mitte Juni ist Juhannus, das Mittsommerfest, an dem ganz Finnland aufs Land fährt und Geschäfte, Museen und viele Tankstellen zwei Tage schließen; das ist schön zum Zusehen, aber schlecht zum Einkaufen. Juli ist Hochsaison mit dem wärmsten Wasser, den Opernfestspielen in Savonlinna und den meisten Mücken. August ist der beste Monat: warm, weniger Mücken, Beeren und Pilze im Wald, und die Finnen sind wieder bei der Arbeit. September bringt Ruska, die Herbstfärbung, und leere Plätze; viele Campingplätze schließen allerdings Mitte September, und das Wasser wird schnell kalt.
Mit Hund
Finnland verlangt die Bandwurmbehandlung mit Praziquantel 24 bis 120 Stunden vor der Einreise, vom Tierarzt im Heimtierausweis eingetragen; bei der Anreise mit der Fähre aus Travemünde oder über Schweden rechnet man das vom Grenzübertritt an. In der Natur gilt vom 1. März bis 19. August Leinenpflicht, in Orten immer.
Die Seenplatte ist Hundeland: Wasser überall, Waldwege ohne Ende, kaum Verkehr. Zwei Dinge sind zu beachten. Im Spätsommer blühen in warmen, flachen Buchten Blaualgen; wenn das Wasser grün-trüb ist oder Schlieren hat, darf der Hund weder trinken noch baden, das kann tödlich sein. Und Mücken und Zecken sind an den Ufern zahlreich, Zeckenschutz ist Pflicht. Campingplätze nehmen Hunde fast ausnahmslos, in die Sauna und in die Badebereiche darf er nicht.
Fahren und Übernachten
Finnland ist das einfachste Fahrland Skandinaviens: keine Maut, keine Vignette, breite leere Straßen, Tankstellen in jedem Ort. Wohnmobile über 3,5 t fahren höchstens 80 km/h; für leichtere gelten die Pkw-Limits, die ab Oktober auf vielen Strecken um 20 km/h gesenkt werden, die Schilder zeigen es an. Elche sind die ernste Gefahr: Die meisten Kollisionen passieren in der Dämmerung von August bis Oktober, und ein Elch wiegt bis zu 700 Kilo. Wo Elchschilder stehen, stehen auch Elche.
Das Jedermannsrecht erlaubt Wandern, Beerensammeln und Zelten in der Natur, nicht aber das Fahren oder Übernachten mit dem Fahrzeug außerhalb von Straßen und Parkplätzen. Auf Rastplätzen und Parkplätzen wird eine Nacht geduldet, solange du nicht campst und nichts anderes beschildert ist. Die Seeufer sind oft Privatgrund mit Ferienhütten (Mökki), dort stellst du dich nicht hin. Die Campingplätze sind der bessere Weg: fast alle liegen am Wasser, haben eine Sauna mit Steg und oft Ruderboote. Im Juli an den bekannten Orten reservieren, sonst ist Platz. Alkohol über 8 Prozent gibt es nur im Alko, die Promillegrenze liegt bei 0,5.
Quellen
- ADAC: Verkehrsregeln und Tempolimits Finnland
- Ruokavirasto (Finnische Lebensmittelbehörde): Einreise mit Hund
- Metsähallitus: Jedermannsrecht und Nationalparks