Norwegen mit dem Wohnmobil: Routen für zwei und drei Wochen mit Etappen, Fähren und Alternativen

Zwei Routen durch Norwegen: 14 Tage Fjordland ab Kristiansand, 21 Tage bis zu den Lofoten. Mit Tagesdistanzen, Fähren, Pässen und Abkürzungen bei Zeitnot.

Stand 13.10.2026 · 8 Min. Lesezeit

Wohnmobil fährt über eine Brücke an einem Fjord unter tief hängenden Wolken
Wohnmobil fährt über eine Brücke an einem Fjord unter tief hängenden Wolken

Zwei Wochen reichen für das Fjordland zwischen Stavanger und Geiranger, drei Wochen für Fjorde und Lofoten, wenn du bereit bist, viel zu fahren. Der häufigste Planungsfehler ist, Norwegen wie Deutschland zu rechnen: Auf den Fjordstraßen kommst du mit dem Wohnmobil auf einen Schnitt von 50 km/h, Fähren und Fotostopps nicht eingerechnet. Die folgenden Routen sind mit Tagesstrecken geplant, die sich fahren lassen, ohne dass der Urlaub zur Überführungsfahrt wird.

Dieser Beitrag liefert nur die Routen. Maut, Fährkonto, Übernachtungsregeln, Kosten und die Einreise mit Hund stehen im Beitrag Norwegen mit dem Wohnmobil.

Vor der Planung: drei Grundregeln

  • 150 bis 200 km sind im Fjordland ein voller Fahrtag. Die Entfernungen unten sind gerundete Straßenkilometer. Schlage für jede Fähre eine halbe bis ganze Stunde auf.
  • Fähren gehören zur Straße. Die kurzen Fjordfähren fahren im Sommer im dichten Takt und brauchen keine Reservierung. Bezahlt wird nach Fahrzeuglänge. Ausnahmen sind touristische Linien wie Geiranger–Hellesylt und die lange Überfahrt auf die Lofoten.
  • Pässe sind Sommerstraßen. Sognefjell, Trollstigen, die Straße nach Geiranger und das Aurlandsfjell sind im Winter gesperrt und öffnen je nach Schnee im späten Frühjahr. Vor Mitte Juni brauchst du einen Plan B über die Hauptstraßen.

Die Tagesstücke kannst du mit dem Etappenrechner an dein Tempo anpassen.

Route 1: zwei Wochen Fjordland

Start ist Kristiansand, das du mit der Fähre von Hirtshals in gut drei Stunden erreichst. Ziel ist Oslo oder Larvik, von wo es per Fähre nach Kiel oder Hirtshals zurückgeht. Die Runde hat in Norwegen rund 1.700 bis 1.800 km. Die Anfahrt durch Dänemark kommt dazu, siehe Dänemark mit dem Wohnmobil.

Tag Etappe Strecke Fähren und Hinweise
1 Anreise, Fähre Hirtshals–Kristiansand, weiter Richtung Mandal oder Flekkefjord 50 bis 110 km Abendfähre: erste Nacht nahe Kristiansand
2 Südküste bis Stavanger (E39) rund 200 km Alternative: Küstenstraße über Jæren, langsamer
3 Lysefjord, Wanderung zum Preikestolen rund 40 km Tunnel nach Ryfylke statt Fähre; früh am Parkplatz sein
4 Über Ryfylke nach Odda (Rv13) rund 200 km Fähre Hjelmeland–Nesvik; lange, kurvige Etappe
5 Hardangerfjord, Ruhetag oder Abstecher 0 bis 80 km Wasserfälle im Tal von Odda, Obstdörfer am Sørfjord
6 Odda über Hardangerbrücke und Voss nach Flåm rund 160 km Abstecher Eidfjord und Vøringsfossen plus 60 km
7 Flåm und Aurlandsfjord 0 km Bahn, Boot oder Aussichtspunkt; Ruhetag fürs Fahrzeug
8 Lærdaltunnel, Sogndal, Sognefjell bis Lom (Fv55) rund 220 km Fähre Fodnes–Mannheller; Pass auf über 1.400 m
9 Lom über Grotli nach Geiranger rund 110 km steile Abfahrt, Bremsen schonen; im Sommer voll
10 Geiranger, Ruhetag 0 km Fjordfahrt auch als Fähre Geiranger–Hellesylt möglich
11 Adlerstraße, Trollstigen, Åndalsnes rund 100 km Fähre Eidsdal–Linge; Öffnung des Trollstigen prüfen
12 Romsdal und Gudbrandsdal bis Raum Lillehammer (E136, E6) rund 270 km reine Fahrstrecke, gut ausgebaut
13 Lillehammer bis Oslo rund 180 km Stadtbesuch von einem Platz am Stadtrand aus
14 Fähre ab Oslo, oder weiter nach Larvik 0 bis 130 km Rückfahrt über Schweden: zwei Fahrtage zusätzlich

Wo du kürzen kannst

  • Ohne Stavanger: Von Kristiansand durch das Setesdal (Rv9) direkt nach Odda oder Røldal. Das spart zwei Tage, kostet aber Preikestolen und Lysefjord.
  • Ohne Sognefjell: Bei schlechtem Wetter oder gesperrtem Pass fährst du von Lærdal über die E16 und das Filefjell nach Fagernes und weiter nach Lillehammer. Geiranger und Trollstigen fallen dann weg.
  • Ohne Trollstigen: Von Geiranger zurück über Grotli (Rv15) nach Lom und bei Otta auf die E6. Das ist auch die Lösung für sehr lange Fahrzeuge und Gespanne.

Wo du verlängern kannst

Mit zwei oder drei Tagen mehr lohnt Bergen (von Voss rund 100 km) oder die Atlantikstraße zwischen Molde und Kristiansund, die von Åndalsnes aus einen Tag hin und einen zurück braucht. Stationen und Fahrhinweise zum Westen stehen unter Norwegische Fjorde.

Route 2: drei Wochen bis zu den Lofoten

Diese Route ist eine Fahrreise. Von Oslo bis Bodø sind es schon auf dem kürzesten Weg über die E6 rund 1.200 km, und zurück musst du auch. Wer 21 Tage hat, fährt an etwa 15 davon.

Start ist Oslo (Fähre ab Kiel) oder Larvik (Fähre ab Hirtshals).

Tage Abschnitt Strecke Fähren und Hinweise
1 bis 2 Oslo über Lillehammer nach Lom rund 350 km zwei bequeme Etappen
3 bis 4 Lom, Geiranger, Trollstigen, Åndalsnes rund 210 km Fähre Eidsdal–Linge; ein halber Tag in Geiranger
5 bis 6 Molde, Atlantikstraße, Kristiansund, Trondheim rund 350 km zwei kurze Fjordfähren, je nach Strecke
7 Trondheim bis Steinkjer und Beginn der Küstenstraße rund 200 km Vorräte und Diesel in Trondheim auffüllen
8 bis 11 Küstenstraße Fv17 (Kystriksveien) bis Bodø rund 650 km sechs bis sieben Fähren, je nach Zählung; eine davon quert den Polarkreis
12 Fähre Bodø–Moskenes Überfahrt etwa dreieinhalb Stunden reservieren; Abfahrtszeiten bestimmen den Tag
12 bis 16 Lofoten von Å bis Svolvær (E10) rund 130 km plus Stichstraßen kurze Etappen, viel Zeit zum Wandern
17 Svolvær über die Lofast-Verbindung zum Festland, Raum Narvik rund 240 km keine Fähre nötig
18 bis 21 Rückfahrt über die E6 nach Oslo rund 1.400 km vier Fahrtage mit je 350 km

Die Küstenstraße: schön, aber langsam

Die Fv17 zwischen Steinkjer und Bodø ist die Alternative zur E6 und für viele der schönste Teil der Reise. Sie ist rund 650 km lang und wird von einem halben Dutzend Fähren unterbrochen. Jede Fähre bedeutet Wartezeit, und abends fahren sie seltener. Vier Tage sind das Minimum. Wenn dir die Zeit davonläuft, wechselst du bei Mosjøen oder Mo i Rana auf die E6 und holst einen Tag auf, verpasst dann aber den nördlichen, spektakuläreren Teil.

Lofoten: Fähre oder Landweg

Die Fähre von Bodø nach Moskenes bringt dich ans südwestliche Ende der Inselkette, sodass du die Lofoten einmal der Länge nach durchfährst und über die Lofast-Verbindung aufs Festland zurückkehrst, ohne ein Stück doppelt zu fahren. Im Sommer ist ein Teil der Fahrzeugplätze reservierbar; die Reservierung kostet eine Gebühr zusätzlich zum Fahrpreis. Wer ohne Reservierung kommt, stellt sich in die Warteschlange. Gib die Länge mit Heckträger an, über 6 m wird es deutlich teurer.

Der Landweg über Narvik spart die Fähre, kostet aber einen Fahrtag und bedeutet, dass du die E10 hin und zurück fährst. Auf den Inseln selbst gelten strenge Regeln fürs Übernachten; sie stehen im Hauptartikel und unter Lofoten.

Rückweg: E6 oder Schweden

  • E6 durch Norwegen: die kürzeste Strecke nach Oslo, landschaftlich gut, aber einspurig, mit vielen Ortsdurchfahrten und Tempo 80.
  • Durch Schweden: Von Narvik über Kiruna und dann auf der E45 oder an der Küste auf der E4 nach Süden. Die Strecke ist länger, aber die Straßen sind gerader, der Diesel günstiger, und du kommst ohne Fähre über die Öresundbrücke oder mit der Fähre ab Trelleborg oder Göteborg nach Hause. Was in Schweden gilt, steht im Beitrag Schweden mit dem Wohnmobil.

Wenn drei Wochen ohne Lofoten besser passen

Wer nicht so viel fahren will, verlängert Route 1: Stavanger, Hardanger, Bergen, Sognefjord, Geiranger, Trollstigen, Atlantikstraße, Trondheim und über Røros und das Østerdal zurück nach Oslo. Das sind rund 2.500 km in 21 Tagen und damit im Schnitt 120 km am Tag, mit Zeit für Wanderungen und Regentage. Für die erste Norwegenreise ist das die entspanntere Wahl. Wer noch weiter nach Norden will, findet die Fortsetzung unter Nordkap-Route.

Beste Zeit für die Routen

Zeitraum Route 1 (Fjorde) Route 2 (Lofoten)
Mai, Anfang Juni Pässe teils noch gesperrt, Wasserfälle am stärksten Küstenstraße offen, Mitternachtssonne beginnt, kühl
Mitte Juni bis Mitte Juli alles offen, lange Tage Mitternachtssonne, Hauptsaison, Fähren reservieren
August warm, ab Mitte des Monats ruhiger zweite Hälfte ruhiger, erste dunkle Nächte
September Herbstfarben, erste Pässe schließen kurze Tage, Plätze und Fähren ausgedünnt

Was oft unterschätzt wird

  • Reserve: Plane auf zwei Wochen mindestens einen, auf drei Wochen zwei Tage ohne Programm ein. Eine gesperrte Passstraße kostet schnell einen halben Tag Umweg.
  • Fährkosten nach Länge: Die Grenze bei 6 m entscheidet auf jeder einzelnen Fähre. Auf Route 2 kommen leicht ein Dutzend Überfahrten zusammen. Wie das Fährkonto mit Rabatt funktioniert, steht im Hauptartikel.
  • Gesamtkosten: Fähren, Maut und Diesel machen den größten Teil aus. Mit dem Reisekostenrechner siehst du vorher, was Route 1 und Route 2 für dein Fahrzeug bedeuten. Eine eigene Route stellst du im Roadtrip-Planer zusammen.

Häufige Fragen

Reichen zwei Wochen für Norwegen mit dem Wohnmobil?

Für Südnorwegen und das Fjordland ja. Eine Runde von Kristiansand über Stavanger, Hardangerfjord, Sognefjord und Geiranger zurück nach Oslo ist in 14 Tagen gut zu fahren. Für die Lofoten sind zwei Wochen zu knapp, wenn du nicht fast nur fahren willst.

Schafft man die Lofoten in drei Wochen mit dem Wohnmobil?

Ja, aber es bleibt eine Reise mit vielen Fahrtagen. Hin- und Rückweg zusammen sind von Oslo aus mehrere tausend Kilometer. Plane für die Inseln selbst mindestens fünf Tage ein und für die Rückfahrt vier bis fünf.

Wie viele Kilometer am Tag sind in Norwegen realistisch?

Im Fjordland 150 bis 200 Kilometer, an Tagen mit Fähren und Pässen eher weniger. Auf der E6 und in Schweden schaffst du an reinen Fahrtagen das Doppelte. Navigationsgeräte rechnen für Wohnmobile fast immer zu optimistisch.

Wann sind die norwegischen Passstraßen offen?

Die hohen Pässe wie Sognefjell und Trollstigen sind Wintersperrstrecken. Sie öffnen je nach Schnee im späten Frühjahr und schließen im Herbst wieder. Den aktuellen Stand nennt die Straßenverwaltung Statens vegvesen.

Muss man die Fähre auf die Lofoten reservieren?

Im Sommer solltest du es tun. Auf der Fähre von Bodø nach Moskenes ist ein Teil der Plätze reservierbar, der Rest wird in der Warteschlange vergeben. Ohne Reservierung kann es passieren, dass du eine oder mehrere Abfahrten wartest.

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