See · Italien
Comer See mit dem Wohnmobil
Der eleganteste der oberitalienischen Seen: Villen, Zypressen, Fähren zwischen drei Ufern. Für Wohnmobile anspruchsvoll, weil die Uferstraßen eng sind.
Die Stationen
-
1
Como · 1 Tag
Mit dem Wohnmobil nicht in die Stadt, sondern am Rand parken oder am Westufer stehen. Dom, Seidenmuseum und die Standseilbahn nach Brunate sind fußläufig vom Hafen. Von Brunate aus siehst du den ganzen südlichen Seearm.
Sehenswert: Dom von Como, Standseilbahn Como–Brunate
-
2
Tremezzo · 1 Tag
Villa Carlotta mit Garten und die Villa del Balbianello auf der Landzunge bei Lenno (die kennst du aus Filmen). Zum Balbianello zu Fuß von Lenno oder mit dem Boot. Hier beginnt die Zone, in der die Uferstraße in der Saison für Wohnmobile Richtung Como gesperrt ist, du fährst nordwärts, das passt.
Sehenswert: Villa Carlotta, Villa del Balbianello
-
3
Menaggio · 2 Tage
Der beste Standort am Westufer: Fähren nach Bellagio und Varenna, ein Campingplatz am Wasser und die Promenade. Von hier aus Bellagio per Schiff, das Wohnmobil bleibt stehen. Ein zweiter Tag für eine Wanderung oder die Radtour zum Lago di Piano.
Sehenswert: Bellagio, Villa Melzi
-
4
Domaso · 1 Tag
Das Nordende ist das Gegenteil von mondän: breite Kiesufer, Wind am Nachmittag, Surfer, große Campingplätze. Hier badest du mit Hund und stehst entspannt. Die Abtei Piona gegenüber am Ostufer ist ein ruhiger Umweg.
Sehenswert: Abtei Piona, Alto Lario
-
5
Varenna · 1 Tag
Winziger Ort an der Felswand, Parken ist ein Problem, komm früh oder mit der Fähre aus Menaggio. Villa Monastero am Ufer, hinauf zum Castello di Vezio mit Greifvögeln und Blick über alle drei Seearme.
Sehenswert: Villa Monastero, Castello di Vezio
-
6
Lecco · 1 Tag
Industriestadt mit Bergen direkt dahinter, weniger Touristen, gute Stellplätze. Wanderer nehmen den Resegone oder den Monte Barro. Von hier aus bist du in zehn Minuten auf der Autobahn Richtung Mailand oder Bergamo.
Sehenswert: Resegone, Ponte Azzone Visconti
Warum an den Comer See
Der Comer See ist der schönste der oberitalienischen Seen, und er ist der schwierigste für Wohnmobile. Beides stimmt, und du solltest beides wissen, bevor du losfährst. Die Villen am Ufer, die Zypressen, die Fähren, die zwischen Bellagio, Menaggio und Varenna pendeln, die Berge, die direkt aus dem Wasser steigen: Das ist ein Bild, das sich einbrennt. Gleichzeitig sind die Uferstraßen zum großen Teil im 19. Jahrhundert gebaut worden, und die Orte haben keinen Platz, weder für dich noch für dein Fahrzeug.
Wer das akzeptiert und seine Route danach plant, hat eine großartige Woche. Das Prinzip ist einfach: Du bewegst das Wohnmobil wenig, stehst an zwei oder drei Orten mit Campingplatz und erledigst den Rest mit Fähre, Schiff und Rad. Der See ist dafür gemacht.
Die Route in Kürze
Die Route beginnt in Como im Süden, folgt dem Westufer über Tremezzo und Menaggio bis zum Nordende bei Domaso, wechselt dort auf das Ostufer und kommt über Varenna nach Lecco. Das sind rund 130 Kilometer, aber plane sie wie 300: Am Westufer liegt der Schnitt bei 30 Kilometern pro Stunde, und das ist keine Übertreibung.
Bellagio, die Spitze des Dreiecks, ist bewusst keine Station mit dem Wohnmobil. Die Zufahrten von Como und von Lecco sind so eng, dass selbst Linienbusse dort Mühe haben. Du besuchst Bellagio mit der Fähre von Menaggio oder Varenna, das dauert 15 Minuten und ist ohnehin die schönste Art anzukommen.
Mit vier Tagen nimmst du Menaggio als Basis für zwei Nächte, dazu Como und Varenna. Mit sechs Tagen passt die ganze Runde. Wer nur ein kurzes Fahrzeug hat und gern wandert, hängt am Nordende noch das Valtellina oder das Val Chiavenna an. Von Lecco aus bist du in einer Stunde in Bergamo, dessen Oberstadt sich lohnt.
Beste Zeit
Mai und Juni sind am schönsten: Die Gärten der Villen blühen, der See ist noch nicht voll, du bekommst Fährplätze und Stellplätze ohne Reservierung. Der September ist genauso gut, mit wärmerem Wasser.
Juli und August sind am Comer See ein Problem. Die Orte am Westufer sind überfüllt, die Fähren voll, und die Provinz hat begonnen, die SS340 bei Tremezzina tagsüber für Wohnmobile und Anhänger in Richtung Como zu sperren, um den Verkehr zu entlasten. Stand Oktober 2026 galt das von Anfang August bis Mitte November, in den kommenden Jahren soll die Sperre von Mitte März bis Mitte November gelten. Da sich das ändern kann, prüfe die Verordnung der Provinz Como oder der Gemeinde Tremezzina vor der Fahrt. Die Route hier führt am Westufer nach Norden, das ist nicht betroffen.
April und Oktober sind ruhig und klar, mit Schnee auf den Gipfeln. Viele Campingplätze öffnen Ostern und schließen Ende Oktober.
Mit Hund
Der Comer See ist mit Hund gut machbar, wenn du auf Schatten und Wasser achtest. Die offiziellen Lidos verbieten Hunde in der Saison, aber am Nordende zwischen Domaso und Gera Lario gibt es breite Kiesufer, an denen Hunde baden können. Die Fähren nehmen Hunde an der Leine mit, bei großen Hunden mit Maulkorb, der Fahrpreis ist gering.
Für Spaziergänge ist der Greenway del Lago di Como am Westufer ideal: zehn Kilometer von Colonno nach Griante, schattig, mit Blicken auf den See, abschnittsweise auf alten Pflasterwegen. Von Menaggio aus führen Wanderwege hinauf zu Almen, wo es im Sommer kühler ist. In den Orten gilt Leinenpflicht, die Villengärten lassen Hunde meist nicht hinein.
Fahren und Übernachten
Jetzt zum Wichtigsten. Die SS340 Regina am Westufer ist zwischen Argegno und Menaggio so eng, dass Busse mit eingeklapptem Spiegel fahren. In den Orten Sala Comacina, Ossuccio und Lenno steht die Hauswand direkt am Asphalt. Mit einem Kastenwagen ist das aufregend, mit 7,50 Metern und 2,35 Breite ist es Arbeit, darüber ist es keine gute Idee. Die Umgehung von Tremezzina ist im Bau, bis dahin gilt: langsam fahren, bei Gegenverkehr anhalten, nie zwischen 10 und 18 Uhr an Wochenenden.
Das Ostufer ist einfacher, weil parallel die Schnellstraße SS36 durch den Berg läuft. Du nimmst die SS36 und fährst nur für Varenna und Bellano hinunter. Die alte Uferstraße SP72 zwischen Lecco und Varenna ist eng und hat Tunnel, sie ist nicht nötig.
Bellagio ist für Wohnmobile tabu, siehe oben. Como hat eine ZTL in der Altstadt und liegt in der lombardischen Umweltzone, in der ältere Diesel zeitweise nicht fahren dürfen. Parke am Stadtrand oder stehe in Tavernola und fahr mit dem Bus hinein.
Übernachtet wird auf Campingplätzen, die am Westufer bei Menaggio und Domaso, am Ostufer bei Dervio und Lecco liegen. Stellplätze gibt es wenige, und viele Parkplätze am Ufer tragen das Schild mit dem durchgestrichenen Camper. Freistehen wird in der Saison kontrolliert. Reserviere im Sommer, am Nordende sind die Plätze größer und entspannter.
Die Autofähren zwischen Menaggio, Bellagio, Varenna und Cadenabbia nehmen Wohnmobile mit, Länge beim Ticket angeben. Sie sind der Schlüssel zu diesem See: Mit einer Fähre sparst du zwei Stunden auf der Uferstraße. Maut fällt nur auf den Autobahnen A9 und A4 an, Klasse B für fast alle Wohnmobile.