Kleine und leichte Wohnwagen: was bis 750 kg und bis 1.000 kg möglich ist

Mini-Wohnwagen bis 750 kg und bis 1.000 kg: Bauarten, Führerschein, Bremse, Zuladung und Tempo 100. Mit Herstellerdaten als Beispiel und den Grenzen der Klasse.

Stand 13.10.2026 · 7 Min. Lesezeit

Kleiner Tropfen-Wohnwagen hinter einem Pkw auf einem Parkplatz am Wald
Kleiner Tropfen-Wohnwagen hinter einem Pkw auf einem Parkplatz am Wald

Ein Wohnwagen bis 750 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse darf mit dem Führerschein Klasse B hinter jedem Auto gezogen werden, das die Anhängelast dafür hat. In dieser Klasse bekommst du ein Bett, etwas Stauraum und eine Küche, meist in der Heckklappe. Bis 1.000 Kilogramm wird daraus ein richtiger kleiner Wohnwagen mit Sitzgruppe und Stehhöhe unter dem Hubdach. Der Engpass ist in beiden Klassen derselbe: die Zuladung.

Warum die Grenzen bei 750 und 1.000 kg liegen

Die 750 Kilogramm sind eine rechtliche Grenze, die 1.000 Kilogramm eine praktische.

750 kg:

  • Führerschein: Mit Klasse B darfst du einen Anhänger bis 750 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse immer ziehen. Erst darüber wird gerechnet: Dann dürfen die zulässigen Gesamtmassen von Auto und Anhänger zusammen 3.500 Kilogramm nicht übersteigen. Es zählen die Werte aus den Papieren, nicht das tatsächliche Gewicht. Was darüber gilt, steht im Beitrag Wohnwagen-Führerschein.
  • Bremse: Bis 750 Kilogramm darf ein einachsiger Anhänger ohne eigene Bremse fahren.
  • Hauptuntersuchung: Wohnwagen bis 750 Kilogramm oder ohne eigene Bremse müssen erst nach 36 Monaten zur ersten HU, danach alle 24 Monate. Schwerere gebremste Wohnwagen müssen von Anfang an alle 24 Monate.

1.000 kg: Kleinere Autos und viele Elektroautos haben eine niedrige gebremste Anhängelast. Der Wert steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I deines Autos. Wer kein größeres Zugfahrzeug kaufen will, sucht deshalb nach Wohnwagen, die mit rund einer Tonne auskommen. Wie du Auto und Wohnwagen zusammenbringst, erklärt der Beitrag Zugfahrzeug für den Wohnwagen.

Gebremst oder ungebremst

Ein ungebremster Anhänger darf höchstens halb so schwer sein wie das Leergewicht des Zugfahrzeugs plus 75 Kilogramm, und nie schwerer als 750 Kilogramm (§ 42 StVZO).

Ein Beispiel: Dein Auto hat ein Leergewicht von 1.300 Kilogramm. Plus 75 ergibt 1.375, die Hälfte davon sind 687 Kilogramm. Einen ungebremsten Wohnwagen mit 750 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse dürftest du damit nicht ziehen. Dazu kommt die ungebremste Anhängelast, die der Autohersteller festlegt und die oft noch niedriger liegt.

Deshalb haben viele Mini-Wohnwagen mit 750 Kilogramm trotzdem eine Auflaufbremse. Sie fahren dann unter der gebremsten Anhängelast des Autos, und die ist bei fast jedem Pkw höher. Der lettische Hersteller Kulba etwa gibt für sein Modell Woody 750 Kilogramm Gesamtgewicht, Trommelbremsen und Auflaufeinrichtung an. Frag bei jedem Angebot nach: 750 Kilogramm heißt nicht automatisch ungebremst.

Tempo 100

Für die Tempo-100-Zulassung darf die zulässige Gesamtmasse des Anhängers einen bestimmten Anteil der Leermasse des Zugfahrzeugs nicht übersteigen. Bei Anhängern ohne Bremse oder ohne Stoßdämpfer liegt der Faktor bei 0,3. Ein ungebremster 750-Kilogramm-Wohnwagen bräuchte damit ein Zugfahrzeug mit 2.500 Kilogramm Leermasse. Mit Bremse und hydraulischen Stoßdämpfern gilt der Faktor 0,8, dann genügen rund 940 Kilogramm. Alle Bedingungen stehen im Beitrag Tempo 100 fürs Gespann.

Die Bauarten

Bauart Typische Klasse Was du bekommst Was fehlt
Teardrop (Tropfenform) bis 750 kg Liegefläche für zwei, Küche unter der Heckklappe Stehhöhe, Sitzgruppe, Bad
Mini-Caravan mit Hubdach 750 bis 1.000 kg Sitzgruppe, die zum Bett wird, Küche innen, Stehhöhe bei offenem Dach Bad, großzügiger Stauraum
Faltcaravan und Zeltanhänger meist bis 750 kg Viel Wohnfläche im aufgebauten Zustand Feste Wände, schneller Aufbau, Wintertauglichkeit
Kompakter Kofferaufbau meist über 1.000 kg Festes Bett, Sitzgruppe, oft Nasszelle Leichtigkeit: die Klasse reicht schnell über 1.000 kg hinaus

Der Teardrop ist ein Schlafzimmer auf Rädern. Gekocht und gelebt wird draußen. Das passt für Wochenenden und Rundreisen bei gutem Wetter, bei drei Regentagen am Stück wird es eng.

Der Mini-Caravan mit Hubdach ist flach genug für viele Garagen und bietet aufgestellt Stehhöhe. Der französische Hersteller Trigano gibt für seine Reihe Mini Freestyle eine Breite von 1,95 Metern, Längen von 3,95 bis 4,42 Metern und bei eingeklapptem Dach eine Höhe von höchstens 2 Metern an. Schmale Wohnwagen haben einen weiteren Vorteil: Ist der Wohnwagen nicht breiter als das Zugfahrzeug, sind keine Zusatzspiegel nötig.

Herstellerdaten als Beispiel

Die folgenden Werte stammen von den Herstellerseiten (abgerufen am 13. Oktober 2026). Sie sollen die Größenordnungen zeigen und sind keine Kaufempfehlung. Die Masse in fahrbereitem Zustand ist ein Nennwert, für den die Hersteller eine Toleranz von plus oder minus 5 Prozent angeben.

Modell Länge Breite Höhe Masse fahrbereit Zulässige Gesamtmasse
Kulba Woody (Teardrop) 3,78 m keine Angabe gesehen 1,89 m keine Angabe gesehen 750 kg
Eriba Touring 310 (Hubdach) 5,06 m 2,00 m 2,27 m 820 kg 1.000 kg
Eriba Touring 430 (Hubdach) 5,54 m 2,00 m 2,27 m 930 kg 1.100 kg
Weinsberg CaraOne 390 QD (Kofferaufbau) 5,92 m 2,20 m 2,57 m 943 kg 1.200 kg

Die Tabelle zeigt zwei Dinge. Erstens ist ein Wohnwagen mit vier Schlafplätzen und festem Aufbau, wie der CaraOne 390 QD, schon leer fast 950 Kilogramm schwer und fährt mit 1.200 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse. Unter 1.000 Kilogramm bleibst du nur mit Hubdach oder sehr kleinem Aufbau. Zweitens ist die Zuladung knapp: Beim Touring 310 liegen zwischen 820 und 1.000 Kilogramm rechnerisch 180 Kilogramm, und davon geht die Sonderausstattung noch ab.

Das eigentliche Problem: die Zuladung

Rechne für jeden Kandidaten so:

  1. Zulässige Gesamtmasse aus den technischen Daten
  2. minus Masse in fahrbereitem Zustand
  3. minus Gewicht der bestellten Sonderausstattung (Markise, Batterie, Mover, Fahrradträger, Vorzelt)
  4. ergibt die Zuladung für Wasser, Gas, Geschirr, Kleidung, Lebensmittel, Stühle und Tisch

Bleibt nur ein zweistelliger Kilowert, wird es für zwei Personen schwierig, auch wenn ein Teil des Gepäcks ins Auto wandert. Ein Mover mit Batterie kann einen großen Teil der Zuladung eines Mini-Wohnwagens auffressen. Die Gewichte der Sonderausstattung stehen in der Preisliste des Herstellers.

Viele Modelle lassen sich mit höherer zulässiger Gesamtmasse bestellen. Das löst das Zuladungsproblem, hebt den Wohnwagen aber aus der 750-Kilogramm-Klasse. Dann gilt wieder die Führerscheinrechnung, und die Anhängelast des Autos muss reichen. Überladen ist keine Lösung: Bei Kontrollen wird gewogen, und ein überladener Anhänger an einem kleinen Zugfahrzeug fährt sich schlecht. Wo du wiegen kannst, steht im Beitrag Wiegen: wo, wie, Achslasten.

Was ein kleiner Wohnwagen im Jahr kostet

Die Kfz-Steuer beträgt 7,46 Euro je angefangene 200 Kilogramm zulässiges Gesamtgewicht. Bei 750 Kilogramm sind das 29,84 Euro im Jahr, bei 1.000 Kilogramm 37,30 Euro (Stand Oktober 2026). Die Hauptuntersuchung kostet laut ADAC rund 40 Euro für ungebremste Anhänger bis 750 Kilogramm und rund 60 Euro für gebremste. Hat der Wohnwagen eine Gasanlage, kommt alle zwei Jahre die Gasprüfung dazu.

Für wen sich die Klasse eignet und für wen nicht

Gut passt ein Mini-Wohnwagen, wenn

  • du ihn mit dem vorhandenen Auto ziehen willst, auch mit einem Kleinwagen oder Elektroauto,
  • du nur den Führerschein Klasse B hast und kein schweres Gespann fahren willst,
  • ihr zu zweit reist und überwiegend draußen lebt,
  • der Wohnwagen in eine Garage oder einen Carport passen soll.

Weniger gut passt er, wenn

  • Kinder mitfahren und jeder ein festes Bett braucht,
  • du im Winter campen willst,
  • du auf Dusche und Toilette im Fahrzeug nicht verzichten möchtest,
  • du viel Ausrüstung mitnimmst.

Ob für dich eher ein Wohnwagen oder ein Wohnmobil in Frage kommt, klärt der Beitrag Wohnmobil oder Wohnwagen.

Vor dem Kauf prüfen

  • Anhängelast gebremst und ungebremst sowie Stützlast deines Autos nachlesen (Zulassungsbescheinigung Teil I).
  • Beim Händler nach der Masse des konkreten Fahrzeugs mit Ausstattung fragen, nicht nach dem Katalogwert.
  • Klären, ob Bremse und Stoßdämpfer vorhanden sind und ob eine Tempo-100-Zulassung möglich ist.
  • Probe liegen und die Liegefläche nachmessen.
  • Bei Gebrauchten: Feuchtigkeit messen lassen, Reifenalter prüfen, Gasprüfung zeigen lassen.

Häufige Fragen

Welchen Wohnwagen darf ich mit Führerschein Klasse B ziehen?

Jeden Anhänger bis 750 kg zulässiger Gesamtmasse, unabhängig vom Zugfahrzeug. Schwerere Wohnwagen nur, wenn die zulässigen Gesamtmassen von Auto und Wohnwagen zusammen 3.500 kg nicht übersteigen.

Braucht ein Wohnwagen bis 750 kg eine Bremse?

Nicht zwingend. Ohne Bremse darf er aber höchstens halb so viel wiegen wie das Leergewicht des Zugfahrzeugs plus 75 kg. Viele Mini-Wohnwagen mit 750 kg haben deshalb trotzdem eine Auflaufbremse.

Wie viel Zuladung hat ein Mini-Wohnwagen?

Oft wenig. Die Zuladung ist die Differenz zwischen zulässiger Gesamtmasse und Masse in fahrbereitem Zustand, abzüglich Sonderausstattung. Rechne das für das konkrete Fahrzeug nach, bevor du kaufst.

Darf ich mit einem Mini-Wohnwagen 100 km/h fahren?

Nur mit Tempo-100-Zulassung. Ungebremste Anhänger erfüllen die Bedingung dafür praktisch nie, gebremste mit Stoßdämpfern bei passendem Zugfahrzeug schon.

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